Mundart

Wie der Volk sech nen Aantog maken liët

Schnieder Schnibbel

Von Andreas Erdmann

En den 1920er Johren gof et em Solig nen Schnieder, den nüömden die Lütt Schnieder Schnibbel. Denn he koun nit mieh guot met der Scher ömgonn, wor nit mieh der Jöngste. Wibbeleg wor he, jo büs nervijös, on he koun - trotz sinnem Brell met den decken Gläsern - aleg schleiht kiëken. Doch weïl he der bellegste Schnieder em Solig wor, kom ouch aff on aan Kondschaft beï en. Su ouch an dem Deïsdag noh Peïsten, do kom der Vuogels Volk beï en en den Laden - äwwer de kom alt tem foufden Mol: „Es dann minnen Aantuog noch emmer nit ferdeg!?“, frohden der Volk den Schnibbel. „Enee, noch nit ganz“, gof de retur, „am Besten Ehr kömmt morgen ens wiër.“

Gesaiht, gedonn – bluß, wat wor dat!?

Dahs drop kom der Vuogel wiër: „Wat mackt minnen Aantuog, esse nu praat?“, woule wiëten. – „Enee, noch nit ganz“, kreïg he te hüören, „am Besten Ehr kömmt morgen ens wiër.“ Su geng et baul noch en ganze Weeke lang, dann endlech hiësch et für den Volk: „Su. Üren Aantuog es praat. Nu könnt ehr dat guode Stöck aprobieren.“

Gesaiht, gedonn – bluß, wat wor dat!? Böxe on Jack, se passden nu üöwerhoupt nit. Die Jack fiël en Faulen, de Schouler sot scheïf. Die Böx’ wor am Bucke büs spack, on eïn Böxenbeïn wor gar körter äs wie dat anger. „Wat es dann dat für ne kuomeschen Aantuog!?“, saiht do der Volk für den Schnieder.

De äwwer meïnden bluß: „Och! Dat es nit su schlemm. Ehr treckt eïfach louhts de Schouler jet huh on reihts de Schouler noh ongen, derbeï mackt Ehr den Röggen jet kroump, dann passt die Jack alt.“ – „On wat es met der Böxe?!“ – „Beï der Böxe mott men bluß den Buck on et louhter Beïn en Bettschen entrecken – dann gött sech dat sier.“ Der Vuogel mackden grad su, wie em der Schnieder gesaiht hatt. He vertrock sin Schouler, mackden den Röggen kroump on trock Buck on Beïn en.

„Dat mott jo ne guoden Schnieder sinn. . .“

Twei Fraulüt wesperden

„Süch aan, süch aan!“, riëp der Schnibbel drop freudeg ut. „De Aantuog passt jo. He passt 1 A, wie agegoten!“ Wie der Vuogel dann en sinnem nöüen Aantuog ut dem Laden trot, stongen twei Fraulütt ut Grewert derbutten an der Stroote on wesperden: „Dat mott jo ne guoden Schnieder sinn…“

„Ajo, de mott aleg guot sinn, datt de su’n Stootsstöck van Aantuog für su nen houmpelnden Kroumpstiëwel schniedern kann!“

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