Vergnügliche „Fledermaus“ im Theater

Von Klaus Günther

Das erste Theatervergnügen nach dem Krieg war eine Operette, und bis heute hat die Operette in Solingen nichts an Beliebtheit eingebüßt. So sorgte denn auch das Gastspiel der Johann-Strauss-Operette Wien für ein volles Haus. Das Tourneetheater hat hier bereits mehrfach durch geschmackvolle Aufführungen erfreut. Diesmal konnte es mit Strauss’ unsterblichem Werk „Die Fledermaus“ begeistern.

Gabriel von Eisenstein – Giorgio Valenta spielte ihn als feschen Bonvivant – muss ins Gefängnis (Beamtenbeleidigung). „Oh je, wie rührt mich dies“ singt er im Terzett mit Ehefrau und Stubenmädchen. Dabei haben alle drei ganz andere Pläne. Gattin Rosalinde – Catarina Coresi gab sie charmant und mit strahlendem Sopran – erwartet einen alten Verehrer. Zofe Adele möchte so gern auf einen Ball – dank hübscher Stimme und viel Temperament wurde Christine Holzwart in dieser Rolle zum Liebling des Publikums. Auch Eisenstein geht, statt in den Knast, erst einmal auf den Ball des Prinzen Orlovsky (mit reizvoller Altstimme Evelyn Lennert). An seiner Stelle findet der Gefängnisdirektor Frank bei Rosalinde ihren Verehrer Alfred (Hristofor Yonov), der sich ein Liebesabenteuer versprochen hatte. Alle Verwirrungen resultieren aus einer Intrige des Dr. Falke (Christian Peter Kotsis mit gepflegtem Bariton), der sich endlich dafür rächen will, dass ihn Freund Eisenstein einst im Fledermauskostüm dem Gespött der Menge ausgesetzt hatte. Beim Ball, wo sich Rosalinde mit einem hinreißend gesungenen Czardas als Ungarin einschmuggelte, wirkte er als „Maitre du plaisir“.

Als unwiderstehliche Stimmungskanone erwies sich Adeles Tante Ida (Nera Nicol). Es war eine vorzügliche, höchst unterhaltsame Aufführung, bei der Bettina Schmitt am Dirigentenpult für den musikalischen Schwung sorgte.

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