Der Verein Raduga lässt Kinder in russische Sprache eintauchen

Der Verein Raduga bietet Kindern spielerisches Eintauchen in die russische Sprache, die in ihren Familien gesprochen wird. Archivfoto: Daniela Tobias
+
Der Verein Raduga bietet Kindern spielerisches Eintauchen in die russische Sprache, die in ihren Familien gesprochen wird. Archivfoto: Daniela Tobias

In unserer Serie über Solinger Migrantenselbstorganisationen geht es heute um Mehrsprachigkeit

Von Daniela Neumann

2013 wurde der Solinger Verein Raduga gegründet. Das Wort kommt aus dem Russischen und bedeutet Regenbogen. Er steht bei dem gemeinnützigen Verein für Vielfalt und Freude. „Bei uns geht es um Sprach- und Kulturvermittlung“, sagt der Vorsitzende Udo Schwenke.

Er und seine Frau Tanja haben als Eltern den Verein aufgezogen. Vereinsgeschäftsführerin Tanja Schwenke hat als erste Sprache Ukrainisch gelernt und spricht mit ihren beiden Kindern diese Sprache und Russisch und in der Stadt sonst Deutsch, während Udo Schwenke mit seinen Kindern generell in seiner Herkunftssprache Deutsch spricht. Was die Schwenkes leben, empfiehlt übrigens die Forschung insgesamt für mehrsprachliche Familien.

„In der Schule gibt es ja Angebote“, sagt Udo Schwenke und ergänzt zu den nachgewiesenen kindlichen Sprachlernfenstern: „Wir wollen die Kinder früher da abholen.“ Somit liegt der Schwerpunkt bei den Angeboten des Vereins auf dem Kita-Alter und geht bis circa 12 Jahre. Wenn mindestens ein Familienmitglied eine andere osteuropäische Heimat außer Solingen hat, sorgt der Verein Raduga dafür, „dass sie die Heimatsprache nicht verlieren“, erzählt Schwenke mit Blick auf den Nachwuchs.

Der Fachausdruck dafür ist Immersion: das Eintauchen in die Sprachwelt. So gibt es bei Raduga Kurse mit Basteln, Musik, Tanz, Theater oder Logik, in denen die Tätigkeiten einfach auf Russisch benannt und erklärt werden. Vorschulkinder konnten dabei bisher etwa Schach lernen oder das kyrillische ABC.

„Im Moment ist natürlich das ganze Vereinsleben unterbrochen“, berichtet Udo Schwenke mit Verweis auf den aktuellen Lockdown: „Sobald es möglich ist, werden wir wieder an den Start gehen.“ Vor einem knappen Jahr war der Verein vom Interju-Jugendtreff an der Nippesstraße in Räume an der Broßhauser Straße gezogen. Der meistgenutzte Tag war vor Corona der Samstag.

Rund 70 erwachsene Mitglieder zähle der Verein, der sonst auch gern saisonal feiere. Die Samstage erhielten ein Motto, wie auch die jährlichen Sommer- und Weihnachtsfeste. Darin werde Kulturelles weitergegeben, etwa in Wort und Bewegung rund um Figuren und Kostüme des Jolka-Festes (Jolka bedeutet Tanne). Auch Ausflüge gab es sonst, erzählt Schwenke weiter: etwa zu einer Forellenzucht oder Falknerei in der Gegend.

Künftig soll mit gespendeten Nähmaschinen ein weiteres Angebotsfeld eröffnet werden, einmal für Mütter, einmal für Kinder. Eine Leitung sucht Tanja Schwenke derzeit, ebenso ein Klavier.

Der Verein ist gern beim Solinger Tanzfest dabei. Oder bei Feiern in Alteneinrichtungen. Kontakte pflege seine Frau mit rund 60 Raduga ähnlichen Vereinen deutschlandweit. Gemeinsam freut sich das Paar über die bildungsfreudige Gemeinschaft. Sie hat ganz praktische Aspekte: „Sonst verstünden unsere Kinder Verwandte in der Heimat meiner Frau nicht“, sagt Udo Schwenke.

raduga-solingen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Corona-Zahlen steigen durch Reiserückkehrer
Corona-Zahlen steigen durch Reiserückkehrer
Corona-Zahlen steigen durch Reiserückkehrer
City 2030 bekommt durch Landesmittel einen Schub
City 2030 bekommt durch Landesmittel einen Schub
City 2030 bekommt durch Landesmittel einen Schub
Solinger dreht mit Schauspieler Heiner Lauterbach
Solinger dreht mit Schauspieler Heiner Lauterbach
Solinger dreht mit Schauspieler Heiner Lauterbach

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare