Neue Formate sollen helfen

VHS: Corona lässt Teilnehmerzahlen sinken

Seit fast zwei Jahren bestimmt die Pandemie den Alltag der Bergischen Volkshochschule. Trotz der Herausforderungen ist Leiterin Anna Lenker überzeugt: „Die Volkshochschule kann Krise.“ Archivfotos: Christian Beier
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Seit fast zwei Jahren bestimmt die Pandemie den Alltag der Bergischen Volkshochschule.

Online- und Hybridformate haben sich an der Bergischen Volkshochschule etabliert.

Von Manuel Böhnke

Trotz der Herausforderungen ist Leiterin Anna Lenker überzeugt: „Die Volkshochschule kann Krise.“

Solingen. Die Teilnehmerzahlen bei der Bergischen Volkshochschule (VHS) leiden unter der Corona-Pandemie. 2019 besuchten noch rund 40 000 Personen die Kurse und Einzelveranstaltungen. 2020 sank die Zahl auf etwa 28 000. Im vergangenen Jahr war laut Anna Lenker ein neuerlicher Rückgang auf 18 000 zu verzeichnen. Die VHS-Leiterin zeigt sich jedoch optimistisch, dass sich die Zahlen bald wieder positiv entwickeln. Dabei sollen auch neue Formate helfen.

Die Solinger Politik beschäftigt sich in diesen Tagen mit dem Jahresabschluss 2020 sowie dem Wirtschaftsplan 2022 der Volkshochschule. Das Minus im ersten Pandemie-Jahr ist geringer ausgefallen als zwischenzeitlich befürchtet. Die meisten vom Lockdown unterbrochenen Kurse konnten fortgesetzt werden, an anderer Stelle kamen digitale Formate zum Einsatz. Zudem wirkten sich ein Sonderprogramm und reduzierte Aufwendungen positiv aus.

Die Volkshochschule kann Krise.

Anna Lenker, Leiterin der Bergischen Volkshochschule

Gleiches gilt für die Tatsache, dass die VHS die Mittel nach dem Weiterbildungsgesetz ungekürzt abrufen konnte und gleichzeitig rund 480 000 Euro aus dem Notfonds Weiterbildung der nordrhein-westfälischen Landesregierung zugesprochen bekommen hat. „Das Ergebnis 2020 zeigt, dass all die installierten Maßnahmen die gewünschte Wirkung für die VHS und die Mutterkommunen hatten“, betont Lenker.

Deutlich bekam die VHS die Auswirkungen der Pandemie auch im abgelaufenen Jahr zu spüren. Zwischenzeitlich konnte nur ein Drittel der normalerweise stattfindenden Kurse angeboten werden. Einerseits waren Präsenzveranstaltungen untersagt, andererseits zeigten sich die potenziellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Anmeldung zunehmend zögerlich.

Das ist das Programm der VHS für 2022

So laufen die Angebote der VHS unter Corona-Bedingungen

Die VHS hat auf die unsicheren Rahmenbedingungen reagiert. „Im Allgemeinen haben sich neben dem Kursbetrieb in Präsenzform auch Kursformate im Online- oder Hybridformat etabliert“, erläutert Anna Lenker. Abhängig von der pandemischen Lage sei es möglich, zwischen Präsenzkurs und Onlineveranstaltung zu wechseln. Erprobt wurden auch andere Methoden, beispielsweise Livestreams mit verschiedenen Beteiligungsmöglichkeiten, zeitlich unabhängig abrufbare Lernvideos und Podcasts. Die Kurse richteten sich teilweise an eine jüngere Zielgruppe, „doch auch die ältere Generation haben wir mit unseren neuen Formaten angesprochen“. Grundsätzlich habe die VHS die Zeit genutzt, um das Programm zu reformieren und durch bisher ungekannte Angebote zu ergänzen. Anna Lenker stellt „besonders stolz“ fest: „Die Volkshochschule kann Krise.“

Das muss sie auch 2022 unter Beweis stellen. Es wird erwartet, dass die Entgelte in diesem Jahr weiter zurückgehen. Das sei zwangsläufig der Fall, wenn man die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Infektionsschutzgründen senken muss, erklärt die Leiterin. Nichtsdestotrotz sei die derzeitige Nachfrage „als positiv zu bewerten“. Anklang finden demnach vor allem Angebote, die unter 2G-plus-Bedingungen stattfinden. Steigende Anmeldezahlen seien unter anderem bei Sprach- und EDV-Kursen sowie in den Bereichen Kultur, Schulabschlüsse und Gesundheitsbildung festzustellen. Zurückhaltender sei das Publikum in Sachen Familien- sowie politische Bildung.

Die VHS-Verantwortlichen zeigen sich optimistisch, dass 2023 wieder Normalität einkehrt. Die Finanzplanung sieht für das kommende Jahr etwa eine Verdopplung der Einnahmen durch Teilnehmerentgelte vor. Diese soll, stellt Anna Lenker klar, nicht durch eine Erhöhung der Gebühren erzielt werden. Vielmehr rechnen die Verantwortlichen damit, dass die Kurs- und Teilnehmerzahlen sich im kommenden Jahr wieder normalisieren: „Die Coronaeinschränkungen hoffen wir im nächsten Jahr überwunden zu haben, so dass dann wieder mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu uns kommen können.“

Hintergrund

Die Städte Solingen und Wuppertal sind Gesellschafter der Bergischen Volkshochschule. Die Städte teilen die jährlich zu zahlende Zweckverbandsumlage untereinander auf. Der Anteil richtet sich nach der Einwohnerzahl, Solingen muss demnach rund 31 Prozent tragen. Für das Jahr 2022 sind das rund 1,53 Millionen Euro nach knapp 1,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Wuppertal trägt 2022 die übrigen 3,42 Millionen Euro.

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