Corona

Umfrage zeigt Konflikt zwischen Distanzlernen und Homeoffice

In der Automobilzulieferindustrie ist das Arbeiten von zu Hause aus seit Beginn der Corona-Pandemie weit verbreitet. Foto: Christian Beier
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In der Automobilzulieferindustrie ist das Arbeiten von zu Hause aus seit Beginn der Corona-Pandemie weit verbreitet.

Verein Automotiveland NRW befragte Mitglieder.

Solingen. Eine Umfrage des Vereins Automotiveland NRW bei seinen Mitgliedern brachte mehrere eindeutige Ergebnisse. Zum einen haben die Automobilzulieferer in der Region ihre Mitarbeiter zu Beginn der Corona-Pandemie ins Homeoffice geschickt, ohne zu zögern. Wo es Menschen in der Branche möglich sei, von zu Hause aus zu arbeiten, geschehe dies. Vorschläge aus der Politik, eine Homeoffice-Pflicht einzuführen, stoßen bei den Unternehmen deshalb auf Unverständnis. Vielmehr fordern sie von den Verantwortlichen, „die eindeutigen Defizite im Homeschooling und in der öffentlichen Verwaltung allgemein umgehend zu beseitigen“.

Mehr als 20 Betriebe haben sich an der Expertenbefragung beteiligt, berichtet Thomas Aurich. Er ist Technologie-Botschafter bei Automotiveland NRW. Die Ergebnisse sollen der Bergischen Universität Wuppertal und anderen Hochschulen als Ansätze für weiterführende Forschung dienen. Unter anderem bleibt die Frage offen, wie sich das Arbeiten von zu Hause aus auf die Effizienz der Mitarbeiter auswirkt.

Wie viele Arbeitnehmer der Zulieferindustrie sich im Homeoffice befinden, richtet sich nach dem Fertigungsanteil der Betriebe. „Je näher man an die klassische Produktion kommt, desto schwieriger ist es natürlich, von zu Hause aus zu arbeiten“, erklärt Aurich. In den meisten Unternehmen liege die Homeoffice-Quote bei 50 bis 100 Prozent. Um dies zu ermöglichen, haben die Zulieferer „massiv in Geräte und Lizenzen investiert und traditionelle Abläufe auf den Kopf gestellt“.

Doch das Arbeiten in den heimischen vier Wänden hat Grenzen. Auch das ist ein Ergebnis der Befragung. Zum einen nehme nicht jeder Kunde Rücksicht auf diese neue Form der Arbeit. Ein großes Problem sei es zudem für Familien, Distanzlernen und Homeoffice unter einen Hut zu bekommen.

Das liege einerseits an der verbesserungswürdigen IT-Infrastruktur. Auf der anderen Seite erklärt Automotiveland NRW: „Fehlende oder schlechte Homeschooling-Konzepte und Formate führen dazu, dass sich die Eltern im Homeoffice nicht auf ihre Arbeit konzentrieren können.“ Der Verein zieht den Schluss: „Schlechtes Homeschooling verdirbt gutes Homeoffice.“ Hier seien Behörden und Politiker gefragt, Abhilfe zu schaffen. Gleiches gelte beim Digitalisierungsgrad der öffentlichen Verwaltung. Aurich: „Es gibt Unmut darüber, dass die Unternehmen in die digitale Welt vorpreschen, während der Graben zu öffentlichen Einrichtungen immer größer wird.“

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