Mein Leben als Papa

Vom Suchen und Finden des zauberhaften Wunderwalds

Für Hannes und Michel ist das Drumherum meist interessanter als der Schatz selbst. Und Papa hat sowieso seinen Spaß.
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Für Hannes und Michel ist das Drumherum meist interessanter als der Schatz selbst. Und Papa hat sowieso seinen Spaß.

ST-Redakteur Gunnar Freudenberg entdeckt mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2) diesmal einen besonderen Schatz.

Ein stolzer Junge: Michel freut sich, dass er den Schatz diesmal gefunden hat.

„Und was sollen wir jetzt machen?“ Die Frage, die Michel stellte, nachdem wir endlich den Wunderwald erreicht und besucht hatten, war mehr als berechtigt. Wochenlang hatten wir uns keine Gedanken über unser Wochenendprogramm machen müssen. Bei schönem Wetter war für uns alle klar: Wir gehen auf Schatzsuche! Am 13. Mai hatten die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) und das Netzwerk „Remscheid brummt!“ die Remscheider Schatzsuche gestartet – mit einem klaren Auftrag: „Findet den Schlüssel zum Wunderwald!“ An zehn Stellen im Bergischen, die in einer echten Schatzkarte vermerkt sind, ist seitdem ein QR-Code hinterlegt. Dahinter verbirgt sich jeweils ein Rätsel. Wer es löst, erhält einen Teil einer Koordinate. Zusammengesetzt ergibt sich daraus der Schlüssel zum geheimen Wunderwald.

Die Aktion sollte eigentlich am 1. August enden, wurde nun aber bis zum 22. August verlängert. „Uns haben so viele Nachrichten von Familien erreicht, die noch nicht fertig geworden sind und gerne weitermachen würden, da konnten wir gar nicht anders“, freut sich Sarah Knörr von der Agentur Bürger Albrecht Partner, die das Projekt umsetzt, über den großen Erfolg der Schatzsuche. Mehr als 2000 Teilnehmer hätten bislang alle Rätsel gelöst und den Wunderwald gefunden. Darunter auch Hannes und Michel. Doch der Reihe nach. . .

Da war die Welt an der Wupper noch in Ordnung: Abseits eines inzwischen nicht mehr erreichbaren Schatzes matscht Michel glücklich vor sich hin.

Schon bei unserer ersten Schatzsuche sind die Jungs ganz aufgeregt und gespannt, was sie erwartet. Ich auch, denn in diesem Waldstück war ich noch nie. Hannes rennt mit Schatzkarte vor, Mama hat Google Maps im Blick und ich Michel, der im Wald gerne trödelt und sich von Steinen, Stöcken, umgestürzten Bäumen, Tieren und Bänken ablenken lässt. Als der Wald immer dunkler wird, möchte er aber lieber auf den Arm. Bis Hannes eine Lichtung entdeckt. „Hier könnte der Schatz sein“, sorgt die Mama dafür, dass Michel wieder selbst laufen möchte. Tatsächlich finden die Jungs die Schatzkiste mit dem QR-Code schnell. Auch die Rätselfrage ist mit unserer Hilfe schnell gelöst. Der erste Teil einer Koordinate gehört uns. Hannes und Michel sind zufrieden, noch mehr freuen sie sich aber über diese tolle Stelle im Wald. Hier gibt es an jeder Ecke Tipis und riesige Wurzeln, auf die man klettern kann. Oft ist das Drumherum interessanter als der Schatz selbst.

Endlich im Wunderwald: Hannes bringt Klanghölzer in Bewegung. Nur eine von vielen tollen Stationen im Wunderwald.

Mit der Aktion soll ja auch für den Wald als realer Schatz, den die Bergischen vor ihrer Haustür haben, geworben werden. Sarah Knörr war wochenlang unterwegs, um geeignete Stellen dafür zu finden. Dass ihr das gelungen ist, können wir an den kommenden Wochenenden an Hannes’ und Michels Gesichtern ablesen. An der Talsperre zum Beispiel, deren Staumauer wir aus einem anderen Blickwinkel als üblich bewundern dürfen. „Bestimmt 100 Meter hoch“, schätzt Hannes ein wenig optimistisch, bevor er uns überredet, einen abenteuerlichen Weg hinauf zu steigen. Oder im idyllischen Wald, in dem wir einen Staudamm bauen und einen Felsen erklimmen. Oder in Müngsten, wo wir mit Gummistiefeln in die Wupper steigen – nicht ahnend, dass dieser Weg samt Schatz ein paar Tage später vom Hochwasser weggespült werden würde.

An einer Schatzinsel gefällt Hannes die Umgebung allerdings überhaupt nicht. Während die Mama die Rätselfrage vorliest, bei der es diesmal um Waldameisen geht, toben sich mehrere dieser Waldbewohner in Hannes’ Sandalen auf seinen nackten Füßen aus. Das brennt höllisch. Hannes will nur noch weg.

Auf dem Rückweg warnt er aber noch eine Familie, die uns begegnet und offensichtlich auch auf Schatzsuche ist, vor den „blöden Viechern“. Es gibt in diesen Wochen fast keine Schatzsuche, bei der uns nicht auch andere Familien mit Kindern begegnen. Im gesamten Bergischen Land scheint sich diese Aktion herumgesprochen zu haben.

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Im Wunderwald, für den wir endlich alle Koordinaten gesammelt haben, sind wir an diesem frühen und etwas regnerischen Sonntagmorgen aber ganz alleine. An prominenter Stelle und doch geheimnisvoll versteckt, sorgt er bei Hannes und Michel sofort für funkelnde Augen. Und das soll sich für weit mehr als eine Stunde nicht ändern. Fabelwesen aus Holz, Spiele zum Ausprobieren, Schatzkisten und jede Menge märchenhaft Selbstgebasteltes sind wirklich noch mal eine Steigerung all der schönen Orte, die wir in den Vorwochen entdecken durften. „Der Ort steht für Zauber“, hatte Sarah Knörr zum Start der Schatzsuche angekündigt – und nicht zu viel versprochen.

„Und was sollen wir jetzt machen?“ Auf Michels Frage hatten die beiden Jungs selbst die beste Antwort. Sie bastelten einfach einen eigenen Wunderwald. Wer unseren Garten nun betritt, geht automatisch auf Schatzsuche. Und Hannes und Michel hoffen auf eine neue Auflage der Schatzsuche in den bergischen Wäldern. Spätestens im nächsten Jahr. Wir sind dabei!

Hintergrund

Aktion: Neben den TBR, dem Netzwerk „Remscheid brummt!“ und der Agentur Bürger Albrecht Partner waren auch das Regionale Bildungsbüro, Arbeit Remscheid und Journalist Horst Kläuser am Zustandekommen der Schatzsuche beteiligt. Die Schatzkarte als pdf-Datei und weitere Informationen zur Aktion, die noch bis Sonntag, 22. August läuft, gibt es im Internet:

schatzsuche-remscheid.de

Schatz: Die Schatzinsel der Denkmalschutzbehörde wurde leider von der Wupper weggespült und ist nicht mehr erreichbar. Infos dazu: schatzsuche-remscheid.de/denkmalschutzbehoerde

Zukunft: Die Schatzsuche könnte in Zukunft auch verstärkt auf Solinger Gebiet stattfinden. „Das Stadtmarketing bereits sein Interesse bekundet“, berichtet Sarah Knörr.

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