Besserer Insektenschutz

Grüne wünschen möglichst warmweiße Leuchtmittel für Burg

Die ungeliebten Unterburger Straßenlampen haben ein modernes Erscheinungsbild. Das war für die Entscheidung sie abzubauen, entscheidend.
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Die ungeliebten Unterburger Straßenlampen haben ein modernes Erscheinungsbild. Das war für die Entscheidung sie abzubauen, entscheidend.

Die ungeliebten Unterburger Straßenlampen haben ein zu modernes Erscheinungsbild.

Solingen. In die Debatte um eine neue Straßenbeleuchtung in Burg bringen die Grünen die Forderung nach möglichst warmweißen Leuchtmitteln ein. Dies begründet Laura Möller, Fraktionssprecherin der Grünen in der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid, mit einem besseren Insektenschutz. Die geringste „Anlockwirkung“ auf Insekten hätten LED-Leuchten mit einer Farbtemperatur von maximal 2700 Kelvin.

Die Auswahl solcher Lampen beantragen die Grünen für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung. Lampen mit höheren Werten locken nach Möllers Angaben bis zu achtmal so viel Insekten an. Deren Licht habe eine Sogwirkung auf Insekten, aus der sich die Tiere nicht lösen könnten. Sie flattern nach Möllers Angaben um das Licht, bis sie ermattet zu Boden sinken. Dies trage zum Insektensterben bei. -ate-

Artikel vom 14.3.2020

Umstrittene Lampen haben in Burg keine Zukunft

Bezirksvertretung fordert, die modernen Laternen abzubauen. So lange sie noch stehen, wird das Licht gedimmt.

Von Andreas Tews

Die umstrittenen Straßenlampen von Burg werden wohl nicht mehr lange an der Eschbachstraße stehen. Die Bezirksvertretung Burg/Höhscheid forderte die Stadtverwaltung einstimmig dazu auf, die Laternen wieder zu entfernen und durch ein anderes Modell zu ersetzen. Auch in Oberburg werden diese Leuchten – entgegen ursprünglicher Planungen – nicht aufgestellt. Eine endgültige Entscheidung fällt zwar im Stadtplanungsausschuss. Sollte die anders ausfallen, wäre dies aber eine Überraschung.

Die Burger Ortsdurchfahrt wird grundlegend umgestaltet

Die Leuchten waren im Zuge des Umbaus der Unterburger Ortsdurchfahrt installiert worden. Anwohner hatten sich über die modern gestalteten Straßenlampen beschwert, weil sie nach ihrer Meinung nicht in das Umfeld mit denkmalgeschützten Häusern passen. Kritik wurde auch an der Helligkeit der Leuchten geäußert.

Jede Leuchte sollte noch für ihren Standort konfiguriert werden

Die Lichtprobleme, so hatte es TBS-Fachmann Christoph Dorenbeck zuvor im Zentralen Betriebsausschuss der Stadt erklärt, seien in den Griff zu bekommen. Ausführlich hatte er den Politikern dort berichtet, dass jede einzelne Lampe für ihren Standort spezielle Einstellungen erhalten solle. Dies sei noch nicht geschehen. Darum komme den Anwohnern das Licht so grell vor.

Ausschlaggebend war das moderne Design der Lampen

Auf diese Erläuterungen verzichtete Dorenbeck in der Bezirksvertretung aber. Denn dort ging es nicht mehr um die Art des Lichts, sondern um die Gestaltung der Lampen. „Sie passen nicht in den historischen Ortskern“, kritisierte CDU-Sprecher Paul Westeppe. Der Beschluss der Bezirksvertretung war auf Anträge seiner Partei und der FDP – beide formuliert nach Bekanntwerden der Unterburger Anwohnerprotests – zurückgegangen. Westeppe forderte einen „harten Schnitt“: die Leuchten zu beseitigen und durch neue zu ersetzen.

Bei deren Auswahl, so betonte CDU-Mann Westeppe, sollten die Akteure der Stadtverwaltung und der TBS Vertreter der Anwohner und der Bezirksvertretung einbinden. Dass dies bei den jetzigen Lampen nicht geschehen sei, bezeichnete Reinhard Pogutke (SPD) als „schlechten Stil“. Da sei es kein Wunder, dass das Rathaus dafür „einen auf die Mütze“ bekomme.

Als gelungenes Beispiel für Straßenlaternen in einem alten Ortskern bezeichnete Bettina Wohlrab als Sprecherin der inzwischen gegründeten Bürgerinitiative die Lampen in Gräfrath. Aber auch mit den Laternen, die an anderen Stellen der Eschbachstraße platziert wurden, könnten die Unterburger nach Angaben von Anwohner Joachim Seidel gut leben. Dem schloss sich CDU-Bezirksvertreterin Sylvia Schlemper an.

Der 2. Vorsitzende des Schlossbauvereins, Holger Schödder, erklärte, ihn habe „elektrisiert“, dass die umstrittenen Lampen auch in Oberburg aufgestellt werden sollten. Mit dem neuen Beleuchtungskonzept für Schloss Burg wäre dies nach seiner Meinung nicht vereinbar gewesen.

Einige Lampen werden versetzt, das Licht wird etwas dunkler

Einige Änderungen wird es an den jetzigen Lampen laut Dorenbeck trotz des Beschlusses noch geben. Vier Leuchten werden versetzt – an Standorte, die in den Planungen eigentlich vorgesehen waren und die auch für neue Lampen vorgesehen sind. Außerdem wird das Licht soweit möglich heruntergedimmt. Dies werde gemacht, damit die Bürger so wenig wie möglich beeinträchtigt werden, erklärte Dorenbeck. Es könne einige Zeit dauern, bis neue Straßenlampen für Unterburg da seien.

Die Auswahl neuer Lampen dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen

Nicht leicht dürfte es nach seiner Einschätzung werden, Lampen mit anderem Design zu finden, die ähnliche technische Möglichkeiten hätten. In die jetzt stehenden Lampen könnten unauffällig eine Wlan-Funktion und Sensoren für eine Verkehrssteuerung integriert werden.

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