Unternehmerin: „Fachgeschäfte sind Gewinner der Zukunft“

Tanja Natalizi, langjährige Angestellte bei Wollenhaupt, übernimmt das Geschäft von Helmut Heinemann. Foto: Michael Schütz
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Tanja Natalizi, langjährige Angestellte bei Wollenhaupt, übernimmt das Geschäft von Helmut Heinemann. Foto: Michael Schütz

Tanja Natalizi übernimmt Optik Wollenhaupt

Von Jutta Schreiber-Lenz

Tanja Natalizi macht ihr Beruf großen Spaß. „Wo sonst könnte man die Aspekte Menschen, Mode und Fachwissen so gut in einen Zusammenklang bringen?“, fragt sie. Seit dem 1. Oktober ist die 37-Jährige die neue Chefin bei Optik Wollenhaupt auf der Kölner Straße.

Als langjährige Mitarbeiterin im Team von Helmut Heinemann stellt sie nun die vierte Generation von Fachleuten an der Spitze des Traditionsgeschäfts und freut sich darauf, gemeinsam mit ihren Kollegen in die Zukunft denken zu können. „Wir sind ein Spezial-Geschäft, das mehr anbietet als Brillen nach Rezept“, sagt die Augenoptikermeisterin und Optometristin.

Sie erklärt etwa, dass schlechtes Sehen nach Schlaganfällen kein Augenfehler ist, den man ausgleichen kann, sondern ein „Defekt“ im Gehirn. Da sei es wichtig, mit ausgefeilter Technik zu untersuchen und zu messen. „Folgerichtig arbeiten wir nur nach vorheriger Terminabsprache, weil wir uns viel Zeit für unsere Kunden nehmen.“

Ein Aspekt, der der Mutter zweier Kinder – zwölf und neun Jahre alt – bei ihrer Tagesorganisation entgegenkommt. Denn unter der Woche möchte sie gerne die eine oder andere Nachmittagsstunde zuhause sein, um ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen.

Als Unternehmerin fühlt sich Tanja Natalizi mit der Innenstadt-Lage genau richtig – und hofft auf schnelle Umsetzung der angekündigten Veränderungen.

„Wir brauchen mehr Wohnraum, weniger Läden ohne Profil, deren Zeit wird nicht mehr zurückkommen“, ist sie überzeugt. Fachgeschäfte, die sich von dem Angebot abheben, was man im Internet per Mausklick oder bei Filialisten kaufen kann, sieht sie dagegen als Gewinner der Zukunft.

„Nur verkaufen ist heute zu wenig.“

Tanja Natalizi, Unternehmerin

„Nur verkaufen ist heute zu wenig“, so ihre Ansicht. „Die Menschen möchten beraten werden und suchen geschultes Personal, das eine maßgeschneiderte Lösung für sie persönlich hat“. Neben dem Wissen um Menschen mit Sehbehinderungen, bieten Tanja Natalizi und ihre Mitarbeiter gerne Brillenfassungen kleinerer Manufakturen an. „Das Besondere eben“, sagt sie.

Die Konsequenz dieser schon jahrelang gelebten Geschäftsphilosophie sind viele Stammkunden. „Wir hätten gerne mit ihnen den Generationenwechsel ein bisschen gefeiert, aber das ging ja leider nicht“, bedauert Tanja Natalizi. „Stattdessen haben wir uns mit Pralinen oder edlem Wein als sogenannte Give-aways für die langjährige Treue bedankt.“

Für die nahe Zukunft sind Umbau-Arbeiten im Geschäft angedacht. „Wenn uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht, werden wir das zeitnah angehen“, sagt sie. Geplant sei zum Beispiel, den ersten Stock mit in den Kundenbereich einzubeziehen. Derzeit werde er anderweitig genutzt.

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