Mobilitätstag

Verkehrswende in Solingen: Noch wartet viel Arbeit

Trotz des schlechten Wetters beteiligten sich mehr als 130 Radfahrer an der Sternfahrt in die Innenstadt und der kurzen Tour durch die City.
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Trotz des schlechten Wetters beteiligten sich mehr als 130 Radfahrer an der Sternfahrt in die Innenstadt und der kurzen Tour durch die City.

Der erste Solinger Mobilitätstag litt unter dem schlechten Wetter – 130 Teilnehmer an Sternfahrt.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Der Wandel hin zur Elektromobilität ist in Gange. „Eine umweltschonende Antriebsart alleine löst unsere innerstädtischen Probleme aber nicht“, betonte Andreas Budde (parteilos). Deshalb warb Solingens Beigeordneter für Planung, Bauen, Verkehr und Umwelt am Sonntag mit weiteren Akteuren für eine umfassende Verkehrswende. In der Innenstadt fand Solingens erster Mobilitätstag statt. Dabei standen der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sowie der Radverkehr im Fokus.

Die Aktion geht auf einen Antrag von SPD, Grünen, FDP und Linke/Die Partei im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität und Wohnungswesen zurück. Die Fraktionen hatten Ende März einen Tag für nachhaltige Mobilität gefordert. Der Termin sollte in der Europäischen Mobilitätswoche liegen, die noch bis Donnerstag läuft. Parallel dazu finden derzeit die Solinger Nachhaltigkeitstage statt („Das passt sehr gut: Ein Handlungsfeld dabei ist Mobilität“, erklärte Ariane Bischoff.

Beigeordneter Andreas Budde warb beim ersten Solinger Mobilitätstag für die Verkehrswende.

Die Leiterin der Stabsstelle für Nachhaltigkeit und Klimaschutz betonte, dass es für die Verkehrswende notwendig sei, verschiedene Mobilitätsformen zusammenzuführen. ÖPNV und Radverkehr nehmen dabei Andreas Budde zufolge eine Schlüsselrolle ein. Potenzial sieht er vor allem bei E-Bikes, die das Radfahren in der topographisch anspruchsvollen Klingenstadt erleichtern. Auch scheinen E-Roller für viele Solinger ein attraktives Angebot darzustellen. 40 000 Ausleih-Vorgänge verzeichneten die verschiedenen Anbieter im August in der Klingenstadt. „Das ist schon beachtlich“, fand Budde. Derzeit befinde sich die Stadt zudem in Gesprächen mit Anbietern von Leih-E-Bikes.

Das alles seien Bausteine, um die Verkehrswende voranzutreiben. Gleichzeitig brauche es die finanziellen Möglichkeiten, um das ÖPNV-Angebot auszubauen. Auch in Sachen Radinfrastruktur gebe es Nachholbedarf, ergänzte Ariane Bischoff. Derzeit arbeite die Stadt daran, bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an öffentlichen Gebäuden zu schaffen. „Vor allem entlang der Hauptstraßen braucht es Wege, auf denen sich Radfahrer sicher fühlen.“ Budde stimmte dem zu, räumte jedoch ein, dass das Umsetzen solcher Maßnahmen häufig langwierig sei. Doch der Aufwand lohne sich. „Die Verkehrswende bietet große Chancen für die City“, zeigt sich der Technische Beigeordnete überzeugt. Wo Parkplätze wegfallen, entstehe mehr Raum für Aufenthaltsqualität und Grün, gleichzeitig sinke die Emissionsbelastung.

„Die Verkehrswende bietet große Chancen für die City.“

Andreas Budde, Beigeordneter

„Für die Verkehrswende braucht es Willen – der ist an vielen Stellen nicht vorhanden“, kritisierte Reiner Nießen vom Verkehrsclub Deutschland. Dieser sei vor allem notwendig, um das ÖPNV-Angebot und die Situation für Radfahrer zu verbessern. Gleichzeitig brauche es den Mut, den Stellenwert des Autos zu senken, etwa durch konsequente Parkraumbewirtschaftung und weniger Parkplätze. Bislang vermisst Nießen die nötige Konsequenz.

„Noch ist in Solingen viel zu tun“, bestätigte Bernhard Stoer. Er ist Vorsitzender des Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Clubs (ADFC) Solingen. Der Kreisverband hatte am Sonntag mit Partnern zur ersten Fahrrad-Sternfahrt in der Klingenstadt aufgerufen. Von verschiedenen Stellen aus machten sich Gruppen auf dem Weg zum Neumarkt. Dort sammelten sie sich für eine Abschlussrundfahrt durch die City. Mehr als 130 Radfahrer waren der Einladung gefolgt – der ADFC hatte auf 300 gehofft. Diese Zahl hat wohl das schlechte Wetter am Sonntag verhindert. Auch an den Ständen auf dem Neumarkt herrschte wenig Betrieb.

Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt

Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt
Erster Solinger Mobilitätstag in der Innenstadt © Michael Schütz

Dennoch zeigte sich Stoer angesichts des Regens mit der Teilnehmerzahl zufrieden. Um mehr Menschen für den Umstieg aufs Fahrrad zu begeistern, brauche es zusätzliche und breitere Radwege. Dies, so sein Eindruck, habe man im Rathaus verstanden. „Viele Menschen wollen umsteigen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.“

Mobilitätstag

Beim Mobilitätstag waren am Sonntag mehrere Institutionen auf dem Neumarkt vertreten. Dazu zählten neben Polizei und Verkehrswacht unter anderem der ADFC, der Verkehrsclub Deutschland, die Stadtwerke sowie der Verein Velo Solingen.

Standpunkt von Manuel Böhnke: Besser heute als morgen

manuel.boehnke@solinger-tageblatt.de

Das Wetter hat am Sonntag nicht für den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad geworben. Am Regen wird es zu großen Teilen wohl auch gelegen haben, dass den ersten Mobilitätstag in der Innenstadt hauptsächlich Personen besucht haben, die ohnehin schon auf Alternativen zum motorisierten Individualverkehr setzen. Darüber hinaus war das Interesse begrenzt.

Dabei hat die hohe Nachfrage nach dem Neun-Euro-Ticket gezeigt, dass viele Menschen bereit sind, vermehrt Strecken mit Bus und Bahn zurückzulegen. Zudem scheint der Anteil der Fahrrad- und E-Bike-Fahrer auf Solingens Straßen stetig zuzunehmen.

Die Notwendigkeit zur Verkehrswende ist in vielen Köpfen angekommen. Dieser Schwung muss mitgenommen werden. Denn aller guter Wille stößt an Grenzen, wenn man sich mit dem Rad entlang der Hauptverkehrsstraße unsicher fühlt oder der Bus Randgebiete nur zu ungünstigen Zeiten anfährt. Es braucht gute Angebote – besser heute als morgen. 

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