Verein

Haus & Grund sieht Bau-Boom in Ohligs als Chance

Bernd Clemens (links), Max Schunke und Jürgen Müller vom Vorstand von Haus & Grund haben die Geschäftsstelle an der Düsseldorfer Straße erweitert. Foto: Philipp Müller
+
Bernd Clemens (links), Max Schunke und Jürgen Müller vom Vorstand von Haus & Grund haben die Geschäftsstelle an der Düsseldorfer Straße erweitert.

Verein feiert 100-jähriges Bestehen. Mieten werden im Stadtteil weiter steigen.

Von Philipp Müller

Im Jubiläumsjahr hat der Ohligser Verein Haus & Grund 1722 Mitglieder. „2000 sind das Ziel“, sagt Bernd Clemens, Vorstandsmitglied des Vereins für Haus-, Wohnungs- und Grundstückseigentümer. Der Grund: In Ohligs und Aufderhöhe boomt der Bau von Wohnungen und Häusern. Da werde das Angebot des Vereins von Neueigentümern auf jeden Fall gefragt sein, ist sich der Vorsitzende Max Schunke über die Wachstumschancen sicher. Er schätzt die Situation des Wohnungsmarktes wegen des Drucks aus der Rheinschiene auf Ohligs als „schwierig“ ein. Die Mieten würden moderat weiter steigen. Einkommensschwache Personen hätten es nicht leicht, für sie bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Es war im Jahr 1897. Da trafen sich die ersten Eigentümer von Immobilien und Liegenschaften und gründeten zunächst als lose Verbindung den Ohligser Haus- und Grundstückseigentümerverein. Man wolle sich aber ins Vereinsregister eintragen lassen, beschloss der Vorstand um den Vorsitzenden Otto Hammesfahr. Doch dazu kam es erst 1920. Am 24. Januar 2020 will Haus & Grund das feiern.

Jürgen Müller ist als Bausachverständiger seit 40 Jahren Mitglied im Verein und Vorstand. Damals habe es eine Vollzeit- und eine Halbtagskraft gegeben. Heute sind sieben Mitarbeiterinnen für den Verein tätig. Daher habe man sich entschlossen, die Geschäftsstelle an der Düsseldorfer Straße im gleichen Gebäude um rund die Hälfte zu erweitern, um das Angebot für die Mitglieder stemmen zu können, erklärt Schunke. Außerdem habe man nun auch Platz für Wohnungseigentümerversammlungen, die der Verein betreue.

Düsseldorf ist aber nicht nur wegen der Adresse das bestimmende Stichwort. Neumitglieder kämen aus der Landeshauptstadt, berichtet Max Schunke, der als Rechtsanwalt in einer eigenen Kanzlei arbeitet. Investoren von der Rheinschiene fragten nach, ob sie in Solingen, besonders in Ohligs Immobilien kaufen könnten. Denn Haus & Grund vermittelt auch Häuser, wenn die Mitglieder das wünschen. Auch die Wohnungsverwaltung gehört mittlerweile zum Angebot. „Doch das Hauptgeschäft ist die Betreuung der Mitglieder“, sagt Müller (» Kasten).

Dafür müssen die Mitglieder zahlen. Aber fünf mündliche Beratungen pro Jahr rund um Probleme mit Mietern, Behörden oder anderen Fragen gehören zum kostenlosen Service. Ausbleibende Mieten gehören zu den größten Sorgen der Mitglieder, erklärt Schunke. Das werde sich bei steigenden Mieten auch nicht ändern. Daran hat er keinen Zweifel. Würden sich auf eine freie Wohnung in der Innenstadt höchstens fünf Interessenten melden, seien es in Ohligs und Aufderhöhe schnell 100 potenzielle Mieter.

Kaltmieten jenseits der 10 Euro sind in Ohligs längst Realität

Als Kaltmiete seien 8 bis 10 Euro längst marktüblich, erklärt Jürgen Müller. Teilweise würde es schon darüber liegen. Dramatisch schnell werde die Miethöhe nicht ansteigen, betont Vorstandsmitglied Bernd Clemens. Der frühere Wirtschaftsförderer der Stadt geht von einer moderaten aber stetigen Steigerung aus.

HAUS UND GRUND

VEREINSZIEL Haus & Grund Solingen-Ohligs will die Interessen der privaten Haus- und Grundeigentümer gezielt vertreten. Der Ohligser Verein gehört dem Landesverband Haus & Grund Rheinland neben 41 weiteren Vereinen an. Der Verband berät und unterstützt die ihm angeschlossenen Vereine in NRW. Er unterhält als Lobbyist dazu Kontakte zur Landesregierung und zu den gesetzgebenden Körperschaften des Landes Nordrhein-Westfalen.

www.hugso.de

Der Bau-Boom werde in Ohligs und Aufderhöhe so lange andauern, wie an der nahen Rheinschiene die Preise auf hohem Niveau verharren würden, sind sich die drei Vorstandsmitglieder einig. Es werde auch weiter hauptsächlich in Eigentumswohnungen investiert. Da liegen aus Sicht von Haus & Grund die größten Verdienstchancen für Anleger in den Zeiten von Null-Prozent-Zinsen. In den öffentlich geförderten Wohnraum fließe fast gar kein privates Geld. Das liege auch an der Mietpreisbindung und der alle drei Jahre gesetzlich auf 15 Prozent gedeckelten Möglichkeit, die Miete nach der Sozial-Bindung auf tatsächliches Markt-Niveau anheben zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Markt und Fußgängerzone: So geht es mit den Arbeiten in Ohligs weiter
Markt und Fußgängerzone: So geht es mit den Arbeiten in Ohligs weiter
Markt und Fußgängerzone: So geht es mit den Arbeiten in Ohligs weiter
Ein Familienverein blüht in der Ferienidylle auf
Ein Familienverein blüht in der Ferienidylle auf
Ein Familienverein blüht in der Ferienidylle auf
Durch Fonds: Acht Leerstände in Solingen mit Leben gefüllt
Durch Fonds: Acht Leerstände in Solingen mit Leben gefüllt
Durch Fonds: Acht Leerstände in Solingen mit Leben gefüllt
Hohe Krankenstände in Solinger Unternehmen
Hohe Krankenstände in Solinger Unternehmen
Hohe Krankenstände in Solinger Unternehmen