Andacht im ST

Unsere Welt braucht dieses Licht

Thomas Schorsch ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Gräfrath und Religionslehrer an der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und mag Lichter im Advent.
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Thomas Schorsch ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Gräfrath und Religionslehrer an der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und mag Lichter im Advent.

Heute von Thomas Schorsch

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Pandemie hat dramatische Folgen!“ so lautete unlängst die Überschrift im ST. Der Artikel wies darauf hin, dass die Auswertung einer Befragung in Jugendeinrichtungen große Defizite bei Kindern bescheinigt. Von Verschlechterungen im Bereich des Sozialverhaltens, von Zunahme psychischer Erkrankungen und Zukunftsängsten unter Kindern und Jugendlichen ist die Rede. Alles Auswirkungen sowohl der Pandemie als auch der Energiekrise.

Die Jugendeinrichtungen wie der CVJM reagieren darauf mit zusätzlichen Angeboten für Eltern mit Kindern und für Jugendliche, haben aber zugleich Sorge, dass Einsparungen in Folge der Energiekrise und Reduzierung von Angeboten oder Öffnungszeiten drohen. Aber die Jugendeinrichtungen sind aktiv. Nicht über die Dunkelheit schimpfen, sondern dagegen ein Licht anzünden. Darauf kommt es an.

Apropos Licht anzünden. Viele diskutieren darüber, wie viele Lichterketten und anderes man noch energetisch verantworten kann. Auf der gleichen Seite des Lokalteils steht in einem Artikel, dass die Arbeitsgemeinschaft der Gräfrather Vereine bewusst in diesem Jahr die Anzahl der beleuchteten Girlanden reduziert hat.

Reduktion – Energiesparen – ist sicher gut. Vielleicht kann die Reduktion der Lichter aber auch einhergehen mit einer Konzentration auf das Wesentliche. Die Lichter des Adventskranzes weisen Kerze für Kerze auf den Kern hin: Wir nähern uns Stück für Stück Weihnachten. Christus kommt als das Licht auf die Welt. Wir nähern uns Sonntag für Sonntag immer mehr diesem Licht. Es ist das Licht, das es mit der Dunkelheit und der inneren Energiekrise der Herzenskälte aufnimmt.

Thomas Schorsch

Dieses Licht der Weihnacht möchte uns selbst befähigen, Lichter gegen die Dunkelheit zu werden. Immerhin sagt Jesus nicht nur: Ich bin das Licht der Welt, sondern auch ihr seid das Licht der Welt. Wer sich von Christi Liebe, seiner Herzenswärme anstecken lässt, wird selbst zum Licht der Welt. Und wie wäre es, wenn wir in den nächsten Wochen selbst zu Lichterketten werden? Jenseits der Vorbereitungshektik sich Zeit für Echtzeit-Erfahrungen nehmen: Besuche in der Nachbarschaft und darüber hinaus. Zeit mit der Familie jenseits der Medien, also in Echt.

Im besagten Artikel lese ich, dass aufgrund des Medienverhaltens Gespräche in Echtzeit im realen Leben weniger geworden sind. Und wir erleben dieses Manko auch als Kirche. Unsere Long-Covid-Erfahrung ist, dass die Besucherzahl der Gottesdienste immer noch schwach ist gegenüber der Zeit vor Corona. Wir bedauern dies sehr und hoffen, dass gerade auch das Angebot der Kirchen an Gottesdiensten, Konzerten oder Weihnachtsfeiern Mut macht, Gespräche in Echtzeit über sein Leben, über Gott und die Welt zu erleben.

Ich glaube, dass es uns alle aufbaut, wenn die Botschaft von Advent und Weihnachten in unser Herz kommt. Und wir werden selbst zu Lichterketten, zu Menschen, die das empfangene Licht weitergeben. Unsere kalte Welt braucht dieses Licht.

Denken Sie daran, wenn Sie am Sonntag die erste Kerze anzünden.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten 1. Advent.

Ihr Thomas Schorsch

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