Kulturbranche ist kreativ

Veranstalter in Solingen setzen auf digitale Angebote

Sonja Baumhauer vom Theater und Konzerthaus sieht im Streaming eine echte Chance. Foto: Michael Schütz
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Sonja Baumhauer vom Theater und Konzerthaus sieht im Streaming eine echte Chance.

Theater und Konzerthaus und andere wollen auch nach Corona an Streaming-Veranstaltungen festhalten.

Isabel Ferreira de Castro

Solingen. 2020 hat die Kulturbranche kreativ werden lassen. Geschlossene Clubs und Konzerthäuser haben dafür gesorgt, dass die Verantwortlichen auf Streaming-Angebote gesetzt haben. Der vielerorts aktuell niedrige Inzidenzwert gibt aber Hoffnung, dass bald wieder Publikum empfangen werden kann. Kombiniert mit der nun vorhandenen Streaming-Ausrüstung könnte auch Solingen in ein neues Zeitalter der kulturellen Veranstaltungen starten.

Vorne mit dabei ist das Theater und Konzerthaus, das im vergangenen Jahr ein Aufnahmestudio für digitale Kulturveranstaltungen errichtet hat und somit ein vielfältiges Streaming-Angebot für Jung und Alt bieten konnte. Aber auch Clubs mussten sich Alternativen überlegen, so wie der Cow Club, der mit Jens Stuhldreier alias Jenz Bumper und seiner eigenen Show auf Facebook das Streaming einläutete.

„Dieses Jahr ist noch eine Durststrecke.“

René Regier, Cow Club

Zwar beschreibt Cow-Club-Sprecher René Regier die Show selbst als „ein bisschen trashig“, der Aufwand dahinter sei dennoch nicht zu unterschätzen. Neben den notwendigen Anschaffungen wie einer Streaming-Kamera, die das Team durch eine Spende der Stadt-Sparkasse finanzieren konnte, empfindet Regier die Streaming-Angebote als anstrengender zu organisieren als Konzerte. Seine Begeisterung für das Streaming halte sich zwar in Grenzen, ganz verschwinden werde es dennoch nicht. Allein die getätigten Anschaffungen bräuchten jetzt einen neuen Zweck.

Der Cow Club hat diesbezüglich bereits positive Erfahrungen gemacht. Im Rahmen seiner Studio-Session aus dem vergangenen Jahr konnte man es drei Bands ermöglichen, einen professionellen Mitschnitt des eigenen Live-Auftritts zu erhalten, den die Musiker für Bewerbungen nutzen können. „So haben die Bands wirklich vernünftige Videos“, ergänzt Regier. Auch in Zukunft kann er sich vorstellen, Konzerte aufzuzeichnen und auf You-Tube zu veröffentlichen.

Noch einen Schritt weiter geht das Theater und Konzerthaus. Die Kulturmanagement-Leiterin Sonja Baumhauer sieht im Streaming eine echte Chance: „Ab der Spielzeit 2021/2022 wird Theater 4.0 einen besonderen Schwerpunkt in unserem Programm bilden. So haben unsere Besucherinnen und Besucher beispielsweise die Möglichkeit, die künstliche Intelligenz ,Orlando’ kennenzulernen.“ So soll zum Beispiel die Veranstaltung „Lokal Europa“ vor Ort, aber auch von zu Hause aus erlebt werden können.

Mit „Romea und Julio“ wird außerdem ein webbasiertes Browserspiel angeboten. Damit können Veranstalter die Anschaffungen des vergangenen Jahres nicht nur weiter nutzen, sondern auch einen Mehrwert mit ihnen schaffen. Es steht außer Frage, dass Kulturveranstaltungen von ihrem Live-Charakter leben: „Dennoch wird Streaming in Zukunft sicher eine Ergänzung insbesondere für Menschen sein, die das Angebot zum Beispiel aufgrund der Entfernung oder gegebenenfalls auch aus Gründen der Mobilitätseinschränkungen nicht live besuchen können“, erklärt Sonja Baumhauer weiter.

Jetzt setzen die Kulturschaffenden die Hoffnungen aber erst einmal darauf, bald mit Publikum wieder voll durchstarten zu können. René Regier blickt positiv in die Zukunft: „Dieses Jahr ist noch eine Durststrecke – und nächstes Jahr wird dann alles wieder geil.“

Programm

Neustart: Ab September geht es im Theater und Konzerthaus wieder los. Den Anfang macht am 3. September „Hirnschrittmacher“ HG. Butzko mit seinem Comedy-Programm. Außerdem werden Musicals und Lesungen für Unterhaltung sorgen.

Online: Das gesamte Programm sowie die Möglichkeit, Tickets zu buchen, gibt es online auf der Seite des Theaters und Konzerthauses.

theater-solingen.de

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