Neubaugebiet

Vockert: Letzte Phase der Planung läuft

Wenn am Montag die Runde zum Bebauungsplan für Vockert startet, geht es auch um die Frage, ob das Neubaugebiet nur über den Klingenpfad erreichbar ist oder zusätzlich über eine alte Zuwegung. Fotos: Christian Beier
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Wenn am Montag die Runde zum Bebauungsplan für Vockert startet, geht es auch um die Frage, ob das Neubaugebiet nur über den Klingenpfad erreichbar ist oder zusätzlich über eine alte Zuwegung.

Ab Montag entscheidet die Politik, ob an der Börsenstraße 27 Häuser gebaut werden dürfen.

Von Philipp Müller

Solingen. Für das Neubaugebiet in Vockert an der Börsenstraße soll ab Montag in der letzten Runde für den Bebauungsplan H 667 in der Politik über das Vorhaben selbst und die Bedenken der Anlieger abgestimmt werden. Sogar eine Bürgerinitiative hatte sich gegründet, (das Tageblatt hatte darüber berichtet) die sich gegen 27 Wohneinheiten wenden, die der Solinger Rechtsanwalt und Projektentwickler Dr. Norbert Zimmermann dort errichten und vermarkten will.

Die Kritiker führen drei Hauptargumente ins Feld: Mit den Häusern verschwinde zu viel Natur. Wenn die Fläche versiegelt werde, seien die Häuser am Wüstenhofer Weg von Überflutung bedroht. Letzter Kritikpunkt ist die Zufahrt über den Klingenpfad, der sei zu schmal und an der Ausfahrt zur Börsenstraße halte der Bus. Dies hatten sie im August schriftlich gegen den Bebauungsplan eingebracht. Bewerten musste das das Rathaus.

Dort erklärten Planungsdezernent Hartmut Hoferichter (parteilos), Kerstin Mager-Stanowski, städtebauliche Planung und Carsten Knoch, Mobilität, dem ST, warum die Verwaltung glaubt, gut gerüstet in die Sitzungen gehen zu können. 

Neubaugebiet in Vockert: Das sind die drei Streitpunkte

Starkregen: Bei diesem Thema habe man auf die hohe Qualifikation der Experten von den Technischen Betrieben vertraut, erklärt Mager-Stanowski. Die Straßen würden speziell v-förmig nach innen gebaut, so dass bei Starkregen das Wasser durch die Mitte der Straße laufe. Ein Kanalsystem führe es entweder an den Mischwasserkanal der Börsenstraße ab oder in eine Versickerungsmulde am Tiefpunkt des Baugebiets. Die Kanäle seien so ausgelegt, dass sie selbst viel Wasser aufnehmen könnten, bevor es verzögert weiterfließe. Zum Wüstenhofer Weg hin liegt zudem ein Damm, der das Wasser daran hindern soll, den Hang hinunter zu fließen.

„Wir roden keinen Wald für die neuen Häuser.“

Kerstin Mager-Stanowski, Abteilungsleiterin Planung

Natur: Mager-Stanowski betont, dass das angrenzende Naturschutzgebiet nicht bebaut werde. Auch gelte dies: „Wir roden keine Wälder für die neuen Häuser.“ Dezernent Hoferichter sieht dort eine unbewaldete Brache, die neu genutzt werde. Früher war auf dem Areal ein Camping-Platz – einige Wagen verrotten dort noch – und ein Festplatz der Hahneköpper. Zimmermann hatte berichtet, nach dem Errichten der Häuser viele Naturräume schaffen zu wollen, dazu auch die Eigentümer der Grundstücke zu verpflichten.

Zufahrt: Schon 2004 hätten die Widderter im ersten Schritt eine Zufahrt über den Weg zum Campingplatz abgelehnt. Der sei auch mit vier Metern viel zu schmal, der Klingenpfand biete dagegen sechs Meter Planungsbreite. Beide Zugänge jeweils als Einbahnstraße zu nutzen, hält Mager-Stanowski für das kleine Baugebiet für „ungewöhnlich“ und auch nicht nötig. Über den Zugang Klingenpfad würden maximal 30 Autos pro Stunde in der Spitze fahren. Die Sache mit der Bushaltestelle sei auch nicht endgültig, betonte Carsten Knoch. Der Bebauungsplan schaffe zunächst nur die rechtlichen Möglichkeiten. Mehr nicht. Er selbst sieht die Bushaltestelle ein Stück weiter Richtung Wüstenhofer Weg. Das hatte die Bezirksvertretung aber 2019 abgelehnt.

Beratung des Bauvorhabens

Der Bebauungsplan für das neue Baugebiet in Vockert muss noch drei Hürden nehmen. Nach der erneuten Bürgerbefragung entscheiden kommenden Montag zunächst die Bezirksvertretung Burg/Höhscheid und im Anschluss der Planungsausschuss über den Bebauungsplan. Das machen sie in einer gemeinsamen Sitzung. Der dritte Akt findet am 1. Oktober in der letzten Sitzung des Stadtrats in alter Zusammensetzung statt. Danach bleibt Kritikern nur noch der Klageweg.

Im Solinger Stadtteil Wald will Kondor Wessels das Projekt "Greeen" bauen. Auch hier haben Anwohner bedenken - unter anderem wegen der Parksituation.

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