Bildung

Unterricht findet in Solingen in kleinen Gruppen statt

Hans-Martin Rahe, Leiter der Albert-Schweitzer-Realschule, begrüßte die Klasse 10b gestern Morgen auf dem Schulhof. Foto: Christian Beier
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Hans-Martin Rahe, Leiter der Albert-Schweitzer-Realschule, begrüßte die Klasse 10b am Donnerstagmorgen auf dem Schulhof.

Die Zehntklässler und die Abiturienten sind am Donnerstagmorgen wieder an den Schulen gestartet – mit viel Abstand.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Irgendwie eine komische Situation – dieses Gefühl beschlich alle Lehrer und Schüler, die am Donnerstag erstmals nach fünfeinhalb Wochen den Betrieb an den Solinger Schulen zumindest teilweise wieder hochfuhren. Wie alle zehnten Jahrgänge sind auch die vier zehnten Klassen an der Albert-Schweitzer-Realschule in Wald am Donnerstag wieder gestartet. Zeitversetzt zwischen 8 und 11.45 Uhr waren sie eingeladen worden. „Wir starten mit einer Informationsveranstaltung, viele Schüler haben sicherlich auch noch Redebedarf, der Unterricht beginnt dann am Freitag“, erklärte Schulleiter Hans-Martin Rahe.

Wie der aussieht, das erfuhren die 15- und 16-Jährigen am Donnerstagmorgen. Die erste Klasse kam – natürlich mit dem nötigen Abstand – im PZ der Schule zusammen. „Wir wollten allen zumindest kurz noch mal das Gefühl von Klassenverband geben“, so Rahe. Da die Stühle danach nicht von anderen Schülern genutzt werden sollten, gab es die Einführungsveranstaltungen für die weiteren Klassen auf dem Schulhof.

Ab heute wird jede Klasse in drei Gruppen aufgeteilt, also maximal zehn Schüler in einem Raum. „Jede Klasse hat ihren eigenen Eingang und ihre eigenen Toiletten“, erklärt der Schulleiter das Konzept, das er mit den Kollegen in den vergangenen Tagen erarbeitet hat. „Manchmal muss man die Schüler noch auf die Abstandsregeln hinweisen, aber insgesamt hat der Start ganz gut geklappt“, so Rahe.

Mathe, Deutsch und Englisch werden abwechselnd unterrichtet. Jeder Schüler hat seinen fest nummerierten Tisch. Nur die Lehrer wechseln die Räume. „Natürlich mussten wir auch bei den Lehrern umstellen, um alle Gruppen unterrichten zu können“, so Rahe. Ältere Kollegen oder solche mit Vorerkrankungen versorgten die jüngeren Jahrgänge weiter von zu Hause aus.

Bei weiteren Jahrgängen wird es an den Schulen eng

Seife und Desinfektionsmittel seien rechtzeitig von der Stadt organisiert worden. Das kann auch Dirk Braun, Leiter der Gesamtschule Höhscheid, bestätigen. „Wir haben die Schüler aber gebeten, eigene Handtücher mitzubringen“, so Braun.

Zwölf Schüler werden in Höhscheid maximal in einem Raum unterrichtet. „Noch einen weiteren Jahrgang könnten wir unter diesen Umständen beschulen, dann wird es mit den Räumen eng“, so Dirk Braun. Das bestätigt auch Hans-Martin Rahe, der an der Kornstraße derzeit für die jeweils drei Gruppen einer Klasse eine Etage vorgesehen hat.

Auch am Schulzentrum Vogelsang ist man Donnerstag gestartet – mit einer räumlich getrennten Eingangshalle: auf der einen Seite für die Zehntklässler der Realschule, auf der anderen Seite für die Q2-Schüler des Gymnasiums. „Wir haben die Klassen geteilt und möglichst große Räume ausgewählt“, erklärte Birgit Schoel, Leiterin der Realschule Vogelsang. Auch die Wege, die gegangen werden sollen, um Kontakte möglichst zu vermeiden, seien markiert worden.

Am Gymnasium August-Dicke-Schule bereiten sich die Abiturienten seit Donnerstag auf ihre Prüfungen vor. „Die Teilnahme am Unterricht ist freiwillig, und wir haben vorab abgefragt, wer kommt, um die Räume optimal zu nutzen“, erklärt Schulleiterin Monika Schneider. Etwa 100 der 132 Abiturienten nutzen den Unterricht. So startete am Donnerstag eine Leistungskurs-Schiene mit insgesamt 66 Schülern in verschiedenen Gruppen. Heute werden die zweiten Leistungskurse mit 54 Schülern erwartet, nächste Woche folgen die dritten und vierten Abiturfächer. Alle Gruppen seien zwischen vier und zwölf Schüler groß.

Die Friedrich-Albert-Lange-Schule, die Zehntklässler und Abiturienten unterrichten muss, hat diese auf verschiedene Gebäude verteilt: Die Zehntklässler nutzen das Hauptgebäude, die Abiturienten das Gebäude Schwindstraße und die Sporthalle.

Wie kommen Solinger Schüler an Masken? An der ADS und anderen Schulen haben Freiwillige eifrig welche genäht. Das ST stellt eine solche Masken-Aktion an Schulen vor.

Der Schulstart der Abschlussjahrgänge am Donnerstag bedeutete für die Stadtwerke, die Situation in den Bussen im Blick zu haben. In den Schulbussen war es zunächst einmal nicht voll.

Hier finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen: Unser Live-Blog wird laufend von uns aktualisiert.

POLITISCHE STIMMEN

KONSENS Die Ratsfraktionen von CDU, SPD, Grünen und BfS stellen sich hinter die Anstrengungen der Stadtverwaltung, den vom Land vorgezogenen Schulstart zu ermöglichen. Die Vorsitzenden und Sprecher erinnern an den Konsens in der aktuellen Krisensituation: Die notwendige enge Zusammenarbeit soll nicht durch Wahlkampf-Parolen belastet werden.

KRITIK Die FDP kritisiert, die Stadt sei unzureichend auf den Schulstart vorbereitet. „Die Stadt ist als Schulträger dafür verantwortlich, dass der Unterricht in den Schulen unter Einhaltung des Infektionsschutzes und der Hygieneanforderungen wieder stattfinden kann. Das ist nicht die Aufgabe von Lehrern“, so der FDP-Kreisvorsitzende Dr. Robert Weindl.

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