Prozess

Vergewaltigung im Heim: Zeugen sagen aus

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48-Jähriger soll sich an Seniorin vergangen haben. Nachbarn beschreiben seine Persönlichkeit.

Von Dirk Lotze

Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung einer wehrlosen, 84 Jahre alten Solingerin hörte das Landgericht Wuppertal am Mittwoch Zeugen aus dem Umfeld des Angeklagten (48). Nachbarn und Arbeitgeber zeichneten ein Bild seiner Persönlichkeit. Die Richter müssen nun entscheiden, ob eine Gefahr von ihm ausgeht – und ob zum Schutz der Allgemeinheit dauerhafte Sicherheitsverwahrung in Betracht gezogen wird. 

Der Gelegenheitsarbeiter bestreitet die Tat. Eine DNA-Spur belastet ihn allerdings. Er soll am frühen Morgen des 27. Mai ein Pflegeheim in der Innenstadt betreten haben. Laut Anklage schlich er sich in ein Zimmer, das die Seniorin mit ihrem ebenfalls pflegebedürftigen Mann bewohnte. Er habe sich ins Pflegebett zur 84-Jährigen gelegt und sich an ihr vergangen. Dabei habe er sie im Intimbereich verletzt. Dann sei er geflohen. 

Laut Zeugen bemerkte der Mann des Opfers die Tat nicht. Er habe nur einen Fremden im Zimmer gesehen. Die Frau sei durch eine Krankheit fast völlig bewegungsunfähig und könne nicht sprechen. 

Eine Ärztin berichtete, die Seniorin habe den Eindruck vermittelt, Schmerzen zu leiden. Pflegerinnen sagten aus, sie hätten Flecken und Blut im Bett der 84-Jährigen bemerkt und deshalb die Polizei gerufen. Der genetische Fingerabdruck des Angeklagten befand sich laut einem Bericht des Landeskriminalamts wegen einer früheren Tat in einer Datenbank. Es bestehe kein Zweifel an einer Übereinstimmung. 

Der Prozess wird am Montag fortgesetzt

Zum Hintergrund des Mannes sagten Zeugen aus, er habe sich mit einer Nachbarin wegen der Mülltonnen gestritten. Ein Wirt einer Solinger Gaststätte sagte: „Er trinkt gern mal ein Bierchen. Was ist daran falsch?“ Eine frühere Chefin des 48-Jährigen berichtete dagegen von Streit mit dem Angeklagten: „Bei mir wird während der Arbeit kein Bier getrunken.“ Mitarbeitern zufolge habe der Angeklagte das übergangen, wenn die Chefin das Haus verließ. 

Einem Vermieter zufolge war die Wohnung des Mannes unaufgeräumt. Bei der Auflösung habe er festgestellt: Der Strom sei monatelang abgestellt gewesen. Er habe verdorbene Lebensmittel aus dem Kühlschrank ausgeräumt. Der alleinstehende Angeklagte habe zudem Frauenschuhe verwahrt. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

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