Lutherkirchen-Bauverein zog Bilanz

Verein sammelt 1,05 Millionen Euro für die Lutherkirche

Der Lutherkirchen-Bauverein blickte auf seine vergangenen Projekte zurück, um die Lutherkirche zu erhalten. Foto: Christian Beier
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Der Lutherkirchen-Bauverein blickte auf seine vergangenen Projekte zurück, um die Lutherkirche zu erhalten.

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens zog der Lutherkirchen-Bauverein Bilanz. Er bleibt aktiv, um das Gotteshaus zu erhalten.

Von Karl-Rainer Broch

Am Samstag feierte der Lutherkirchen-Bauverein in der Lutherkirche mit einem Festakt sein 25-jähriges Bestehen. Der Verein war ursprünglich angetreten, um die Gemeinde bei Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen. Er sorgte auch dafür, dass die Kirche im Jahr 2011 nicht aufgegeben wurde, sondern mit Hilfe von vielfältigen Spenden und Veranstaltungserlösen weiter bestehen konnte.

Bauvereins-Vorsitzender Hansjörg Schweikhart vermeldete die Erfolgszahlen: „Wir konnten bis heute 1,05 Millionen Euro der Gemeinde zur Verfügung stellen. Von 2011 bis 2018 waren es 500 000 Euro, dazu kommen 200 000 Euro aus dem Verkauf eines geerbten Hauses und 70 000 Euro Zusatzeinnahmen für einen klar definierten baulichen Zweck.“

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Schweikharts Bilanz umfasste nicht nur die zwei bereits vollendeten Sanierungen für jeweils 500 000 Euro. Man geht jetzt den dritten Bauabschnitt der noch nicht sanierten Fassade an, die mit 200 000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes unterstützt wird. Außerdem sollen neben der Trockenlegung der Kirche ihre Innensanierung und –gestaltung folgen.

In den 1950er Jahren war die Kreuzturmkirche eine der schönsten in Deutschland. Doch die Jugendstilelemente wurden zugunsten nüchterner Sachlichkeit übertüncht, das hölzerne Chorgestühl herausgerissen. Kanzel, Altar und Taufbecken mussten ebenfalls weichen. „Bildersturm“ nennt Schweikhart das heute.

Das ehemalige Sakralgebäude wurde seither doppelt genutzt – zum einen als Versammlungsort der Kirchengemeinde und zum anderen als Veranstaltungskirche, zumeist für Konzerte. Durch diese Aktionen – zusätzliche Öffnung an Samstagen und Sonntagen, Turmbesteigungen und die seit 2006 gestarteten abendlichen Außenbeleuchtung – wurde der Bekanntheitsgrad der Lutherkirche erhöht.

Lutherkirche soll für die heutige Zeit fit gemacht werden

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) kennzeichnete die Lutherkirche als „Fingerzeig Gottes in Solingen“.

DIE LUTHERKIRCHE IM WANDEL DER ZEIT

BAU Die Lutherkirche wurde 1901 fertiggestellt. Im Innenraum haben 700 Personen Platz. Der Turm hat eine Höhe von 85 Metern. Die Baukosten betrugen 550 000 Goldmark.

BAUVEREIN 1994 wurde der Lutherkirchen-Bauverein gegründet, den von Beginn an Hansjörg Schweikhart als Vorsitzender führt. Die Gemeinde konnte die damals ermittelten Schäden bei einem Sanierungsbedarf von 6,5 Millionen DM nicht auffangen und war auf Spenden angewiesen.

SPENDEN 2011 sollte die Lutherkirche aufgegeben werden. Das verhinderte der Bauverein, der in den vergangenen Jahren 1,05 Millionen Euro einsammelte.

Man müsse aber nicht nur die Steine feiern, es gehe vielmehr um die christliche Botschaft, die Kirche als geistlichen Ort der Heimat zu erkennen. Superintendentin Dr. Ilka Werner dankte im Namen des Kirchenkreises für die Bemühungen, die alte Kirche nicht nur zu erhalten, sondern auch für die heutige Zeit fitzumachen: „Die Kirche gehört aber nicht nur der Gemeinde, sondern zur ganzen Stadt. Der Turm ragt zum Himmel, der allen offensteht.“ Pfarrerin Michaela Röhr, Vorsitzende des Presbyteriums, erzählte von ihren Anfänge, als sie mit dafür sorgte, dass 2007 die Lutherkirche erstmals beim Lichterfest mitmachte. „Der Bauverein ist für mich ein Symbol für unermüdliches Klinkenputzen. Wir brauchen die Bürger der ganzen Stadt.“

Mit Glückwünschen aller Presbyteriumsmitglieder wurde von Christian Menge eine Grußbotschaft als Video gezeigt. Sebastian Haug (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses, stellte das ehrenamtliche Bemühen und den Idealismus der 35 Mitglieder und rund 400 Spender heraus: „Alle sind gute Bürger. Das Ehrenamt ist der soziale Kitt unserer Gesellschaft.“

Musikalisch begleitet wurde die Jubiläumsveranstaltung von Rosa und Benedikt Frackiewicz (Gesang und Saxofon). Die Sängerin drückte die Freude über das Wirken des Lutherkirchen-Bauvereins mit dem abschließenden Song „What a Wonderful World“ von Louis Armstrong aus.

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