Charlie-Chaplin-Klassiker

Viel Beifall für eine gelungene Stummfilmadaption

Die „Lichter der Großstadt“ überzeugten die Besucher im Theater und Konzerthaus.
+
Die „Lichter der Großstadt“ überzeugten die Besucher im Theater und Konzerthaus.

Das Landestheater Neuss gastierte mit „Lichter der Großstadt“ im Pina-Bausch-Saal.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Am Ende spendeten die rund 30 Zuschauer derart laut und begeistert Beifall, dass man hätte denken können, es sei ein 100-köpfiges Auditorium im Pina-Bausch-Saal anwesend gewesen. Schade war es trotzdem, dass die faszinierende Stummfilmadaption des Charlie-Chaplin-Klassikers in Solingen so gering besucht war.

Zu erleben waren 80 Minuten außergewöhnliche und niveauvolle Unterhaltung durch dichtes Pantomimen-Spiel, das den legendären Charlie Chaplin gefühlt wieder auferstehen ließ: Gesten, Schritte, Schrittfolgen, Mimik und Choreographie statt Worte addierten sich zu intensiver Live-Piano-und Geigen-Musik und überzeugten mit fesselnd starker Ausdruckskraft. Caroline Stolz und Antonia Schirmeister inszenierten für das Rheinische Landestheater Neuss die Geschichte vom armen Tramp, der sich in ein blindes Blumenmädchen verliebt und für sie zu Geld kommen möchte, um ihr Augenleiden zu verbessern. In einem Bühnenbild von Engelbert Rieksmeier und Jonas Henke, dass die Handlung in eine verschneite Straße mit schiefer Laterne setzte und immer wieder neue Schneeflocken auf das Geschehen niederrieseln ließ, agierten die beiden gegen eine Hand voll bedrohlicher Schergen, die mit überdimensionalen starren Masken finstere Bösartigkeit ausstrahlten.

Die Figur des Tramps, des armen Landstreichers mit steifer Melone, schwarzem Schnurrbart, Anzug und ausgelatschten Schuhen entwickelte Chaplin schon 1914: Johannes Bauer schlüpfte nahtlos in die Rolle und gab ihr die gewünschte Kinder-Naivität, gekoppelt mit der Würde eines Gentlemans.

Romantisch, verträumt, gewitzt und zielstrebig, machte er Anna Lisa Grebe als Blumenmädchen den Hof, stellte sich mutig gegen seine Widersacher und rang mit der gespaltenen Persönlichkeit seines millionenschweren Gönners mit Alkohol-Problem.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Ehepaar Schultz übernimmt Kantine im Finanzamt
Ehepaar Schultz übernimmt Kantine im Finanzamt
Ehepaar Schultz übernimmt Kantine im Finanzamt
Cobra will sich der Jugend stärker öffnen
Cobra will sich der Jugend stärker öffnen
Cobra will sich der Jugend stärker öffnen
Festival „Pow Wow You“ ist Startrampe für Karrieren
Festival „Pow Wow You“ ist Startrampe für Karrieren
Festival „Pow Wow You“ ist Startrampe für Karrieren
Digitalisierung: Solingen erfindet sich neu
Digitalisierung: Solingen erfindet sich neu
Digitalisierung: Solingen erfindet sich neu

Kommentare