Historisches Foto

Welche Erinnerungen haben Sie an diese Gebäude?

Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen? Was verbinden Sie mit dem Motiv? 
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Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen? Was verbinden Sie mit dem Motiv? 

Altes Gebäude in Unterburg überdauerte mehr als 300 Jahre – 2019 brannte der einstige Schleifkotten ab.

Von Sebastian Dorfmüller

Heute erinnert nur noch der Brandschutt an den einstigen Schleifkotten. Bald soll er wieder aufgebaut werden.

Bei dem Gebäude des historischen Fotos vergangener Woche handelt es sich um die mittlerweile abgebrannte Waldschenke Wiesenkotten in Unterburg. Es liegt auf dem Weg von Müngsten nach Burg. „Das Gebäude war ursprünglich einer der vielen Schleifkotten an der Wupper“, schreibt ST-Leser Norbert H. Posthum. Der Ursprung des Gebäudes geht auf das 18. Jahrhundert zurück. „Es gibt jedoch keinen verlässlichen Nachweis, dass der Kotten wirklich 1715 errichtet wurde“, erklärt Norbert H. Posthum weiter. Im Wiesenkotten wurden überwiegend Tischmesser und große Messer geschliffen. „Im Vorderkotten liefen vier und im Hinterkotten sechs große Schleifsteine“, schreibt Regina Mengel. 1842 erwarb der Schleifermeister Carl Kemper das ganze Anwesen. „Mein Urgroßvater war im Besitz des Gebäudes, bis er es 1902 anlässlich eines tödlichen Unfalls eines seiner Kinder im Räderwerk des Kottens verkaufte“, schreibt Jürgen Vogt, Urenkel von Carl Kemper.

„1930 wurde Herrn Josef Becker die Erlaubnis zum Betrieb einer unbeschränkten Schankwirtschaft erteilt“, schreibt Kerstin Blanke-Höttges. Nach dem Bau der Müngstener Brücke Ende des 19. Jahrhunderts habe es immer mehr Menschen in die Gegend des Wiesenkottens gezogen.

Die Waldschenke Wiesenkotten blickt auf eine lange Geschichte zurück und weckt bei vielen schöne Erinnerungen.

„Dieser rege Ausflugsverkehr war unter anderem Auslöser für die Errichtung der Gaststätte“, schreibt Norbert H. Posthum. „In den 50er Jahren wanderten wir oft zu den Großeltern nach Schaberg“, erinnert sich Hans Gerd Rudolph. Die Gaststätte sei ein sehr schönes Ausflugslokal gewesen. Auch Regina Mengel könne sich noch an die Waldschenke erinnern. „Mein Opa ging gerne mit mir dort wandern“, berichtet sie. „Im Wiesenkotten sind wir meist jedoch nicht eingekehrt, da Opa immer gute Verpflegung dabei hatte“. Martin Leiber erinnert sich noch an die Zeit, wo er als Schüler im Wiesenkotten gekellnert hat. „Sonntags früh mit dem Katternberger Bus in die Stadt, umsteigen und dann den Rest zu Fuß durch den Wald“, erinnert er sich. „Ich musste um 9 Uhr antreten und habe dann mindestens bis 17 Uhr gezapft, gespült, gekellnert und auch abgerechnet. Eine spannende Zeit“.

Damaliger Pächter stellte Getränke für die Reiter und Pferde bereit

Iris Güldenring verbindet mit dem Wiesenkotten ebenfalls viele schöne Erinnerungen. „In den Siebzigern war ich Reitschülerin in der Reitschule Gut Jagenberg. Von dort haben wir mit unserem Reitlehrer viele Ausritte dorthin gemacht“, schreibt sie. Der damalige Pächter hätte immer ein kühles Getränk für die Reitgruppe und Wasser für die Pferde bereitgestellt. Im April 2019 berichtete das ST darüber, dass es eines der ältesten Häuser Solingens nicht mehr gibt. Der seit 1715 idyllisch an der Wupper gelegene Wiesenkotten brannte nieder. Der Sachschaden belief sich auf rund 500 000 Euro, die Brandursache war unklar. Morgens um halb sechs habe ein Radfahrer das Feuer bemerkt. „Es waren 60 Einsatzkräfte im Einsatz“, schreibt Elke Steinhaus. „Die Waldwege waren so schmal, dass die Feuerwehr nicht wenden konnte. Sie mussten dann einen Kilometer rückwärts durch den Wald fahren. Das bewundere ich sehr“.

Bald soll die Ruine jedoch geräumt werden. „Es wurde kürzlich ein Bauantrag zum Wiederaufbau eingereicht“, schreibt Kerstin Blanke-Höttges. „Die Solinger und auswärtige Gäste können sich also jetzt schon auf den neuen Wiesenkotten freuen“.

Neues Rätsel

Erkennen Sie, was wir heute als historisches Foto suchen? Was verbinden Sie mit dem Motiv? Welche Erinnerungen haben Sie? Wenn Sie eine Idee haben, worum es sich hier handelt, senden Sie uns Ihre Antworten und Geschichten doch bitte bis kommenden Donnerstag, 27. Mai, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an das Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder – noch einfacher - per E-Mail: redaktion@solinger-tageblatt.de

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