Jubiläum

Vogel-Bauer strahlt Zuversicht aus

„Wir sind sehr zuversichtlich“, sagt die Geschäftsleitung von Vogel-Bauer, Lutz Vogel, Mats Mathiasen, Regine Mathiasen und Gerald Vogel (v.l.), mit Blick auf die kommenden Wochen. Foto: Tim Oelbermann
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„Wir sind sehr zuversichtlich“, sagt die Geschäftsleitung von Vogel-Bauer, Lutz Vogel, Mats Mathiasen, Regine Mathiasen und Gerald Vogel (v.l.), mit Blick auf die kommenden Wochen.

Jubiläum in der Corona-Krise: Edelstahl-Familienunternehmen wird 75 Jahre alt.

Von Timo Lemmer

Solingen. Den Rahmen für das 75. Firmenjubiläum hatte sich die dritte Generation von Vogel-Bauer anders ausgemalt. Die Corona-Krise macht allerdings auch vor dem Familienunternehmen in Wald nicht Halt. Man habe schon ein gewisses Tal durchschreiten müssen, erklärt die Geschäftsleitung. „Uns hat es verzögert getroffen, erst Mitte April haben wir den Einbruch zu spüren bekommen“, sagt Gerald Vogel. Zwischen 35 und 40 Prozent sei der Umsatz zwischenzeitlich eingebrochen, ergänzt Mats Mathiasen als Mann der Zahlen. Zum 1. Juni war man daher nicht umhin gekommen, Kurzarbeit anzumelden.

Inzwischen sei man aber schon wieder auf dem aufsteigenden Ast: „Wir sind wieder bei etwa 75 Prozent unseres üblichen Produktionsvolumens angelangt“, sagt Mats Mathiasen. Das Solinger Unternehmen geht so gelassen wie möglich mit der Krisensituation um. Das hat mit der Erfahrung aus vergangenen Tagen zu tun. „Mit 75 Jahren wird man immer entspannter. Entscheidend ist, was im Herbst passiert“, weiß Gerald Vogel.

Die letzte Krise, 2009, macht aber Mut. „Wir sind als Service-Center meist die Letzten unserer Branche, die in das schwierige Fahrwasser geraten, sind dann aber auch schnell wieder draußen.“ Das lehrt zumindest die Vergangenheit. Außerdem ist das Edelstahl-Unternehmen breit aufgestellt: „Durch unsere hohe Flexibilität werden wir schnell wieder Futter bekommen.“

Das Unternehmen hat in den vergangen Jahren noch einmal deutliche Sprünge gemacht. Es sitzt an der Schnittstelle zwischen „Herstellerwerken und verarbeitender Industrie“. Zu den „hochwertigen Flacherzeugnissen in Edelstahl-Rostfrei“ gehören beispielsweise Präzisionsplatinen, Bleche, Spaltbänder oder Zuschnitte. Über konkrete Abnehmer wahrt Vogel-Bauer Diskretion. Nur soviel: „Renner der letzten 15 Jahre sind das Bauwesen. Oder auch die Innenräume für den Geschirrspüler eines großen deutschen Herstellers.“

Im September soll im Alten Bahnhof groß gefeiert werden

Der Anteil der Produkte, die in die Automotive-Branche gehen, liegt inzwischen nur noch bei rund 20 bis 25 Prozent. Das war Ziel des Unternehmens, das vor rund zehn Jahren noch zu 40 Prozent Automotive-Abnehmer hatte. „Wir wollten uns hier breiter positionieren“, sagt Regine Mathiasen, Assistentin der Geschäftsführung. Es ist gelungen, wie der Kaufmännische Geschäftsführer Lutz Vogel unterstreicht.

Für die Zukunftsausrichtung nennt er neben dem Bauwesen noch andere Zukunfts- und damit Zielbranchen: So etwa die Medizin- und Lebensmitteltechnik, als auch die Möbelindustrie. Ihr Service am Edelstahl, der aufgewickelt auf teilweise tonnenschweren Coils in Wald eintrifft, umfasst alle möglichen Arbeitsschritte: vom Längs- und Querteilen über das Bearbeiten der Längskanten bis zum Schleifen und Bürsten der Bandoberflächen.

Gerald Vogel erklärt es an einem griffigen Beispiel: „Wir stellen nicht selbst die Grillzange her, sondern liefern unserem Kunden das ideale Halbprodukt, an dem er nur noch wenige Fertigungsschritte auszuführen hat.“ Angedacht zum Jubiläum ist weiterhin, im September groß im Alten Bahnhof zu feiern. Wenn die Lage das nicht erlaubt, werden die Feierlichkeiten um ein Jahr verschoben. Denn feiern wollen sie, und fest im Sattel sitzt Vogel-Bauer trotz Krise auch: „Wir sind sehr zuversichtlich“, sagt die Geschäftsleitung mit Blick auf die kommenden Wochen.

Das Unternehmen

Zahlen: Die Vogel-Bauer Edelstahl GmbH & Co. KG zählt auf 75 Mitarbeiter. Die reine Grundstücksfläche auf der Focher Straße beträgt 10 000 Quadratmeter, von denen 5700 für Produktionshallen und Verwaltung genutzt werden. Zum Umsatz macht der Mittelständler keine Angaben, Gerald Vogel verrät: „Umsatz und Menge haben sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt.“

Familie: Gerald Vogel (54), Lutz Vogel (59) und Regine Mathiasen (58) sind Geschwister. Mathiasens Sohn Mats (29) ist bereits im Unternehmen, und auch sein Bruder Jan (24), der aktuell in Münster studiert, hat sich für diesen Weg entschieden: Das Familienunternehmen wird also ein Familienunternehmen bleiben.

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