Cobra

Viel Applaus für Premiere von „Das Machtspiel“

Auf der Bühne der Cobra schlüpfte Metehan Capaci in verschiedene Rollen.
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Auf der Bühne der Cobra schlüpfte Metehan Capaci in verschiedene Rollen.

Der Solinger Metehan Capaci trat in der Cobra erstmals als Kabarettist auf.

Von Tanja Alandt

Solingen. Eigentlich ist Metehan Capaci in Solingen durch seinen früheren Vorsitz im Jugendstadtrat bekannt – am Freitagabend präsentierte sich der Politikwissenschaftler jedoch in der Cobra als Kabarettist. Nicht nur „Das Machtspiel“ war eine Premiere. Mit dem Stück wandte sich der Solinger generell erstmals dem Theater zu. Angelehnt ist das Kabarett an die beiden US-Netflix-Serien „The Queen´s Gambit“ und „The highest man in the castle“.

Etwa 150 Personen kamen geschätzt zu der rund zweistündigen Aufführung über das Thema Macht, das durch Livemusik von den zwei angehenden Erwachsenen Lara und Brian angereichert wurde. Brian begleitete Lara am Keyboard, die „Mad World“, „Sag mir wo die Blumen sind“, „Dear Mr. President“ oder „Loose Control“ sang.

Mit einer Zeitreise behandelte der 26-jährige Capaci aus verschiedenen Perspektiven die Themen um Machtspiele und Machtstrukturen sowie Herrschaft in Verbindung mit Propaganda, Rassismus sowie Kriege um Ressourcen für mehr Macht oder den Machterhalt.

Beginnend im Jahr 1898 schlüpfte Metehan Capaci zunächst in die Rolle des Soziologen Max Weber in der Universität Heidelberg und erklärte beispielsweise dem Publikum, dass Macht von Natur aus existiert und erst einmal nicht schlecht ist, wenn beispielsweise eine Mutter ihr Kind dazu bringen kann, Spinat zu essen oder eine Lehrerin ihre Schüler zu den Hausaufgaben bewegen könne.

In der nächsten Rolle als Nationalsozialist sprach er über den Propaganda-Minister Goebbels und die funktionierende Propaganda, die all die Gräueltaten erst möglich gemacht hatte.

Durch den dargestellten George W. Bush berichtete er im Jahr 2013 angekommen unter anderem von den Kriegen um Öl oder darüber, dass vielen Kindern in Afrika Wassers vorenthalten werde. Besonders großen Applaus erhielt er, als er abschließend die jungen Menschen im Publikum zum Wählen aufrief und ihnen erklärte, wie wichtig ihre Stimme sei und die Demokratie nur dadurch lebe.

Capaci ermahnte zudem, gewisse Informationen oder Medien kritisch zu hinterfragen und bat, sich politisch und sozial zu engagieren. „Um eine Ordnung auf der Welt zu schaffen, braucht es keine blutigen Hände, sondern Zusammenhalt“, so Capaci. Weiter erhielt er große Zustimmung, als er zum Umgang mit Macht und Machtpositionen sagte: „Nutzt euren Verstand und euer Herz, was uns stärkt, ist nicht Hass, sondern Liebe. Wählt immer Liebe und Respekt!“

Außerdem mahnte er dazu, aus all den vergangenen Grausamkeiten, bei denen so viel Blut floss, zu lernen und Hand in Hand zusammenzuhalten, anstatt sich gegenseitig abzuschlachten. Als er „In uns allen fließt das gleiche Blut in den Adern“, sagte, standen die Zuschauer auf und applaudierten lautstark. Wann die nächste Aufführung stattfindet, ist noch nicht bekannt.

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