Unterhaltsames Lehrstück zur Orgel

Konzertreihe in St. Clemens

Von Holger Hoeck

Kamil Gizenski drückte eine Taste auf der historischen Orgel, doch nichts passierte. Erst nach wiederholter Betätigung erbarmte sich die entsprechende Pfeife und ließ einen Ton erklingen. „An unserer 16-Fuß-Trompete kommt sogar überhaupt kein Ton mehr“, erklärte der Kirchenmusiker der katholischen Gemeinde St. Clemens den interessierten Zuhörern auf der Empore anlässlich der Orgelführung, die den Startschuss für die neue Konzertreihe „5 vor 12“ bildete.

„Die Orgel ist künstlerisch so nicht mehr tragbar.“

Kamil Gizenski

1958 wurde das Musikinstrument vom renommierten Orgelbauunternehmen Seifert gebaut und erfreute seitdem nicht nur Gottesdienstbesucher mit ihren Klängen. Doch nun ist es Zeit, die Orgel mit ihren drei Manualen und 46 Registern grundlegend zu restaurieren. Die Erlöse aus der Konzertreihe sollen wie auch der Verkauf von Postkarten einen Beitrag zu den Gesamtkosten leisten, die sich auf ein Volumen von rund 80 000 Euro (einschließlich Reinigung, elektronischer Überarbeitung und Einbau einer neuen Setzeranlage) belaufen sollen.

„Unsere Orgel ist die größte katholische Orgel in Solingen und fußt auf der Barockzeit. Sie hat daher weniger lyrische und sinfonische Klänge. Natürlich macht es dennoch weiterhin Spaß, an ihr zu spielen, aber künstlerisch ist sie so nicht mehr tragbar“, stellte Organist Gizenski auch im Namen seiner Kollegin Andrea Wingen und Regionalkantor Michael Schruff fest. Zum Beweis der Notwendigkeit des Einbaus einer neuen, der Norm entsprechenden Elektrik demonstrierte er die Funktion der aktuellen Steuerung. „Achten Sie mal auf die Geräusche, die die Orgel erzeugt, wenn ich kein Register gezogen habe. Sie hören immer zuerst das Geräusch des Ventils und nicht den Klang der Pfeife.“ Auch der Schweller des Schwellwerks, das mit Hauptwerk und Rückpositiv die Manuale bildet, sei schon komplett ausgeleiert. „Ich kann ihn im Grunde nur öffnen und schließen oder auf die Mitte einstellen, aber das Werk soll eigentlich eine lücken- und stufenlose Lautstärke bewirken.“

Spätestens zu Beginn des neuen Jahres sollen die voraussichtlich drei Monate umfassenden Arbeiten an der Orgel beginnen. „Eventuell bleiben Teile der Orgel während dieser Zeit spielbar. Wenn nicht, greifen wir aufs Keyboard für die Gottesdienste zurück. Die Zeitspanne der Restauration ist ja überschaubar“, erläuterte Regionalkantor Schruff.

Konzerte zugunsten der Orgel-Sanierung finden am 12. September („Konzert für Orgel und Klarinette“) und 24. Oktober („Orgel vierhändig“) jeweils um 11.55 Uhr statt.

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