Historisches Foto

Solinger Wahrzeichen feiert runden Geburtstag

Dieses Solinger Wahrzeichen feiert runden Geburtstag. Uns interessieren Ihre Geschichten: Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem „Stangentaxi“? 
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Dieses Solinger Wahrzeichen feiert runden Geburtstag. Uns interessieren Ihre Geschichten: Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem „Stangentaxi“? 

Zahlreiche Leser erkannten das frühere Gebäude der Konsumgenossenschaft Solidarität.

Von Kristin Dowe

Dieses Solinger Wahrzeichen feiert runden Geburtstag. Uns interessieren Ihre Geschichten: Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem „Stangentaxi“? Schreiben Sie uns gerne bis Donnerstag, 16.Juni, eine E-Mail mit dem Betreff „Historisches Foto“. redaktion@solinger-tageblatt.de

Beim Anblick unseres historischen Fotos vom vergangenen Samstag hat es offenbar bei vielen Leserinnen und Lesern gleich „klick“ gemacht. So erkannten alle Einsender richtig, dass es sich bei dem trutzigen Anwesen um das Gebäude des früheren Saatguthandels Frey an der Prinzenstraße in Ohligs handelt. Zu dem Schnappschuss in schwarz-weiß erreichte die Redaktion eine Vielzahl von Zuschriften. Auch wenn wir nicht alle Erinnerungen berücksichtigen konnten, bedanken wir uns ganz herzlich bei allen, die mitgemacht haben.

Früher befand sich in dem imposanten Gebäude ein Saatguthandel.

Wie zum Beispiel Horst Rosenstock, der zu berichten weiß, dass das Gebäude vor den Zeiten der Samenzucht zur ehemaligen Konsumgenossenschaft Solidarität gehörte. „Ich habe lange Jahre mit einem Kollegen gearbeitet, welcher als Bäckermeister bei Konsum beschäftigt war. Bei Flora Frey war ich 23 Jahre angestellt und hatte mit den ehemaligen Firmen Max Frey und Flora Sämereien zu tun“, erinnert er sich.

Zur Zeit der Konsumgenossenschaft Solidarität gab es laut Andreas Heiser neben einem Geschäft eine Bäckerei, den „Zwiebelbau“, den „Nudelbau“ und den Pferdestall. In Bezug auf die Bäckerei sei ihm ein Bild in prägender Erinnerung geblieben, verrät er dem ST: „Von 1982 bis 1985 habe ich dort gearbeitet und in der ehemaligen Bäckerei mit den vielen Mäusen gelebt, die durch die Warmluftzüge der alten Backöfen durch das ganze Haus krochen und sich auch an den Sämereien den Magen füllten.“ Eine amüsante Anekdote hat auch Rudi Ott aus der frühen Nachkriegszeit beizutragen: So habe unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Nachricht in seiner Siedlung die Runde gemacht, dass die Lebensmittel- und Saatgutbestände bei der Firma Frey nicht mehr bewacht würden. Sofort hätten sich auch seine Mutter und er, damals neun Jahre alt, mit vielen Nachbarn dorthin auf den Weg gemacht, um etwas Brauchbares zu ergattern.

Heute sollen in dem Gebäude verschiedene Projekte umgesetzt werden.

Gleich säckeweise hätten einige Beteiligte damals ihre „Beute“ weggeschleppt – bis sie eine herbe Enttäuschung erwartete: „Zu Hause angekommen mussten viele ernüchtert feststellen, dass es sich um Saatgut handelte, das tagelang eingeweicht oder gekocht werden musste, um es verwertbar zu machen, wenn überhaupt.“ Er selbst hingegen habe mit einigen Kartons Süßstoff einen guten Fang gemacht.

In direkter Nachbarschaft von Flora Frey wohnte Christa Clemens als Kind. So hätten ihre Eltern damals in der Siedlung Maubes ein Haus gebaut, in das die Familie 1959 einzog. „Hier konnte ich aus meinem Kinderzimmer immer das imposante Gebäude der Firma Frey Sämereien sehen“, weiß die Solingerin noch. Als Jugendliche habe sie als Hilfskraft dort im Büro gearbeitet − anfangs für einen Stundenlohn von 2,20 DM.

In der Nähe des Gebäudes gehen Kröten auf Wanderschaft

Auf ein Phänomen der Gegenwart macht Sybille Hauke, Sprecherin der Solinger Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aufmerksam: In der Umgebung der Mauer im Vordergrund sammle sie jedes Jahr mit anderen Naturschützern im Frühjahr Kröten auf und trage sie über die Straße. Sonst würden die Tiere auf ihrer Wanderung zum Laichplatz am Stiehls Teich beim Überqueren der Straßen überfahren. „Der Baustellenverkehr und parkende Lkw auf dem Rasenstück davor machen uns Sorgen um die Zukunft der Krötenpopulation“, gibt die Naturschützerin zu bedenken und fragt: „Wie wird es erst werden, wenn im Gebäude alle geplanten Einrichtungen in Betrieb gehen?“

Der Solinger Unternehmer Mirko Novakovic will in der Immobilie neben Büroflächen unter anderem ein Restaurant, ein Fitnessstudio und ein Coworking-Space errichten.

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