Bezirksvertretung

Veloroute erhält Vorrang vor Autoverkehr

An der Kreuzung Dahler Straße, Korkenziehertrasse, Focher Dahl und Obenflachsberg treffen Autoverkehr und Radfahrer aufeinander. Mit Einrichtung der Veloroute ab 2020 sollen die Radler Vorfahrt erhalten. Das stößt bei Bevölkerung und Politik in Gräfrath auf Widerstand. Foto: Christian Beier
+
An der Kreuzung Dahler Straße, Korkenziehertrasse, Focher Dahl und Obenflachsberg treffen Autoverkehr und Radfahrer aufeinander. Mit Einrichtung der Veloroute ab 2020 sollen die Radler Vorfahrt erhalten. Das stößt bei Bevölkerung und Politik in Gräfrath auf Widerstand.

Gräfrather Bezirksvertreter sehen dabei Probleme. Jetzt sollen die Anwohner in Nümmen zu ihrer Meinung gehört werden.

Von Philipp Müller

Den Holleweg oder die Dahler Straße kennen die meisten Solinger nur aus dem Stadtplan. Und doch sind beide Straßen auch oft beliebte Schleichwege. Nicht das war Thema in der jüngsten Sitzung der Gräfrather Bezirksvertretung (BV). Die Verwaltung hat den Zuschlag erhalten, in Solingen eine Veloroute, eine Radverbindung von Wuppertal durch das Stadtgebiet bis nach Hilden zu errichten. Diese wird unter Einbeziehung der Korkenziehertrasse den Holleweg und den Bereich an der Dahler Straße kreuzen.

In der Sitzung warb die Verwaltung um Zustimmung, den Radfahrern dort die Vorfahrt einzuräumen. Der Autoverkehr soll durch Stopp-Schilder abgebremst werden. Das gefiel nicht allen Parteivertretern. Sie beauftragten die Verwaltung, eine Bürgerversammlung zu organisieren. Dabei soll das Konzept der Route vorgestellt werden. Zudem möchten die Stadtteilparlamentarier dabei die Meinung der Anwohner in dem Bereich in Nümmen in Erfahrung bringen.

Wie das Tageblatt bereits berichtet hat, liegt die Veloroute vor allem auf vorhandenen Radwegen an Hauptverkehrsstraßen. Die Route verläuft von Düsseldorf-Benrath und Hilden kommend in Ohligs zunächst auf der Hildener Straße. Sie führt dann über die Kaspar- und Weyerstraße nach Wald. Dort geht es weiter über Baverter-, Altenhofer-, Friedrich-Ebert- und Holbeinstraße zur Korkenziehertrasse, die in Gräfrath am Roggenkamp auf die Nordbahntrasse (Wuppertal-Vohwinkel) trifft. 1,67 Millionen Euro erhalten die betroffenen Städte vom Bund, 186 000 Euro sollen die Kommunen selbst beisteuern.

In Engstellen und Kreuzungen sehen Politiker Gefahrenstellen

In Solingen werden vor allem Schilder aufgestellt, der Umbau von Rampen als erweiterte Zufahrt zur Korkenziehertrasse steht an, und neue Markierungen müssen erstellt werden. Dazu kommt die Umgestaltung von Überwegen des Radweges über Straßen. Die Radfahrer sollen dabei Vorrang vor den Autos erhalten. Genau das wurde in der BV lange diskutiert. Der schmale Übergang am Holleweg und die unübersichtliche Kreuzung im Bereich der Dahler Straße werde eventuell zum Unfallschwerpunkt, war eine Befürchtung fast aller Vertreter.

KEIN GRÖSSERER LIDL

SCHEIDTER STRASSE Der Lidl am Schlagbaum möchte sich von 800 auf mehr als 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern. Dem soll eine Veränderungssperre zum vorhandenen Bebauungsplan entgegenwirken. Dies beschloss die BV Gräfrath mit breiter Mehrheit.

Eva Nieper (CDU) plädierte daher dafür, den Radfahrern keine Vorfahrt einzuräumen. Für die FDP erklärte Andreas Zelljahn, die Korkenziehertrasse sei eher für Freizeit- und Wanderaktivitäten gedacht, da dürfe man nicht einfach etwas „zusammenschustern“, um die Veloroute zu ermöglichen. Heide Sousa von den Grünen regte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Straßen an, um den Vorrang der Radfahrer sicherzustellen. Sonja Häcker von der Verwaltung erklärte, man könne die Pläne guten Gewissens umsetzen. Die Gefahren seien mit Polizei und Verkehrsbehörden diskutiert und als unproblematisch eingestuft worden. Petra Steinheuer (CDU), die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, leitete im Vereinshaus des Nümmener Heimatvereins die Sitzung und stellte einen Antrag der SPD zur Abstimmung, eine Bürgerversammlung dazu durchzuführen. Dem stimmten schließlich alle zu.

Dann wird auch sicher wieder Fred Brückner vom Heimatverein das Wort ergreifen. Er gab in der BV zu bedenken, dass die Korkenziehertrasse von ihrer Breite her schon nicht geeignet sei, schnelle Radfahrer aufzunehmen. Diese stünden in direkter Konkurrenz zu den Fußgängern, Joggern und Kindern auf der Trasse. Auch er bemängelte, die zwei geplanten Kreuzungen mit Radlervorrang könnten zu einer Gefahr werden.

Schon im Jahr 2020 gibt es die ersten Umbauten. Nur so können Standards erfüllt werden, um Fördermittel vom Land zu generieren. Deswegen peppt Solingen für die Veloroute die Trasse auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Eis wird zum kleinen Luxus zwischendurch
Eis wird zum kleinen Luxus zwischendurch
Eis wird zum kleinen Luxus zwischendurch
Merscheider feiern Sommer in ihrem Fürstentum
Merscheider feiern Sommer in ihrem Fürstentum
Merscheider feiern Sommer in ihrem Fürstentum
Sie will die Gräfrather an vielen Stellen einbinden
Sie will die Gräfrather an vielen Stellen einbinden
Sie will die Gräfrather an vielen Stellen einbinden
Feuerwehr rückt zur Zietenstraße aus
Feuerwehr rückt zur Zietenstraße aus
Feuerwehr rückt zur Zietenstraße aus