Die verzwickte Sache mit dem Räuchertofu

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ST-Reporterin stellt ihre Ernährung um

Von Anja Carolina Siebel

Nun bin ich bereits in der dritten Woche der Ernährungsumstellung. Und was soll ich sagen? Das meiste klappt erstaunlich gut. Es gibt auf meinem Speiseplan kein Fleisch mehr, allein auf Fisch möchte ich nicht verzichten. Täglich etwa 400 Gramm Gemüse und 250 Obst zu vertilgen fällt mir gar nicht mal so schwer. Und: Drei Liter trinken, Tee oder Wasser, auch daran gewöhnt man sich.

Allein mit den Rezepten, nun ja, da gibt es schon manchmal Ergebnisse, die – sagen wir – nicht so ganz dem entsprechen, was ich bisher unter „lecker“ verbucht hatte. Jüngst verriet mir mein schlaues Rezeptbuch ein Gericht, das mich als ausgesprochenen Pasta-Fan sehr ansprach: Basilikum-Nudeln mit allem möglichen Drum und Dran. Unter anderem: Speck. „Mööp“ warnte mich mein innerer Ernährungsberater.

Tofu wird wohl nie die Nummer eins auf dem Speiseplan

Da war doch was. Genau. Speck ist nicht, seit Frau sich vegetarisch, oder, wie der Neudeutsche gern sagt „pescetarisch“ ernährt. Denn immerhin gibt es auf dem Speiseplan ja noch Fisch. Und wer kein Fleisch, aber noch Fisch isst, schimpft sich in der modernen Welt nun mal „Pescetarier“. Nun gut, zum Speck: Was konnte also die Alternative sein? Mein Blick wanderte in das Chefkoch-Forum im schlauen Internet, in dem sich, natürlich, auch fleischlos lebende Menschen austauschen. „Räuchertofu“ sprang mir da ins Auge. Oha. Ich erinnerte mich noch gut an meine ersten Tofu-Versuche, die alles, aber nicht lecker waren. Und der Freund, den ich in meine Koch-Pläne einweihte, machte mir auch gleich Mut: „Schmeckt wie Schweißfüße.“ Gut, dass es in meinem Freundeskreis aber auch Menschen gibt, die sich seit Jahren vegetarisch oder sogar vegan ernähren. Sie hatten gute Tipps auf Lager: „Mit viel Sojasoße anbraten“, lautete zum Beispiel einer. „Vor allem lange anbraten“, ein durchaus brauchbarer anderer. Mit viel Zwiebeln wird’s schon gehen, dachte ich mir. Und es ging ja auch. Allerdings wird Tofu, so denke ich, nie die Nummer eins auf der Liste meiner Geschmacksknospen-Erfreuer werden. Aber ein paar Enttäuschungen gehören eben auch dazu auf dem Weg in ein gesundes und vor allem nahrhaftes Leben.

Die Entschädigung brachte schließlich ein selbst gemachter Feigenaufstrich, den ich am nächsten Morgen glücklich auf mein – diesmal gelungenes – selbst gebackenes Vollkornbrot schmierte. „Schmeckt wie Nutella“, dachte ich mir kurz. Na ja, man wird ja auch noch mal träumen dürfen.

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