Nach Umfrage

Walder Jugendliche vermissen Freizeitangebote

Im Mai 2022 organisierte das Stresi-Team Lina Holzrichter (v.l.), Marina Dirks und Max Gehrmann einen Trödel mit Musik.
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Im Mai 2022 organisierte das Stresi-Team Lina Holzrichter (v.l.), Marina Dirks und Max Gehrmann einen Trödel mit Musik.

Die Situation des Jugendtreffs Stresi 23 war Thema in der Bezirksvertretung Wald.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Wie sehen Walder Jugendliche ihren Stadtteil? Sie schätzen zwar das viele Grün, doch was die Freizeitangebote angeht, stellen sie eher ein schlechtes Zeugnis aus. Das wurde am Montag in der Sitzung der Bezirksvertretung Wald deutlich. Dort stellte Karsten Römling vom Jugendstadtrat die auf Wald heruntergebrochenen Ergebnisse der Schultour vor. Für eine nicht repräsentative Umfrage hatte der Jugendstadtrat Schüler und Schülerinnen an acht weiterführenden Schulen in Solingen befragt. Den Jugendlichen fehlten Aufenthaltsmöglichkeiten, bestätigte Marina Dirks, die den 2021 eröffneten Jugendtreff Stresi 23 an der Stresemannstraße leitet.

In Wald fehle aus Jugendsicht vieles, was in ganz Solingen vermisst wird, berichtete Römling: eine attraktive Innenstadt, ein Club und ein gut ausgebauter ÖPNV. „Vor allem die Nachtbusse müssen dringend erweitert werden.“ Wichtig seien den Jugendlichen vor allem Sportangebote, betonte Römling. Potenzial sieht er beim Walder Stadtpark, der von manchen aktuell allerdings als „gruselig“ empfunden werde. Weitere Orte, wo Angebote für die Jugend Platz finden könnten, wären der Marktplatz, die Jahnkampfbahn und die Korkenziehertrasse. Karsten Römling appellierte an die Bezirksvertreter, die Stimme der Jugendlichen zu hören, vor allem bei der Umsetzung des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts (ISEK) in Wald. „So hält man Menschen im Stadtteil.“

Für seinen ausführlichen Vortrag erhielt er viel Lob. „Es hat mir gut gefallen, dass du vieles auf Wald bezogen hast“, sagte Petra Hinkel (SPD). „Sehr erhellend“ seien viele Punkte gewesen, erklärte CDU-Bezirksfraktionssprecher Martin Hartmann.

Das galt auch für die Ausführungen von Marina Dirks, die auch einige harte Wahrheiten bereithielt. So gebe es zwar Angebote für Kinder im Stadtteil (ebenso wie für ältere Menschen), aber kaum etwas für Jugendliche ab 14 Jahren sowie junge Erwachsene bis 21 Jahre. „Es gibt keine überdachten Orte, wo sie sich aufhalten können.“ Ein Treffpunkt sei deshalb das Walder Stadion mit seiner Tribüne, „weil es dort ein Dach“ gibt. Vielfach würden Jugendliche aber weggeschickt.

Der Jugendtreff Stresi 23 werde nach einem holprigen Start bedingt durch die Pandemie inzwischen gut angenommen. Die Altersgruppe: 8 bis 18 Jahre mit einem Schwerpunkt bei den 12- bis 15-Jährigen. „Auch die Zwölfjährigen fühlen sich beim Angebot auf den Spielplätzen nicht so angenommen. Vieles ist gebrandet auf jüngere Kinder“, berichtete Dirks. Das Stresi 23 werde täglich von acht bis zehn Jugendlichen aufgesucht, darunter auch Jugendliche, die aus prekären Verhältnissen kämen, die schon straffällig geworden oder „schulabstinent“ seien, also regelmäßig dem Unterricht fernbleiben. „Wir sehen uns als Ansprechpartnerinnen für sie, haben aber auch ein gutes Netzwerk mit Kontakten zu Beratungsstellen wie der Clearingstelle.“ Neben offenen Angeboten versuche man, ein festes Programm anzubieten.

Platz im Jugendtreff Stresi 23 ist begrenzt

Mit acht bis zehn Jugendlichen pro Tag erreiche man nur wenige, räumte Marina Dirks auf eine Nachfrage von Martin Hartmann (CDU) ein. „Aber angesichts der Räume sehen wir nicht so viele Möglichkeiten.“ Im Stresi 23 gebe es nur einen großen Raum plus Küche. „Es gibt keine Rückzugsmöglichkeiten.“ Weil verschiedene Cliquen den Jugendtreff besuchten, führe das auch zu Nutzungskonflikten, schildert die Leiterin. Die Bezirksvertreterinnen und -vertreter bat sie, die Augen nach anderen Möglichkeiten offen zu halten.

Früher habe es viel mehr Angebote für Jugendliche gegeben, räumte Petra Hinkel ein. „Da gibt es für uns noch viel zu beraten.“ Gerade bei den Hilfen für schulabstinente Jugendliche bestehe viel Bedarf, sagte Iris Michelmann (Grüne).

Freie Budgetmittel

Die Bezirksvertretung Wald durfte Budgetmittel über 5962,50 Euro vergeben: Frühjahrsempfang Bezirksvertretung (1000 Euro), Grundschule Weyer (750 Euro), SV Solingen 08/10 (600 Euro), Walder Theatertage (1300 Euro), Spvg. Solingen 03 (600 Euro), Wandgestaltung Opferfelder Straße (1300 Euro).

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