Schulstart

Mit dem Walking Bus zur Schule gehen

Katrin Grastat, Verkehrserzieherin der Polizei, an der Elternhaltestelle der Grundschule Katternberger Straße.
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Katrin Grastat, Verkehrserzieherin der Polizei, an der Elternhaltestelle der Grundschule Katternberger Straße.

Katrin Grastat, Verkehrserzieherin der Polizei, gibt Tipps für einen sicheren Schulweg.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. In gut zwei Wochen startet die Schule wieder. Dann werden – wenn die Corona-Beschränkungen keinen Strich durch die Rechnung machen – die neuen i-Dötzchen zum ersten Mal ihren Weg zur Schule antreten und auch gut 1600 Fünftklässler sich auf den neuen Schulweg zur weiterführenden Schule machen. „Sicherer Schulweg und Sicherheit auf dem Fahrrad sind deshalb wichtige Themen“, betont Kat-rin Grastat. Die Polizeihauptkommissarin ist gemeinsam mit Ulrich Schmidt und Daniela Berghaus als Verkehrserzieher der Solinger Polizei im Einsatz.

Damit die Kinder fit sind, wenn es alleine Richtung Schule geht, fangen die Solinger Verkehrserzieher bereits in den Kitas mit ihren Besuchen an. In der zweiten und dritten Klasse geht es dann mit dem Fahrrad in die Verkehrsschule, im Jahr darauf üben die Schüler mit der Polizei das richtige Radfahren im Straßenverkehr. An vielen weiterführenden Schulen stehen dann auch in Klasse sechs noch einmal Radfahrtrainings an. „Obwohl wir aufgrund der Topographie keine typische Radfahrstadt sind, haben wir mit insgesamt acht Trainings pro Kind eine der umfangreichsten Fahrrad-Ausbildungen in Deutschland“, berichtet Grastat.

Für die Grundschüler lautet die Empfehlung aber trotzdem: Zu Fuß zur Schule gehen. „Da ist es wichtig, dass Eltern den Weg mit dem Kind trainieren – und nicht erst wenige Tage vor der Einschulung“, empfiehlt die Verkehrsexpertin. Üben soll man auch möglichst zur Hauptverkehrszeit. Kinder müssen Strategien entwickeln, etwa wie man, wenn nötig, zwischen parkenden Autos die Straße überquert, oder was man macht, wenn die Ampel mal kaputt ist. „Als Faustregel gilt, dass Kinder nach sechs Wochen eine Teilstrecke alleine zurücklegen können. Diese kann sich dann schrittweise verlängern.“

Katrin Grastat empfiehlt dort, wo mehrere Kinder aus einer Straße oder Siedlung zur Schule gehen, den „Walking Bus“. Eltern, später auch die Kinder selbst, sammeln zu Fuß alle Kinder nach und nach ein. Teilweise sind Eltern sogar mit einem „Walking Bus“-Schild unterwegs. „Wer zu Fuß geht, tankt morgens Sauerstoff, bewegt sich und hat schon mit seinen Freunden geplaudert – alles wichtige Voraussetzungen für gutes Lernen“, sagt die Verkehrserzieherin. Sie betont auch, dass der Schulweg schon am Abend damit beginnt, die Schulsachen zu packen, die Anziehsachen rauszulegen und rechtzeitig schlafenzugehen. „Wer morgens in Eile ist, macht Fehler.“

Wer sein Kind mit dem Auto bringen muss, weil der Weg insgesamt zu weit oder zu gefährlich ist, sollte, da wo möglich, das Kind an einer Elternhaltestelle rauslassen. Diese gibt es an den Grundschulen Aufderhöhe, Böckerhof, Erholungstraße, Gerberstraße, Gottlieb-Heinrich-Straße, Katternberger Straße, Kreuzweg, Meigen, Schützenstraße, Stübchen, Südstraße, Uhlandstraße, Westersburg und Weyer, zudem an der Alexander-Copppel-Schule sowie an vier Kitas. Sie sind meist 300 bis 400 Meter von der Schule entfernt und auf der selben Straßenseite wie die Schule. Auch soll sichergestellt sein, dass die Eltern von dort aus gut weiterfahren können, damit sie beim Wenden nicht andere Kinder gefährden.

Die Solinger Polizei informiert zu dem Thema auf Youtube mit den Filmen „Unterwegs in Deutschland“. Kommende Woche wird das Thema Schulweg auch auf der Facebook-Seite des Polizeipräsidiums Wuppertal behandelt.

Kinder: 2019 gab es 65 Unfälle mit verletzten Kindern, davon 26 zu Fuß, 24 als Mitfahrer im Pkw, 10  Fahrradfahrer und 5 Sonstige.

Schulweg: Es gab 5 Schulwegunfälle, darunter 2 Fußgänger und 3 Kinder mit dem Roller.

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