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Verbraucherzentrale Solingen: Beratungsbedarf bei Reisen ist gesunken

Zwar gab es 2021 immer noch Beratungsbedarf bei der Verbraucherzentrale zum Thema Reisen, doch war dieser geringer als im Vorjahr 2020, als es durch die Corona-Pandemie noch vielerorts starke Beschränkungen galten.
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Zwar gab es 2021 immer noch Beratungsbedarf bei der Verbraucherzentrale zum Thema Reisen, doch war dieser geringer als im Vorjahr 2020, als es durch die Corona-Pandemie noch vielerorts starke Beschränkungen galten.

Verbraucherzentrale Solingen hatte 2021 vor allem Anfragen zu Finanzen und Energie zu verzeichnen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Egal, ob betrügerische Paket-SMS, gefälschte Inkasso-Forderungen, ungerechtfertigte Kontoentgelte oder spontan vom Anbieter gekündigte Strom- und Gasverträge – auch im vergangenen Jahr war die Verbraucherzentrale Solingen mit 4360 Beratungsgesprächen wieder ein gefragter Ansprechpartner für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Zwar sei der Andrang etwas geringer ausgefallen als im Vorjahr, doch sei der Beratungsbedarf in den Anfängen der Corona-Pandemie wohl noch einmal höher gewesen, vermutet Dagmar Blum, Leiterin der Verbraucherzentrale Solingen. „Die Schwerpunkte haben sich im Vergleich zu 2020 etwas verlagert.“ So habe es 2021 etwas weniger Beratungsbedarf zu Reisewarnungen, Quarantäneregelungen und Ähnlichem gegeben, obwohl die Auswirkungen der Pandemie weiterhin präsent waren.

Einen regelrechten Boom gebe es beim Thema Energieberatung zu verzeichnen, berichtet Blum. „Als 2021 die Energiepreise massiv gestiegen sind, haben einige Anbieter wie zum Beispiel Stromio die Verträge einfach von sich aus gekündigt. Das war aus unserer Sicht rechtswidrig.“ Die Verbraucherzentrale Hessen habe hierzu eine Musterfeststellungsklage gegen Stromio eingereicht und Schadenersatz von dem Unternehmen gefordert – auch die Solinger Beratungsstelle habe mehrere Fälle mit diesem Problem zu verzeichnen gehabt.

„Wenn das Impressum fehlt, sollte man von einem Kauf absehen.“

Dagmar Blum, Leiterin der Verbraucherzentrale Solingen

Trauriger Dauerbrenner unter den Verbraucherärgernissen sind sogenannte Fakeshops, bei denen Kunden entweder vollkommen mangelhafte oder gar keine Ware erhalten. Hinweise wie ein fehlendes Impressum oder Vorkasse als einzige Zahlungsmöglichkeit seien in der Regel alarmierende Signale, dass sich unseriöse Geschäftspraktiken hinter einem Shop verbergen, warnt Blum. „Dann sollte man unbedingt von einem Kauf absehen.“

Wenn Verbraucher sich mit diesem Anliegen an die Beratungsstelle wenden, sei es in den meisten Fällen schon zu spät. Denn oft säßen die Drahtzieher im Ausland und seien kaum greifbar. „Da können wir mit unserer Rechtsberatung dann auch nichts mehr erreichen.“ Auf einer Internetseite (www.watchlist-internet.at) wurden die berüchtigtsten Fakeshops aufgelistet. Zudem arbeite die Verbraucherzentrale an einer entsprechenden App.

Sehr gut angenommen werde die seit September 2021 auch in Solingen verfügbare Pflegerechtsberatung, ergänzt Verbraucherberaterin Johanne Voss. „Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, ob das Pflegeheim einfach die Kosten erhöhen kann, obwohl dies nicht vertraglich festgelegt wurde.“ Für außergerichtliche Rechtsvertretungen habe die Verbraucherzentrale den Solinger Anwalt Dirk Linack ins Boot geholt. Ein verbreitetes Anliegen sei etwa das Ziel, einen bestimmten Pflegegrad für einen pflegebedürftigen Angehörigen gegenüber der Krankenkasse durchzusetzen.

Tipps: Worauf beim digitalen Nachlass zu achten ist

Am 14. Juni wird Rechtsanwalt Dirk Linack von 15 bis 17 Uhr bei einer Telefonaktion zum Thema Pflege beraten. Weiterhin sind mehrere Online-Vorträge geplant, über die die Verbraucherzentrale zeitnah informieren wird.

Verbraucherzentrale Solingen

Öffnungszeiten: Die Verbraucherzentrale Solingen (Werwolf 2) ist montags und dienstags von 9.30 bis 17 Uhr, donnerstags von 9.30 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet. Mittwochs ist geschlossen.

Weitere Infos: verbraucherzentrale.nrw/solingen

Themen: Von 4360 Beratungen bezog sich der Großteil mit 35 Prozent auf das Thema Finanzen, 29 Prozent drehten sich um Dienstleistungen, 10 Prozent um Konsumgüter, 7 Prozent um Energie und 6 Prozent um Telekommunikation. Der Beratungsbedarf zu finanziellen Fragen sei seit Jahren hoch.

Passend zum Thema: Verbraucherzentrale mahnt zu Vorsicht bei Werbebrief

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