Pädagogischer Austauschdienst

Usbekin ist Gastlehrerin an der Gesamtschule Höhscheid

Gastlehrerin Ilvira Nurgaleeva (mit Schulleiter Dirk Braun) begleitet den Unterricht von Till und seinen Mitschülern. Foto: Christian Beier
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Gastlehrerin Ilvira Nurgaleeva (mit Schulleiter Dirk Braun) begleitet den Unterricht von Till und seinen Mitschülern.

Ilvira Nurgaleeva informiert sich drei Wochen lang über Methoden.

Von Anja Kriskofski

Ilvira Nurgaleeva unterrichtet sonst knapp 5700 Kilometer von Solingen entfernt. Sie stammt aus Taschkent, der Hauptstadt der zentralasiatischen Republik Usbekistan. Zurzeit steht sie jedoch an der Gesamtschule Höhscheid vor Schülern. Die Deutschlehrerin nimmt an einem Programm des pädagogischen Austauschdienstes der Kultusministerkonferenz teil: Drei Wochen verbringt sie in Solingen: „Es ist sehr interessant.“

Deutschland ist für sie kein unbekanntes Land. Nurgaleeva hat vor drei Jahren schon einmal an einem Gymnasium im Münsterland hospitiert. Zudem lebt ihre Tochter mit Familie in Dorsten. In Taschkent arbeitet sie an der Schule Nr. 60, die erweiterten Deutschunterricht von der ersten bis zur zehnten Jahrgangsstufe anbietet. Die rund 2000 Jungen und Mädchen besuchen die Schule im Schichtsystem. „Deutsch ist erste Fremdsprache“, berichtet die 57-Jährige. Überhaupt sei das Unterrichtsfach – neben Englisch – in ihrer Heimat sehr beliebt: „Viele gehen zum Studium nach Deutschland.“

Usbekistan ist ein Vielvölkerstaat mit 32 Millionen Einwohnern, in dem neben der usbekischen Mehrheit auch Russen, Tartaren, Ukrainer und andere Minderheiten leben. Ilvira Nurgaleeva ist Tartarin.

In Solingen informiert sie sich über Unterrichtsmethoden an einer deutschen Gesamtschule. „Mir gefällt, dass die Schüler hier so selbstständig arbeiten.“ Beispiel Gesellschaftskunde: Die Kombination aus Gruppenarbeit, Partnerarbeit und einem Film sei „super“ gewesen. „Und im Fach Religion dachte ich, die Schüler würden Psalmen auswendig lernen. Aber das Thema war Gerechtigkeit.“

Den Gesamtschülern berichtet die Usbekin von ihrer Heimat

Doch Nurgaleeva unterrichtet an der Kanalstraße auch selbst und stellt Usbekistan vor. „Die Schüler sind sehr wissbegierig“, lobt sie. Für Überraschung sorge etwa, dass sie Türkisch versteht: „Es gehört zur gleichen Sprachenfamilie wie Usbekisch.“ Für die Schüler sei das ein originärer Zugang zu einer anderen Kultur, sagt Gesamtschulleiter Dirk Braun. Auch sein Kollegium profitiere von der Gastlehrerin: „Wir erfahren etwas über ein anderes Schulsystem und gucken, ob wir davon lernen können.“

Ilvira Nurgaleeva wird zudem an einer Grundschule, im Kindergarten und im Studienseminar hospitieren. Untergebracht ist sie privat bei einer Lehrerin der Gesamtschule Höhscheid. Wenn sie am 29. November wieder an der Schule Nr. 60 ist, wird sie ihre Erfahrungen an ihre Kollegen weitergeben.

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