CD

Von Wilhelm Busch bis Oscar Wilde – Gedichte gegen Corona-Blues

Das Cover von Til Mette macht Lust auf den Inhalt. Foto: Valve Records
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Das Cover von Til Mette macht Lust auf den Inhalt.

Schauspielerin und Sprecherin Claudia Gahrke bringt bei Valve Records neue CD heraus.

Von Wolfgang Günther

Viele Künstler sind in dieser sonderbaren Zeit ohne Auftritte, da macht auch die vielseitige Schauspielerin und Sprecherin Claudia Gahrke keine Ausnahme. „Wir haben uns überlegt, das Leben der Menschen in ihrem jetzt oft eintönigen Alltag ein wenig aufzulockern“, erzählte die Sprecherin.

Unbekannte und launige Texte vertrauter Autoren

Mit ihrem künstlerischen Partner Andreas Schäfer suchte sie nach passenden Gedichten für eine fröhliche CD, die jetzt unter dem Titel „Vorwiegend Heiter“ vorliegt. Die lustige Titelzeichnung von Til Mette macht neugierig auf die 31 Gedichte. Es sind viele vertraute Autoren vertreten, gefunden wurden etwas unbekannte, aber nicht weniger launige Gedichte dieser Poeten. Am Anfang steht Wilhelm Busch, der sich mit dem Gedicht „Der Esel“ vorstellt, und sich mit „Zahnschmerzen“ verabschiedet. Weiter geht es auf dieser professionell eingesprochenen CD zu einer kurzen Hommage an Blumen und Bienen von Johann Wolfgang von Goethe und dem spöttischen Gedicht „Das Fräulein stand am Meere“ von Heinrich Heine.

Gedichte von Else Lasker-Schüler dürfen nicht fehlen, und selbst Wolfgang Amadeus Mozart, der nie um derbe Scherze verlegen war, ist mit kurzen Versen vertreten. Überraschend poetisch sind die Gedichte von Erich Mühsam, dem avantgardistischen, und auch anarchistischen deutschen Dichter der Weimarer Republik; er wurde 1934 im KZ Oranienburg ermordet. Im gleichen Jahr starb auch der deutsche Dichter Joachim Ringelnatz, der ebenso im Deutschland der Nationalsozialisten verfolgt, und mit Auftrittsverboten belegt wurde.

Klanggemälde von Oscar Wilde führen über den Ärmelkanal

Claudia Gahrke spricht drei der skurrilen Gedichte von Ringelnatz. Die literarische Stilrichtung Dadaismus ist mit dem Gedicht „An Anna Blume“ von Kurt Schwitters vertreten. Zwei Gedichte des verschmitzten, hintergründigen Komikers Karl Valentin führen die Rezitatorin nach München, und sie scheut mit zwei zarten Klanggemälden von Oscar Wilde zum Abschluss auch die Überfahrt über den Ärmelkanal nicht. Obwohl in Irland geboren, hatte Wilde seine Glanzzeit als Lyriker, Romanautor und Dramatiker in England. Zwangsarbeit wegen homosexueller „Unzucht“ ruiniert seine Gesundheit, er stirbt 1900 im Pariser Exil im Alter von 46 Jahren.

Die Produktion „Vorwiegend Heiter“ erscheint auf der Hörbuch-Plattform audible und auf CD: IBSN 978-3-00-067501-0, Valve Records # 9287

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