Hasseldelle

Tragödie in Solingen: Verein ist fassungslos und tief betroffen

Vor dem Haus an der Hasselstraße, in dem fünf Kinder getötet wurden, wurden Blumen und Stofftiere niedergelegt und Kerzen aufgestellt.
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Vor dem Haus an der Hasselstraße, in dem fünf Kinder getötet wurden, wurden Blumen und Stofftiere niedergelegt und Kerzen aufgestellt.

Anwohner der Hasseldelle bilden am Samstagabend eine Lichterkette – Kritik an Boulevardmedien

Von Björn Boch

Solingen. Mit einer emotionalen Botschaft wandte sich der Verein „Wir in der Hasseldelle“ am Freitag an die Solinger, die Bewohner des Stadtteils Hasseldelle und an die Medien. „Solingen und die Nachbarschaft in der Hasseldelle haben am Freitag sicherlich den schwärzesten Tag seit langem erlebt. Unsere Nachbarn sind schockiert, fassungslos und tief betroffen“ – so beginnt das Schreiben des Vereins, das unter dem Motto „Zusammen innehalten“ steht.

Solch ein Erlebnis sei für jeden unvorstellbar und lasse sich nur schwer fassen. „Viele unserer Kinder und Jugendlichen hier haben einen Freund oder eine Freundin verloren“, schreiben der 1. Vorsitzende Hans-Peter Harbecke, sein Stellvertreter Christian Petschke, Marina Lehnen vom Quartiersmanagement sowie Regina Fluck und Stella Schäfer von der Kinder- und Jugendabteilung des Vereins.

„Wir trauern um fünf junge Menschen, die ihr Leben lassen mussten. Wir trauern mit unseren Nachbarn. Wir stehen unter Schock.“

Marina Lehnen, Verein „Wir in der Hasseldelle“

„Unsere Familien in der Nachbarschaft sind traurig. Wir sind traurig. Ganz Solingen ist traurig. Wir als Verantwortliche des Vereins, der für unsere Nachbarn das Möglichste tut und stets versucht, bei Problemen zu helfen und beizustehen, sind emotional sehr betroffen und leiden zusammen mit unseren Nachbarn. Der Tod von fünf Kindern trifft unsere Nachbarn, uns und die Hasseldelle ins Herz“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Wie und ob diese Traurigkeit, die gerade durch die Hasseldelle weht, aufgefangen werden könne, darüber seien sich der Verein und die Bewohner der Hasseldelle noch nicht im Klaren. „Wie unsere Kinder und Familien damit weiter umgehen werden, können wir nicht sagen. Aber wir sind für jeden Einzelnen da. Weiterhin.“

Einen Appell richtete Marina Lehnen vom Quartiersmanagement im Gespräch mit dem Tageblatt auch an die Vertreter einiger überörtlicher Boulevard-Medien: „Seit dem Abend nach der Tat werden auch unsere jüngsten Nachbarn befragt und interviewt. Wir bitten hier dringlichst, sensibel mit den Betroffenen umzugehen. Wir trauern um fünf junge Menschen, die ihr Leben lassen mussten. Wir trauern mit unseren Nachbarn. Wir stehen unter Schock.“

Niemand in der Nachbarschaft könne sich vorstellen, wie es den Angehörigen und Freunden der betroffenen Familie gehe. „Unser tiefes Mitgefühl gilt ihnen besonders. Wir möchten uns nicht an Gerüchten, Vorwürfen oder Mutmaßungen beteiligen.“

Der Stadtteil, den alle im Verein sonst als so bunt und lebendig erleben, werde von diesem Ereignis – von einem auf den anderen Moment – tief ins Herz getroffen und erschüttert.

„Um dieser tiefen Trauer einen Raum zu geben und die Kinder aus unserer Nachbarschaft zu verabschieden, möchten wir dem Wunsch unserer Nachbarn folgen und am Samstagabend um 18.50 Uhr jeden Anwohner bitten, vor die Tür zu treten. Nehmen Sie eine Kerze mit und kommen Sie auf die Straße. Wir möchten uns auf dem Gehweg rund um die Hasseldelle auf der Hasselstraße treffen und eine Lichterkette bilden. Um 19 Uhr möchten wir eine Minute innehalten und zusammen schweigen.“

Hinweis vom Verein „Wir in der Hasseldelle“: „Wir bitten zu beachten, dass diese Veranstaltung in erster Linie für unsere Nachbarn aus der Hasseldelle gedacht ist. Bitte bringen Sie Ihren Mund- und Nase-Maske mit und beachten Sie die Abstandsregeln. Sollten Sie keine Kerze zur Verfügung haben, bekommen Sie kostenfrei eine Kerze bei: Beroma, Rolandstraße 7.“

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