Solinger Kulturszene

Es gibt wieder Konzerte: Das vorsichtige Ende einer Durststrecke

Im Gasthaus Schaaf können derzeit 30 Besucher den Konzerten lauschen. Und die freuen sich auf Musik von Thorsten Rheindorf.
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Im Gasthaus Schaaf können derzeit 30 Besucher den Konzerten lauschen. Und die freuen sich auf Musik von Thorsten Rheindorf.

Schaaf, Cobra, Zentrum für verfolgte Künste – es gibt wieder erste Konzerte.

Von Timo Lemmer

Solingen. Wenn am Freitag im Gasthaus Schaaf Jan & Jascha auftreten, dann ist das im Solinger Traditionslokal bereits der vierte musikalische Auftritt unter Corona-Bedingungen. Philipp Müller hat für seinen Treffpunkt in der Südstadt ein Konzept entworfen, das nach Absprache mit den zuständigen Behörden allen Schutzmaßnahmen standhält. „Wir können aktuell 30 Besucher einlassen“, sagt Müller, der sonst auch schon mal doppelt so viele Gäste hat. In Corona-Zeiten sei es aber wichtiger, überhaupt Veranstaltungen anzubieten, heißt es geschlossen aus der Solinger Kulturszene.

Im Schaaf geht es nach dem bereits ausverkauften Auftritt von Jan & Jascha an Samstagen mit Konzerten weiter. Es muss ja weitergehen, findet der Solinger Kulturbetrieb nach Monaten der Durststrecke. So folgen auf die Schaaf-Konzerte nun auch das Zentrum für verfolgte Künste und die Cobra, die in der kommenden Zeit erstmals seit März wieder öffentliche Veranstaltungen anbieten.

Solingen: Tickets für Veranstaltungen müssen vorab gebucht werden

Im Bereich des Hygienekonzepts hat man sich ausgetauscht. Die Sicherheit steht an erster Stelle und ist überall gewährleistet, betonen die Veranstalter. „Es ist gut, überhaupt mal wieder etwas veranstalten zu können“, sagt Anja Stock von der Cobra. Seit Mitte März hat es in Merscheid keine Veranstaltung gegeben, am 22. August läutet das Duo Teneja meets Frank mit einem Biergarten-Konzert das vorsichtige Comeback ein. Im Zentrum für verfolgte Künste sind es an diesem Samstag die Pirates of Love sowie Philipp Müller, die für einen musikalisch-satirischen Abend sorgen.

Die Tickets zu den jeweiligen Veranstaltungen müssen aus diversen Gründen vorher online gebucht werden. Auch das dient der Sicherheit.

Die Leute sind hungrig auf Konzerte und Veranstaltungen.

Philipp Müller, Gasthaus Schaaf

Momentan sei es ein ganz anderes arbeiten, sagt Müller. Änderungen gibt es einige. Zum Beispiel: „Die Pausen sind extra lang.“ So sollen Ansammlungen im Sanitärbereich vermieden werden. Desinfektionsmittel gehören zur Standard-Ausrüstung. Die Vorbereitungen für einen Konzertabend fressen schnell mal zwei Stunden auf, dafür läuft rund um die Veranstaltung alles entspannter ab als sonst. Dem Gast ist so ein angenehmer Aufenthalt garantiert.

Konzerte: Veranstalter bei der Programmauswahl noch eingeschränkt

„Bei der Programmauswahl sind wir natürlich ein wenig eingeschränkt“, erklärt Müller. Das liegt an den vorgeschriebenen Abständen: Im Publikum gelten zwischen unterschiedlichen Haushalten 1,5 Meter, für die Musiker untereinander ebenfalls. Sänger und Bläser müssen zudem vier Meter Distanz zu den Zuhörern wahren: Da ist der Platz schnell aufgebraucht. Im Schaaf können daher aktuell maximal Trios auftreten. Die Cobra beginnt derweil erst einmal mit Biergarten-Konzerten. 40 Tickets können ausgegeben werden, wie überall gilt die Pflicht, Sitzplätze auszuweisen.

Am 29. August probt die Cobra indes auch ein größeres Konzert. „Wir werden wohl etwa 100 Tickets verkaufen“, sagt Stock. Sonst sind es 300. Im Meistermann-Saal des Kunstmuseums werden derweil 50 Gäste zugelassen sein, also nur ein Viertel der normalen Kapazität. „Die Logistik beim Aufbau und in der Vorbereitung ist groß, aber unsere Räumlichkeiten sind auch relativ groß. Das hilft uns“, sagt Direktor Jürgen Kaumkötter, der wie alle Veranstalter auf Abstand achtet. Bis zum Platz wird – analog zur Gastronomie – das Tragen einer Maske verpflichtend sein. Nie stand es zur Debatte, aufgrund der Auflagen nicht zu öffnen: „Das Museum gehört allen, ist ein Bildungs- und Kulturort. So wie man es öffnen kann, muss man es öffnen.“ Eine Sorge kann Müller den Kollegen schon nehmen. Denn während Stock sagt: „Uns geht es auch darum, dass man die Cobra nicht vergisst. Wir wollen mal antesten, wie die Leute so drauf sind, ob überhaupt Resonanz da ist“, hat man im Schaaf bereits Erfahrungswerte gesammelt: „Die Leute sind hungrig auf Konzerte und Veranstaltungen. Und die Umsätze pro Besucher sind auch okay.“

Alle neuen Entwicklungen zum Thema Corona in Solingen finden Sie in unserem Live-Blog. Er wird laufend aktualisiert.

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