Lennestraße

Verkehr in Ohligs soll sich ändern - Jongens sind kompromissbereit

Die Ohligser Jongens halten an ihrem Ziel fest, den Doppelkreisel zu attraktivieren.
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Die Ohligser Jongens halten an ihrem Ziel fest, den Doppelkreisel zu attraktivieren.

Verwaltung und Ohligser Initiativen sind sich uneinig über den Auto- und Busverkehr im Zentrum des Stadtteils.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Für Mitte Oktober hat die Verwaltung ein Gespräch mit Vertretern Ohligser Initiativen und der Politik des Stadtteils angesetzt. Ziel ist es, einen Kompromiss für den Busverkehr durch das Zentrum in Ohligs zu finden. „Das Thema löst Emotionen aus“, erklärte Dr. Jörg Wacker am Montag. Bei der Mitgliederversammlung der Ohligser Jongens holte sich der Präsident ein Stimmungsbild ein. Der Tenor: Das Ziel bleibe, Busse aus dem Bereich Weststraße zu verbannen. Beim Autoverkehr zeigen sich die Jongens kompromissbereit.

Seit 2020 setzt sich der Verein für eine Attraktivierung des Doppelkreises an der Weststraße und eine bus- und autofreie Lennestraße ein. Die Hoffnungen: mehr Aufenthalts- und Lebensqualität, Impulse für die Gastronomie, eine Verbesserung des Mikroklimas.

So könnte eine neue Linienführung aussehen

Die Verwaltung stellte jüngst eine mögliche neue Linienführung vor. Demnach würden die Busse der Linien 782, 791 und 792 nicht mehr durch die Ohligser City fahren. Die Linien 691 und 783 sollen in Zukunft nicht mehr die Lennestraße passieren, sondern die Weststraße beziehungsweise Heiligenstock und Parkstraße oder Rennpatt. Eine Haltestelle nahe dem Ohligser Markt hält die Verwaltung als ein attraktives ÖPNV-Angebot für wichtig.

Die Jongens schätzen die Lage anders ein. Michael Vermoehlen hat die Frequentierung beobachtet und kommt zu dem Schluss: „Es steigt kaum jemand ein und aus – dafür werden die Busse durch die Ohligser Innenstadt geschickt.“ Mit Michael Morsbach machte er den Standpunkt des Vereins klar. Für die von der Verwaltung angedachte Verkehrsführung müssten nach Vermoehlens Einschätzung Bäume und Parkplätze weichen. Zudem werde die Weststraße weiterhin belastet – zum Nachteil der Gastronomie. Die Jongens sprechen sich dafür aus, die Linien in einem weiteren Bogen um das Zentrum zu planen.

Den städtischen Vorschlag nannte Jörg Wacker einen „faulen Kompromiss“. Und doch kann er dem Entgegenkommen der Verwaltung Positives abgewinnen: Dass drei Linien nicht mehr durch die Ohligser City fahren sollen, zeige, „dass unser Ansatz richtig ist“. Nun gehe es darum, alle Beteiligten zu überzeugen. Vor den Gespräch mit den Verkehrsplanern Mitte Oktober möchte der Präsident mit den anderen Akteuren im Stadtteil – etwa die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG), die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) und Haus & Grund – eine Linie finden: „Wir müssen klarmachen, was die Bürgerschaft will.“

Auf Initiative der Ohligser Jongens ist die Lennestraße noch bis Ende Oktober weitestgehend für den Durchgangsverkehr tabu. „Mit Blick auf die Sperrung für Busse haben wir positives Feedback erhalten“, erklärte Michael Vermoehlen. Der Ausschluss des Autoverkehrs habe hingegen für Gegenwind gesorgt. OWG und ISG hatten negative Auswirkungen für den Handel bemängelt. Ungünstig sei die parallele Sperrung der Aachener Straße gewesen, räumen die Jongens ein. Und zeigen sich kompromissbereit. Denkbar sei, die Lennestraße in Zukunft zeitweise für den Durchgangsverkehr zu sperren, etwa an Wochenenden oder im Sommer.

Ohligser sollen ihre Meinung sagen: Umfrage zu Verkehr auf der Lennestraße

Mit einer Online-Umfrage wollte Vereinsmitglied Dr. Cathrin Rohleder die Meinung der Ohligser zur verkehrsberuhigten Lennestraße herausfinden. Rund 500 Personen beteiligten sich an der nicht repräsentativen Erhebung. 70 Prozent sprachen sich dafür aus, die Lennestraße weiterhin für den Bus- und Durchgangsverkehr zu sperren. Die Neugestaltung des Doppelkreisels befürworteten rund 80 Prozent.

70 Prozent wünschen sich, dass die neue Möblierung der Lennestraße dauerhaft besteht. Die Ohligser Jongens haben ein „Citydeck“, ein Terrassensystem zum Überbauen öffentlicher Parkplätze, gemietet. Während des Sommers fanden dort kleinere Veranstaltungen statt. Die Resonanz sei – abgesehen von nachträglichen Beschwerden über die Lautstärke – positiv gewesen. Die Mitglieder sprachen sich dafür aus, Spenden für den Kauf des Citydecks zu akquirieren. Jörg Wacker hält die Investition für lohnenswert – auch für den Fall, dass die Verkehrsberuhigung der Lennestraße keine Zukunft hat. Das Citydeck könne auch an anderer Stelle stehen. Wobei der bevorzugte Standort der Ohligser Jongens kein Geheimnis ist.

Neue Mitglieder

21 neue Mitglieder haben die Ohligser Jongens am Montagabend aufgenommen. Alle Bewerbungen seien seit der Hauptversammlung im April dieses Jahres eingegangen, erklärte Dr. Jörg Wacker. Der Präsident des Vereins freut sich über diese Entwicklung: „Das bezeugt das Interesse an unserer Arbeit und das Vertrauen in unsere Aktivitäten.“ Nunmehr zählen die Ohligser Jongens 86 Mitglieder.

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