Nachgehakt

In den Solinger Wäldern türmt sich das Fichtenholz

In einem Waldstück in Burg türmen sich seit mehr als einem Jahr Holzberge auf. Foto: Solinger Tageblatt
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In einem Waldstück in Burg türmen sich seit mehr als einem Jahr Holzberge auf.

Laut Stadt kann es zurzeit länger dauern, bis angehäuftes Reisig entfernt werden kann.

Von Kristin Dowe

Solingen. Verwundert zeigt sich eine ST-Leserin, die ungenannt bleiben möchte, über einen Holzberg, der sich nunmehr seit mehr als einem Jahr nahe ihrem Grundstück in einem Waldstück in Burg auftürme. „Hier hat es mal eine Abholzungsmaßnahme gegeben, nach der das Altholz nicht mehr beseitigt worden ist“, schildert sie. „Es sieht aus wie ein zurückgelassenes Osterfeuer. Da mache ich mir manchmal einfach Sorgen, dass das Zeug in Brand geraten könnte.“

Deshalb habe sie ihre Beobachtung über den Mängelmelder der Stadt gemeldet, wo man ihr zugesichert habe, sich der Sache anzunehmen – die Verzögerung sei der allgemeinen Coronalage geschuldet. „Zumindest sieht es so aus, als wenn die Arbeiten angefangen hätten“, erkennt die Leserin an.

Rathaussprecherin Birgit Wenning-Paulsen wirbt auf Nachfrage für Verständnis für die Situation: „Sturmereignisse, Trockenheit und der enorme Befall mit Borkenkäfern haben bereits in den vergangenen beiden Jahren zu dramatischen Schäden im Solinger Stadtwald geführt. Durch die genannten Schadereignisse ist im gesamten Stadtgebiet viel leicht brennbares Material im Wald, vorhanden.“

Solingen: Externe Dienstleister sind aktuell stark ausgelastet

Vor allem seien die Fichtenbestände in Solingen stark von Schäden betroffen, die deshalb aufgearbeitet und teils gefällt werden müssten. „Wenn die Standsicherheit der Bäume nicht gewährleistet ist, kann es wirklich gefährlich werden“, so Wenning-Paulsen. Weil das ein Problem in vielen Städten ist, „hat dies zum einen auf dem Holzmarkt ein Überangebot an Fichtenholz zur Folge, was den Absatz schwierig gestaltet und eine Abfuhr aus dem Wald oftmals verzögert. Zum anderen ergibt sich durch die Fällung ein enormes Aufkommen an Reisig. Die Aufarbeitung erfolgt überwiegend durch Lohnunternehmen, die über Maschinen verfügen, die das Material häckseln und aus dem Wald entfernen“, erklärt sie.

Die Stadt Solingen verfüge dafür selbst nicht über geeignetes Gerät und sei auf den Einsatz von Unternehmen angewiesen. Derweil seien die externen Dienstleister aktuell sehr gefragt und stark ausgelastet. Im vorliegenden Fall in Burg habe die Stadt bereits vor Wochen ein Unternehmen beauftragt.

Zwar liege der Waldbrandgefahrenindex aktuell im mittleren Bereich und die Waldbrandgefahr sei inzwischen etwas gesunken, ergänzt Dr. Ottmar Müller, Chef der Solinger Feuerwehr. Aber: „Das kann sich aber sehr schnell wieder ändern.“ Deshalb sollten Bürger einen Waldbrand sofort der Feuerwehr melden, niemals brennende Gegenstände wie Zigarettenkippen im Wald entsorgen und zudem nur an ausgewiesenen Grillplätzen grillen.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Wald nicht nur die langanhaltende Hitze als Feind. Der Borkenkäfer beschädigte zahlreiche Bäume des Solinger Waldes.

Der Zustand des Waldes im Solinger Stadtgebiet bleibt kritisch. Nach dem niederschlagsarmen Sommer 2019 hat der milde Winter nicht für einen gewünschten Ausgleich gesorgt.

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