In Wald

„Greeen“: Bau von 167 Wohnungen startet

Philipp Köster (v. l., Kondor Wessels), Andrea Platena und Peter Solhdju (beide HSA-Architektenbüro Berlin), Emilio Bertarelli (Kondor Wessels), OB Tim Kurzbach und Dezernent Andreas Budde führten den traditionellen Spatenstich für das Projekt „Greeen“ durch.
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Philipp Köster (v. l., Kondor Wessels), Andrea Platena und Peter Solhdju (beide HSA-Architektenbüro Berlin), Emilio Bertarelli (Kondor Wessels), OB Tim Kurzbach und Dezernent Andreas Budde führten den traditionellen Spatenstich für das Projekt „Greeen“ durch.

Baukonzern Kondor Wessels investiert 70 Millionen Euro in das Projekt „Greeen“.

Von Philipp Müller

Solingen. Auf dem ehemaligen Firmengelände von Breuer & Schmitz startete am Dienstagnachmittag der Bau der Siedlung „Greeen“, in die der Berliner Baukonzern Kondor Wessels bis 2025 rund 70 Millionen Euro investieren wird. Eingeladen zum Spatenstich hatte Kondor Wessels mit seinem Geschäftsführer Leo W. A. de Man an der Spitze. Für die NRW-Tochter, die in Wald den Bau verantwortet, begrüßte Emilio Bertarelli die Gäste.

Er lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Rathaus, die eine schnelle Umsetzung des Baus möglich mache. Bereits 2019 wurde das Projekt angegangen, seit drei Wochen gibt es nun auch die Baugenehmigung.

Aus dem Rathaus war Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) mit einer großen Delegation nach Wald gekommen, Vertreter aus der Bezirksvertretung waren anwesend, außerdem Stadtdirektorin Dagmar Becker (Grüne), Baudezernent Andreas Budde und Vorgänger Hartmut Hoferichter (beide parteilos), dazu der Vorsitzende des Planungsausschusses, Carsten Becker (CDU).

Wohnbauprojekt „Greeen“ soll die Dynamik des O-Quartiers annehmen

Alle wollten so die Bedeutung des Projekts mit 167 Wohnungen unterstreichen, was OB Kurzbach so ausdrückte: „Die Dynamik aus dem Stadtteil Ohligs mit dem O-Quartier hat D-Zug-Tempo, das erreicht jetzt Wald.“ Das O-Quartier mit seinen 308 Wohnungen von Kondor Wessels wurde gerade fertiggestellt.

So wünschte Kurzbach dem Neubauprojekt „Greeen“ ein herzliches „Glück auf“ und gutes Gelingen. Neue Menschen würden nach Wald kommen. Es sei eine gesellschaftliche Aufgabe, diese gut zu integrieren, gab er den Waldern mit auf den Weg.

Gekauft hatte Kondor Wessels das ehemalige Gelände von Breuer & Schmitz von Familie Schütz, dem Hauptanteilseigner des Spezialisten für Baubeschläge. Die Familienunternehmer wurden von Markus Müller vertreten, der berichtete, dass man sich am neuen Standort Mohnhofer Straße gut eingelebt habe.

„Greeen“: 68 Miet- und 99 Eigentumswohnungen sollen entstehen

Am Ende der Bauzeit werden 68 Miet- und 99 Eigentumswohnungen entstanden sein. 2025 sollen sie nach Angaben von Kondor Wessels bezugsfertig sein. Sie haben Größen zwischen 51 bis 168 Quadratmetern und verfügen von einem bis zu fünf Zimmern. Das teilt sich in Häuser mit drei bis vier Vollgeschossen auf, dazu kommt ein Staffelgeschoss – ein kleineres Obergeschoss als die Grundfläche des gesamten Hauses. 167 Pkw-Stellplätze gibt es in der Tiefgarage, 334 für Fahrräder, Parkplätze für Smarts und Motorräder.

Die Anlage trägt den Namen „Greeen“, weil grüne Elemente den Bau auf der Höhe heutiger technischer Möglichkeiten prägen. So wird die Heizungsanlage mit Geothermie – Erdwärme – unterstützt. „Die Häuser werden unabhängig von Gas und Erdöl sein“, betonte dazu Kondor-Wessels-Geschäftsführer Bertarelli. Das soll entsprechend der Norm KfW 55 zu Gebäuden mit einem besonders niedrigen Energieverbrauch führen. Dachbegrünungen sind nicht nur optische Elemente, die Pflanzen halten Wasser zurück und sorgen für Abkühlung im Mikroklima der Wohnanlage. Glasfaserkabel bis in die Wohnungen sorgen für schnelles Internet.

Da auch Familien zur Zielgruppe gehören, wird an der Wiedenkamper Straße eine Kita in den Wohnkomplex mit insgesamt acht Wohnkörpern integriert. Sie wird von der Elterninitiative Pinocchio betrieben werden.

Die Vermarktung der Eigentumswohnungen übernimmt die Stadt-Sparkasse Solingen über ihr Immobiliencenter, erklärte Sparkassensprecher Martin Idelberger. Sparkassenchef Stefan Grunwald sagte, dass anders als im O-Quartier in Ohligs kein weiterer Ankauf von Wohnungen im „Greeen“-Objekt geplant sei. Der nächste Meilenstein sei in Sicht, sagte Bertarelli und kündigte für das Frühjahr 2023 die Grundsteinlegung für den Wohnkomplex an.

Standpunkt von Philipp Müller

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Neue Wohnungen sind gefragt. Das weiß Solingen, weil im „Handlungskonzept Wohnen“ ein Bedarf von Tausenden neuen Wohneinheiten nach umfangreichen Analysen festgestellt wurde. Und der Bedarf wird sehr unterschiedlich gedeckt. Kondor Wessels baut eher in der Mittelklasse.

Da ist es schon spannend, dass es in diesem Segment des Baumarkts auch sehr modern zugehen kann. „Greeen“ wird allein deswegen ein Vorzeige-Objekt, weil dort auf fossile Brennstoffe für die Heizungen verzichtet wird – indirekt mögen sie beim notwendigen Strombedarf eingesetzt werden, der nicht über die hauseigene Solartechnik erzeugt wird. Das wird auch in Solingen seinen Markt finden.

Bleibt aber noch das Problem des bezahlbaren Wohnraums für untere Schichten der Gesellschaft. Da ist die Stadt gefragt, ihren Ansatz umzusetzen, dass 30 Prozent der Neubauten geförderter Wohnraum mit Mietpreis-Deckel sein sollen. Rund um „Greeen“ bleibt die Aufgabe, den Menschen eine Heimat zu schaffen. Wald wird das meistern.

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