Corona hat den Vogelpark arg gebeutelt

Vogel- und Tierpark benötigt einen guten Sommer

Bezirksbürgermeisterin Gundhild Hübel (l.) und Tierpflegerin Janett Heinrich im Solinger Vogel- und Tierpark am Hermann-Löns-Weg: Sie zeigten dem ST den Ort, an dem die neue Schnee-Eulen-Anlage entstehen soll. Foto: Christian Beier
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Bezirksbürgermeisterin Gundhild Hübel (l.) und Tierpflegerin Janett Heinrich im Solinger Vogel- und Tierpark am Hermann-Löns-Weg: Sie zeigten dem ST den Ort, an dem die neue Schnee-Eulen-Anlage entstehen soll.

Nach Corona fehlt Geld für dringende Investitionen, unter anderem in ein Kühlhaus und in eine neue Schnee-Eulen-Anlage.

Von Björn Boch

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Solingen. Die Stimmung im Solinger Vogel- und Tierpark ist so gut wie lange nicht. Es sind Sommerferien – schon vorige Woche war vor Ort zu beobachten, dass viele Kinder ihre Eltern an der Hand nahmen und durch den Park von Tier zu Tier zogen. Doch das Wetter könnte besser sein, und auch sonst herrscht nicht nur eitel Sonnenschein in Ohligs. Corona hat den Vogelpark arg gebeutelt. Auch um darauf aufmerksam zu machen, hat Bezirksbürgermeisterin Gundhild Hübel (SPD) den Ort als Treffpunkt für das Gespräch zur ST-Stadtteilserie vorgeschlagen. „Der Vogelpark steht ja stellvertretend für viele solcher Betriebe.“

Besonders schlimm sei es gewesen, als im Frühjahr 2020 der erste Lockdown kam: „Wir standen mit rund 5000 Euro in der Kasse da, null Einnahmen, aber 26 000 Euro Kosten im Monat“, berichtet die Leitende Tierpflegerin Janett Heinrich. Dass mit den Coronahilfen nicht immer alles reibungslos läuft, hat auch sie erfahren müssen. Hilfesuchend hatte sie sich 2020 an Behörden gewandt – und oft als Tipp erhalten, sie solle die Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. „Das geht aber gar nicht. Unsere Arbeit, das Füttern und Pflegen der Tiere, ist dieselbe – egal, ob wir öffnen dürfen oder nicht“, berichtet sie.

Dass es den Vogelpark überhaupt noch gibt, sei vielen Helfern zu verdanken, berichten Gundhild Hübel und Janett Heinrich. Als stellvertretende Beispiele nennen sie die Eulen-Aktion von Frauke Pohlmann, Schriftführerin der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft und Goldschmiedin, die mehr als 2500 Euro gebracht habe, sowie den Verkauf des Brotes mit der Eule drauf: 3000 Euro brachte die Aktion von Bäckermeister Ralf Vogelskamp und Mitinitiator Uli Preuss für den Vogelpark. Und nochmal genauso viel für die Gräfrather Fauna, die mit ähnlichen Problemen kämpft. Ja, sie seien Konkurrenten, sagt Heinrich – aber in der Coronakrise seien Fauna und Vogelpark enger zusammengerückt.

Selbst Kinder spendeten einen Teil ihres Taschengelds

„Das waren Mega-Aktionen“, bedankt sich Heinrich bei den Helfern. „Es ist unglaublich toll, was es hier an Ehrenamt und Engagement gibt“, betont Hübel. Die Liste, so finden beide, ließe sich noch lange fortsetzen: Die „Retter“-Shirt-Aktion von Lars Hommrich, die Blumeneule von Blumen Krause, die Unterstützung durch die Stadt-Sparkasse und zahlreiche Einzelspenden – selbst Kinder spendeten Teile ihres Taschengelds – haben den Tierparks geholfen.

Dennoch: „Das Loch, das Corona gerissen hat, werden wir so schnell nicht wieder füllen“, betont Janett Heinrich. Vor der Pandemie habe man jahrelang nicht extra um Spenden bitten müssen, nun sicherten nur sie das Überleben. „Und wir brauchen einen guten Sommer“, so Heinrich.

Denn für Investitionen fehlen gerade die Mittel. So braucht der Vogelpark dringend ein neues Kühlhaus für Obst und Gemüse – das jetzige fällt immer mal wieder aus. Und die Schnee-Eulen brauchen eine neue Anlage. Die alte war baufällig und musste abgerissen werden, derzeit leben die Schnee-Eulen provisorisch im alten Affenhaus.

Sie und alle anderen Tiere in Ohligs – und natürlich auch in der Gräfrather Fauna – freuen sich über viele Gäste. „Den Tieren war im Lockdown langweilig, sie brauchen die Besucher“, berichtet Heinrich.

Dass derzeit weder Test- noch Anmeldepflicht besteht, hilft. „Und wir setzen weiter auf Sicherheit“, so Heinrich. So halte der Vogelpark am Einbahnstraßenkonzept ebenso fest wie an weiteren Maßnahmen zur Hygiene.

Den Vogelpark unterstützen können Sie unter anderem mit Tierpatenschaften. Ein Video mit Janett Heinrich zu diesem Thema:

Alle bisherigen Folgen der Stadtteilserie finden Sie hier:

solinger-tageblatt.de/vor-ort

Vogelpark

Geöffnet: Der Vogelpark, Hermann-Löns-Weg 71, ist das ganze Jahr offen – im Sommer täglich von 9 bis 18 Uhr.

Preise: Ab 16 Jahre: 5 Euro, ermäßigt: 4 Euro, Kinder (3 bis 15): 2,50 Euro.

wordpress.solinger-vogelpark.de

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