Flüchtlingslager

Verein hilft mit Spenden aus Solingen weiterhin auf Lesbos

Das Wasser wird mit Tankwagen zum Lager gebracht und dort in Behälter gefüllt. Foto: Christoph Zenses
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Das Wasser wird mit Tankwagen zum Lager gebracht und dort in Behälter gefüllt.

Mediziner Dr. Christoph Zenses war erneut auf griechischer Insel im Einsatz.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Das Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos gibt es seit einem Brand nicht mehr. Seine Arbeit setzt der Verein Solingen hilft nun im neuen Flüchtlingslager fort. Der Vereinsvorsitzende und Mediziner Dr. Christoph Zenses ist kürzlich von einem Hilfseinsatz zurückgekehrt. „Medizinisch ist weiterhin viel zu tun. Viele psychische Miterkrankungen beziehungsweise Traumatisierungen stehen im Vordergrund“, berichtet er.

Im Krankenhaus der Insel könne man die Patienten nicht mehr vorstellen. „Das ist voll mit griechischen Covid-Patienten.“ Deshalb würden zum Teil Fährfahrten für eine kurzfristige Untersuchung oder Behandlung in Athen finanziert. Durch die neu ankommenden Flüchtlinge breche immer wieder die Krätze aus. Mit den Spendengeldern werden deshalb auch Waschmaschinen und Trockner finanziert. „Manchmal haben die Menschen aber noch nicht einmal Zweitklamotten, um Kleidung zum Waschen und Trocknen abzugeben.“

Im Lager gebe es inzwischen mehr Container, nur noch die Hälfte der Behausungen seien Zelte, schildert Zenses. „Trotzdem ist es in den Containern auch nachts sehr kalt. Auch ich habe mich dort erkältet, Heizung gibt es halt nicht.“ Es seien neue Duschcontainer aufgestellt worden, fließendes Wasser fehle jedoch. „Wasser wird immer noch mit Tankwagen gebracht, in Gallonen gefüllt und daran wird sich direkt gewaschen. Als Toiletten sind die Dixi-Klos geblieben.“

Hilfstransport für Flüchtlinge an der Grenze zu Belarus

Über zwei Nichtregierungsorganisationen (NGO) habe der Verein die Möglichkeit geschaffen, dass Flüchtlinge, die im Camp auch helfen, je nach Familiengröße Gutscheinkarten für den Discounter bekämen, um frische Lebensmittel kaufen zu können. „Ebenso wird ein Winterpack für jede Familie, speziell mit Vitaminen für Kinder und Schwangere verteilt.“ Auch der Schulunterricht werde weiter bezahlt.

Neben Lesbos sei auch die Flüchtlingshilfe an der Grenze zwischen Polen und Belarus wichtig, betont Christoph Zenses. „Hier haben wir schon einen Transport mit Wintersachen und Lebensmitteln finanziert.“

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