Fahndung

Vermisste ist schon früher bedroht worden

Von Hanaa S. fehlt schon seit vier Wochen jede Spur.
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Von Hanaa S. fehlt schon seit vier Wochen jede Spur.

Bislang sind nur wenige Hinweise zum Verschwinden der Solingerin eingegangen.

Von Hans-Peter Meurer

Weiterhin fehlt von der seit dem 22. April verschwundenen Solingerin Hanaa S. jede Spur. Auch nach der Öffentlichkeitsfahndung der Polizei von Mittwoch sind bis gestern Abend keine konkreten Hinweise auf den Aufenthaltsort der 35-Jährigen eingegangen.

Die Staatsanwaltschaft schließt ein Gewaltverbrechen nicht mehr aus. Ein Motiv könnte in Familienstreitigkeiten liegen. Nach ST-Informationen hat sich die Mutter mehrerer Kinder bereits im Frühjahr 2014 von ihrem Mann getrennt und einem anderen zugewandt. Mit dem wohnt sie aber nicht zusammen, jedoch war dies für diesen Monat geplant.

Der neue Lebenspartner der gebürtigen Irakerin war es auch, der die 35-Jährige am Morgen des 21. April gegen 8.30 Uhr zuletzt an ihrer Wohnadresse, einem Mehrfamilienhaus an der Hasselstraße, gesehen hat. Einen Tag später erstattete er Vermisstenanzeige. Eine elfköpfige Ermittlungskommission ist seitdem eingerichtet.

In der Wohnung der Vermissten wurden Kampfspuren gefunden

Nach ST-Informationen gibt es in der inzwischen versiegelten Wohnung der 35-Jährigen eindeutige Hinweise darauf, dass die Frau entweder Hals über Kopf die Räume verlassen hat oder verschleppt worden ist. Auch Hinweise auf Kampfspuren haben Kripobeamte in der Wohnung gefunden. Ob diese frisch oder älteren Datums sind, steht noch nicht fest.

Im Herbst vergangenen Jahres hatte die Frau, die zwischenzeitlich als Verkäuferin in einem Solinger Döner-Laden beschäftigt war, Anzeige bei der Polizei erstattet, weil ihr Noch-Ehemann sie bedroht haben soll.

Der wohnt seit Monaten in Köln, weitere Angehörige seiner Großfamilie in Ohligs, Bad Fallingbostel (Niedersachsen) und Düsseldorf. In der Landeshauptstadt leben seit der Trennung der Eheleute auch die Kinder der Vermissten bei Verwandten.

All dies sei der Grund dafür gewesen, dass „nach längeren Vorlaufermittlungen“ am Dienstag die Durchsuchungen von Wohnungen in Ohligs, Köln, Düsseldorf und Bad Fallingbostel stattgefunden hätten, erklärte gestern der für Kapitalverbrechen zuständige Wuppertaler Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt. Dabei hatte es auch sieben vorläufige Festnahmen von Angehörigen des Ehemannes, sechs Männer und eine Frau, gegeben.

„Nach ihren Vernehmungen haben wir alle wieder auf freien Fuß gesetzt, weil sich ein konkreter Tatverdacht bislang nicht erhärten ließ. Angeblich wissen sie nichts zum Verschwinden der 35-Jährigen“, sagte Kaune-Gebhardt.

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