Pandemie

Warten auf Corona-Hilfen: Für manche Firmen wird es eng

Horst Gabriel sind Nöte in vielen Betrieben bekannt. Archivfoto: mis
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Horst Gabriel sind Nöte in vielen Betrieben bekannt.

Vor allem mittelständische Familienbetriebe schlagen Alarm.

Von Andreas Tews

Solingen. Die Situation vieler Firmen bezeichnet Horst Gabriel als „schwierig.“ Dies ist nach Angaben des Vorsitzenden des Solinger Arbeitgeberverbandes auch auf die „schleppende“ Auszahlung der vom Bund angekündigten Corona-Hilfen zurückzuführen. Gabriel weiß von Engpässen bei der Zahlungsfähigkeit etlicher Firmen. Dies führe unter anderem dazu, dass sie Rechnungen erst sehr spät begleichen.

Auch Thomas Grigutsch, Geschäftsführer der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), hat von diversen Unternehmen gehört, bei denen es hake. Ihm sind aber auch Zahlen bekannt, nach denen viele Mittel bereits geflossen seien.

Wegen des erneuten Lockdowns hatte die Bundesregierung schnelle Unterstützung für die betroffenen Firmen zugesagt. Angekündigt waren eine November- und eine Dezemberhilfe. Im Gegensatz zum Frühjahr sollten Anträge aber genauer geprüft werden. Seinerzeit war es zu etlichen Betrugsfällen gekommen.

„Die Hilfen kommen zu spät, gar nicht oder in enttäuschender Höhe an. Stabilisierung sieht anders aus“, kritisiert der Verband Die Familienunternehmer. Von schneller und unbürokratischer Hilfe könne keine Rede sein. Auch Gabriel berichtet, dass vielen Firmen langsam „die Puste ausgeht“. Er zeigt aber auch Verständnis für die Behörden. Das Programm sei vom Bund „aus dem Boden gestampft“ worden, und das Land müsse es jetzt umsetzen. Zudem koste die intensivere Überprüfung der Anträge Zeit. Gabriel: „Das geht leider nicht so schnell.“

Laut Grigutsch liegen in etlichen Betrieben derzeit zwar die Nerven blank. Zumindest die Berichte zu den aktuellen Auszahlungen ließen aber hoffen. 97 Prozent der rund 1600 Antragsteller aus Solingen, Remscheid und Wuppertal hätten zumindest eine Abschlagzahlung für die Novemberhilfe bekommen. Die Bearbeitung der Anträge laufe derzeit, weitere Auszahlungen seien für kommende Woche angekündigt. Mit denen für die Dezemberhilfen rechnet er für Ende Januar. Grigutsch will zwar noch keine Entwarnung geben. Nach seiner Kenntnis laufe es aber „immer besser“. Es sei aber immer wieder mit Prüfungen zu rechnen, bei denen es länger dauere.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Standpunkt

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Andreas Tews

Das Neubauprojekt der Sparkasse taugt dazu, den Bereich zwischen Neumarkt und Kölner Straße städtebaulich aufzuwerten. Solche Investitionen sind es, die Mut machen, an eine gute Zukunft der Solinger Innenstadt zu glauben. Solche Bautätigkeiten sind zwar wichtig. Sie sind aber nicht alles. Zu einer attraktiven Innenstadt gehört auch eine durchdachte Verkehrsführung. Dazu gehören eine sinnvolle Lenkung des Autoverkehrs und eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen, aber auch eine attraktive Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr. Nicht zu vergessen sind auch eine moderne Fahrrad-Infrastruktur und eine hohe Aufenthaltsqualität. All dies unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach. Darum müssen Gesamtkonzepte her – für den Verkehr in Solingen und für die Gestaltung der Solinger City. In Teilen sind sie bereits in Arbeit. Nur wenn all dies aufeinander abgestimmt ist, kann die Rettung der Innenstadt gelingen. 

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