Polizei und Verbraucherschützer mahnen zu Vorsicht

Unangekündigte Kundenberater hinterlassen ungutes Gefühl

Kommt ein Auftrag an der Haustür zustande, ist ein „Quality Call“ verpflichtend.
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Kommt ein Auftrag an der Haustür zustande, ist ein „Quality Call“ verpflichtend.

Diese Begegnung war Jan Berg (Name geändert) nicht geheuer. Unangemeldet standen jüngst zwei junge Männer in Telekom-Kleidung vor seiner Tür.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Sie berichteten von Kabelarbeiten in der Nähe des Bülowplatzes, wegen denen es zu Störungen der Telefon- und Internetverbindung kommen könnte, und wollten einen Blick auf Bergs Router werfen. „Ich war total überrumpelt“, berichtet der Solinger. Statt nach einer technischen Beratung fühlte sich die Situation wie ein Verkaufsgespräch an. Immer mehr Daten erfragten die Männer. Als das Thema auf seine Bankverbindung gelenkt wurde, verwies Berg sie aus seiner Wohnung.

„Es kommt immer wieder vor, dass Vertreter von Telekommunikationsanbietern auf diesem Weg versuchen, neue Vertragsabschlüsse zu erzielen“, berichtet Dagmar Blum. Die Leiterin der Solinger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale rät dazu, in solchen Fällen „übervorsichtig“ zu sein und keine Daten herauszugeben.

Ähnliche Hinweise kommen von der Polizei. Wichtig sei, sich stets den Dienstausweis des Gegenübers zeigen zu lassen. Zudem solle man Fremde nie gegen den eigenen Willen in die Wohnung lassen, schon gar nicht unbeaufsichtigt. Wenngleich es derzeit im Bergischen kein erhöhtes Aufkommen solcher Fälle gebe, rät die Polizei, wachsam zu sein.

Solingen: Verbraucher müssen über ihr Widerrufsrecht informiert werden

Und die Telekom? Der Konzern äußert sich auf Anfrage: Derzeit seien Kundenberater im Auftrag der Telekom in Solingen unterwegs. „Autorisierte Vertriebsmitarbeiter“ seien an einem Ausweis, den sie sichtbar in Brusthöhe tragen, und üblicherweise Telekom-Kleidung erkennbar. Zudem führen sie ein Autorisierungsschreiben mit sich. Darin ist eine Hotline-Nummer zu finden (Tel. 08 00 8 26 63 47). „Die Kollegen beantworten dort Anfragen zu Mitarbeitern, prüfen und bestätigen, dass diese in unserem Auftrag vermarkten.“

Kommt ein Auftrag an der Haustür zustande, sei ein „Quality Call“ verpflichtend. Dabei werde den Kunden erläutert, für welches Produkt sie sich entschieden haben und welche Kosten dadurch entstehen. Bei dem Gespräch bestehe die Möglichkeit, den Auftrag zu stornieren. Dagmar Blum weist darüber hinaus auf das Widerrufsrecht hin, das in der Regel 14 Tage nach Vertragsabschluss gilt. Legt der Anbieter keine Auftragsbestätigung vor und informiert nicht ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht, verlängere sich die Frist um ein Jahr.

Mit diesen Fragen muss sich Jan Berg nicht beschäftigen. Er hat nicht vor, einen neuen Internetvertrag abzuschließen.

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