Bergische Symphoniker

Viel Applaus für Musik aus dem Orient

Beim letzten Konzert in dieser Saison nahmen die Bergischen Symphoniker ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise in den Orient.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Höhepunkt des Abends war die symphonische Dichtung des türkischen Komponisten Fazil Day aus dem Jahr 2009, der mit seiner „Istanbul Symphonie“ diese farbenprächtige Stadt porträtiert und sie – als Türke, der in Berlin und Düsseldorf studiert hat – westlichen Ohren nahebringen möchte.

Mit Percussionist Murat Coskun, Muhuttin Kemal Temel am Kanun, einer Kastenzither, und Flötistin Valentina Bellanova, einer Virtuosin auf der arabischen Ney hatte Generalmusikdirektor Daniel Huppert hochkarätige Solisten eingeladen, die sich mit ihren Instrumenten in den außergewöhnlichen Klangteppich hineinwebten, den das Orchester ausrollte.

Die Musiker hätten „viel Arbeit“ bei dem Stück, hatte Huppert zuvor im Einführungsvortrag erläutert. Ungewöhnliches wie Dreizehn/Achtel-Takte, schnelle Tempo- und Rhythmuswechsel schufen eine authentische Atmosphäre der Stadt, die als Schmelztiegel verschiedener Kulturen sowohl für Orient als auch für Okzident steht. Den Musikern verlangte die Interpretation viel Konzentration und Lust auf Herausforderungen ab. Der langanhaltende Applaus bewies am Ende, wie trefflich die Symphoniker diese Aufgabe lösten. Geführt von Huppert und akzentuiert von den Solo-Instrumentalisten, schufen sie mit spürbarer Motivation und Begeisterung für das Auditorium sieben Sätze lang einen musikalischen Genuss besonderer Sinnlichkeit. Die Fülle der Klangfarben schien unerschöpflich. Mal krachend laut, mal leiser, mal bedrohlich, mal zart, mal quirlig, mal sorgfältig sortiert: Von einem Moment zum anderen wechselten Musiker und Zuhörer die Kulturen.

Vor der Pause hatten drei kleinere Stücke im gut zur Hälfte gefüllten großen Konzertsaal bereits auf das Thema eingestimmt. Mozarts Ouvertüre zu seiner Oper „Entführung aus dem Serail“ zeigte seine Vorstellung von Orient. Überraschung zum Auftakt waren fünf Percussionisten, die Mozarts türkisches Marsch-Motiv auf Rahmentrommeln von den Seiten des Saals zum Orchester trugen.

Mit Ravel „Shéhérazade“ spannen die Symphoniker märchenhafte und zum Teil verschleierte Klang-Gespinste, die viel Magie atmeten und Ravels Vorstellung von Orientalisch widerspiegelten. Mit Camille Saint-Saëns „Bacchanale“ aus der Oper „Samson et Dalila“ lieferten die Symphoniker einen furiosen Tanz, der exotisch anmutende Lebensfreude in den Konzertsaal brachte.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Merscheid verabschiedet sich von Kita
Merscheid verabschiedet sich von Kita
Merscheid verabschiedet sich von Kita
Corona: So geht es mit den Zugangsregeln im Rathaus weiter
Corona: So geht es mit den Zugangsregeln im Rathaus weiter
Corona: So geht es mit den Zugangsregeln im Rathaus weiter
Auto touchiert Bus - Fahrer verletzt
Auto touchiert Bus - Fahrer verletzt
Auto touchiert Bus - Fahrer verletzt
So rüstet sich die Stadt Solingen für hohe Energiepreise
So rüstet sich die Stadt Solingen für hohe Energiepreise
So rüstet sich die Stadt Solingen für hohe Energiepreise

Kommentare