ST vor Ort

Verkehr: Politiker setzen auf Fördermittel

Linienbusse sollen im Verkehrskonzept eine größere Rolle spielen. Details wird die Politik ab Jahresende beraten.
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Linienbusse sollen im Verkehrskonzept eine größere Rolle spielen. Details wird die Politik ab Jahresende beraten.

Konzept soll voraussichtlich Anfang 2023 ausgeschrieben werden. Der Fokus soll dann auf Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV liegen.

Von Philipp Müller und Björn Boch

Solingen. Die Ausschreibung für das Verkehrskonzept Innenstadt – und in einem weiteren Schritt für ein gesamtstädtisches Mobilitätskonzept – soll im ersten Quartal kommenden Jahres starten. Das erklärte der zuständige Dezernent Andreas Budde (parteilos) in einem ST-Gespräch bereits vor der Sommerpause. Aktuell würden alle verfügbaren Kräfte für die Aufstellung des Nahverkehrsplans benötigt. „Aber wir bereiten das so weit vor, dass wir danach mit dem Verkehrskonzept starten.“

Eine Förderzusage gebe es bereits, das Konzept werde extern vergeben. „Wir müssen es aus der Verwaltung heraus betreuen, brauchen aber ein spezialisiertes Büro, das Kapazität und Ideen einbringt.“ Parallel finde die Aufstellung des Flächennutzungsplans statt, bei dem definiert werde, „was für uns das Hauptnetz ist“, auch mit Blick auf Lkw-Navigation. Eine große Rolle werde der Radverkehr spielen: „Wir haben im Fokus, den Radverkehr zu stärken. Mit den E-Bikes gibt es ganz andere Möglichkeiten als vor zehn oder 15 Jahren.“ Da brauche es passende Angebote in der Infrastruktur.

Das neue Verkehrskonzept für die Innenstadt macht allein schon der Neubau der Sparkasse für den Bereich Neumarkt und Kölner Straße notwendig. Wird eine Mehrzweckarena am Weyersberg gebaut, muss das ganz große Rad gedreht werden. Gestern hatte das ST berichtet, dass es harte Verhandlungen in der Politik geben wird.

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Der Doppelkreisel am Dickenbusch ist quer durch den Stadtrat umstritten. Die geplante BHC-Arena ebenfalls. Unklar ist, wann es zu einer Umsetzung des Konzepts kommen kann. Carsten Becker (CDU) will das alles im Zusammenhang mit dem Konzept City 2030 betrachten. Dieses denkt die Innenstadt, die Bedeutung von Handel, Wohnen und Aufenthaltsqualität neu. Der Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses sagt aber auch: „Es ist mir ein großes Anliegen, unseren Bürgerinnen und Bürgern nicht Wolkenkuckucksheime zu versprechen.“ Eine Entlastung der Innenstadt in Sachen Verkehr müsse „realistisch und so schnell wie möglich vor Ort umzusetzen“ sein.

Bürgermeister Thilo Schnor (Grüne) leitet den zweiten wichtigen Ausschuss für das Verkehrskonzept, den für Klima und Mobilität. Er umreißt einige Stationen des Beratungsverfahrens: „Ein Verkehrskonzept für die Innenstadt wird aus vielen Bestandteilen bestehen, die unterschiedliche Förderpotenziale haben. Der Kostenrahmen könnte angesichts der zusätzlichen Straßenbauforderungen bei Planungen zur Bergischen Arena leicht einen zweistelligen Millionenbetrag an Investitionen mit sich bringen.“

Alle Teile der Stadtteilserie

Schnor gibt zu bedenken, dass eine Umsetzung für den Kern der City leichter zu erreichen sei. Denn „eine veränderte Verkehrsführung im zentralen Innenstadtbereich, die mit zur Aufwertung der Aufenthaltsqualität führt“, dürfte größere Chancen auf Fördergeld haben, wenn sie Fuß- und Radverkehr als auch ÖPNV gegenüber dem individuellen Autoverkehr voranbringe. „Sowohl der Bund wie auch das Land fördern im Rahmen der Verkehrswende und mit Blick auf die Anpassung an den Klimawandel diese Art des Stadtumbaus.“ Becker ist da bei der Ausgangslage an der Seite Schnors: „Es werden auch mit Fördermitteln finanzierbare Lösungen gefunden werden, die uns bis 2030 – in Anlehnung an das Projekt City 2030 – eine völlig andere Innstadt präsentieren werden.“

Serie

In der Stadtteilserie blickt das Tageblatt beim nächsten Mal auf die Situation auf der Baustelle der Sparkasse am Neumarkt. Am Samstag beschäftigt sich die Stadtteilserie dann mit der Zukunft der Clemens-Galerien.

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