Uraufführung der Ernst-Walsken-Dokumentation beeindruckt

Peter Holtfreter (l.) und Rolf Neddermann bei einer Technikprobe vor der Aufführung des Films „Die Rückkehr der Bilder“. Foto: Michael Schütz
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Peter Holtfreter (l.) und Rolf Neddermann bei einer Technikprobe vor der Aufführung des Films „Die Rückkehr der Bilder“.

„Die Rückkehr der Bilder“ – Peter Holtfreter und Rolf Neddermann haben Material von mehr als drei Stunden Länge zusammengestellt

Von Karl-Rainer Broch

Die Dokumentation „Die Rückkehr der Bilder“ über das Leben des Solinger Malers und Widerstandskämpfers Ernst Walsken (1909-1993) wurde am Donnerstag im Ratssaal des Museums uraufgeführt. Da der Film, den Peter Holtfreter und Rolf Neddermann in drei Jahren Arbeit erstellt haben, mehr als drei Stunden dauert, gab es daher nur einen Ausschnitt von etwa 70 Minuten zu sehen.

Aber auch diese Sequenzen vermittelten eine zutreffende Biografie des Künstlers, der nach dem Krieg das Kunstleben der Klingenstadt wiederbelebte. Er war langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Vereins Solinger Künstler und wurde 1986 vom damaligen Oberbürgermeister Gerd Kaimer mit dem Ehrenring der Stadt Solingen ausgezeichnet.

Neddermann und Holtfreter griffen auf viele frühere Dokumentationen zurück, die mit Formaten wie Super 8 oder VHS gedreht waren. Rolf Neddermann betonte: „Alles musste auf die heutigen digitalen Standards umgewandelt werden. Wir hatten wahnsinnig viel gesammelt, so dass der Film auf mehr als drei Stunden angewachsen ist.“

Die beiden Filmemacher hatten sich während des Studiums von 1971 bis 1975 an der Düsseldorfer Kunstakademie kennengelernt. Peter Holtfreter war von 1976 bis 2013 Solinger VHS-Dozent für Filmproduktion und arbeitete zuletzt in der Filmwerkstatt der Cobra. Außerdem erhielt er Anerkennung bei Ausstellungen mit Fotos aus dem Solinger Raum.

Im Mittelpunkt des Films standen die Werke von Ernst Walsken über die „Moorsoldaten“, die während der Zwangsarbeit im Emsland-KZ Aschendorfer Moor entstanden. Die Bilder, die unter Lebensgefahr aus dem Lager geschmuggelt wurden, gehören zu den wenigen erhaltenen künstlerischen Dokumenten aus Konzentrationslagern. Sie sind in dem Museum Esterwegen auf Dauer zu sehen.

Es gab in den vergangenen Jahren in Solingen verschiedene Ausstellungen der „Moorsoldaten“, aktuell im Zentrum für verfolgte Künste. An die Öffentlichkeit ging Walsken mit diesen Bildern erst 1961, allerdings ohne Resonanz, so dass andere Solinger Künstler mit einer weiteren Ausstellung dafür sorgten, dass die Werke Beachtung erhielten.

Walkens Wirken dokumentieren Bilder aus dem Familienalbum

Die beiden Filmemacher haben ihr Werk in zwölf Kapitel gegliedert, beginnend mit der Herkunft 1909 bis 1923, dem elterlichen Haus an der Walter-Dodde-Straße, wo sein Vater Ernst als Reider arbeitete und seinen Sohn in die Solinger Schneidwarenproduktion einwies. Walskens politisches Wirken bis zur Zwangsarbeit von 1937 bis zum Kriegsende im Strafbataillon 999 dokumentieren die Söhne Gerhard und Ernst-Martin mit Bildern aus dem Familienalbum. Was die Arbeit der beiden Autoren besonders auszeichnet, ist der Verzicht auf Kommentare, sie lassen – abgesehen von den vielen Berichten von Zeitgenossen – Walskens Bilder sprechen. Dabei stehen die Schwarz-Weiß-Zeichnungen aus dem Moorlager in deutlichem Gegensatz zu den farbigen Impressionen, die er bei einem Urlaub in Frankreich malte. Die Film-Premiere gehörte zum Programm der Ausstellung „. . . und laut zu sagen: Nein“, die im Museum der verfolgten Künste bis zur Eröffnung des Max-Leven-Zentrums in der neuen Innenstadt-Sparkasse verlängert wird. Dort sind zunächst weiter Bilder von Walsken zu sehen. Die vollständige DVD ist erhältlich über:

holtfreter-koeln@t-online.de

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