Wahlkampf ist ein Vollzeitjob

Von Manuel Böhnke

Seit einigen Wochen wache ich jeden Morgen mit Ingo Schäfer auf. Wenn ich mein Schlafzimmerrollo hochziehe, blicke ich in das Gesicht des SPD-Bundestagskandidaten. Vom Wahlplakat aus grinst er mich an. Auf dem Weg zur Kaffeemaschine laufe ich an meinen Briefwahlunterlagen vorbei – die sollte ich allmählich wirklich ausfüllen und abschicken. Erst einmal geht es aber in die Stadtmitte. Unter den Blicken von FDP-Vertreter Dr. Robert Weindl parke ich aus. Hinge an der Laterne gegenüber ein Plakat der Grünen, hätte ich wohl ein schlechteres Gewissen, die Strecke nicht mit dem Bus zurückzulegen. Die letzten Meter zum Hofgarten gehe ich zu Fuß. Der Weg gleicht einem Slalom. Ob ich einen Flyer möchte? Warum nicht. Kugelschreiber? Nehme ich. Luftballon? Auf keinen Fall – unnötiger Plastikmüll. Abends geht es ab auf die Couch. Ich schrecke hoch: Sitzt Olaf Scholz nicht heute bei Lanz? Annalena Baerbock in der Wahlarena? Armin Laschet beantwortet Kinderfragen? Oder ist schon wieder Triell? Vor dem Schlafengehen nicke ich meinem grinsenden Nachbarn auf Zeit erschöpft zu. Nicht nur für die Kandidaten und ihre Parteifreunde ist der Wahlkampf ein Vollzeitjob. Am Montag ist der Spuk vorbei, zumindest kurzzeitig. Bereits in etwas mehr als 200 Tagen steht in Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl an.

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