Naturschutzgebiet

Umbau der Ohligser Heide geht 2019 weiter

Forstwirte haben Anfang des Jahres einen Wanderweg in der Ohligser Heide von einer kapitalen Lerche befreit. Archivfoto: Uli Preuss
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Forstwirte haben Anfang des Jahres einen Wanderweg in der Ohligser Heide von einer kapitalen Lärche befreit. (Archivfoto)

Nächstes Jahr wird gebaggert und ein Teich angelegt. Ein illegaler Parcours für Bikes soll weichen.

Von Andreas Tews

In mehreren Schritten wandeln Biologen, Landschaftsbauer und Forstwirte Mischwald in der Ohligser Heide in Heideflächen um. Nachdem unter Federführung der Biologischen Station Mittlere Wupper in diesem Jahr in diversen Teilen des Naturschutzgebietes Bäume gerodet wurden, gehen die Arbeiten dort im kommenden Jahr weiter. Handlungsbedarf besteht nach Angaben der Stadtverwaltung auch in der Nachbarschaft der St. Lukas Klinik. Dort ist in den vergangenen Jahren ein „wilder“ Mountainbike-Parcours entstanden. Der wird ebenfalls in naher Zukunft zurückgebaut, teilte das Rathaus den Mitgliedern des städtischen Naturschutz-Beirates mit.

Wald wird an diversen Stellen wieder zu Heide. In den vergangenen Wochen haben Mitarbeiter einer Fachfirma in der Nähe des Heidebades Bäume gerodet. (Archivfoto)

Die Ohligser Heide ist wegen der dort vorkommenden Arten und Biotope ein Naturschutzgebiet von besonderer Bedeutung. Seit Jahren wird die 147 Hektar große Landschaft gepflegt – unter anderem durch „Waldumbau“, die Beweidung mit Schafen, die Bekämpfung ortsfremder Pflanzenarten und das Anlegen kleiner Gewässer.

Der illegale Parcours ist der Unteren Naturschutzbehörde ein Dorn im Auge. Nach ihren Angaben ist er mit diversen Rampen und Sprüngen ausgestattet. „Verursacher“ seien nicht zu ermitteln. Darum müsse geprüft werden, auf welche Art der Parcours abgebaut werden kann. Betroffen seien auch private Grundstücke. Für die städtischen Bereiche werde jetzt geprüft, welches Gerät für den Rückbau benötigt wird, wie das Gelände für die Arbeiten zu erreichen ist und ob die Stadtverwaltung dies in Eigenregie bewerkstelligen kann. Anschließend seien die Kosten zu ermitteln.

Seitdem der (legale) Klingentrail am Bärenloch im Sommer eingeweiht wurde, würden illegale Strecken an anderen Stellen beseitigt, teilte die Stadtverwaltung weiter mit. Der Abbau der illegalen Strecken in der unter Naturschutz stehenden Ohligser Heide werde in diesem Zusammenhang vorrangig betrieben. Vor Beginn der konkreten Überlegungen will die Untere Naturschutzbehörde die Solinger Sportvereine über die geplanten Schritte informieren. Außerdem werde man die Sportler auf die legalen Alternativen – vor allem am Bärenloch – aufmerksam machen.

LIFE-PROJEKT

FÖRDERUNG Die Renaturierung der Ohligser Heide, bei der Waldgebiete in die ursprünglichen Heideflächen zurückverwandelt werden, wird zu 100 Prozent von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen finanziert. Dies geschieht über Fördertöpfe des LIFE-Förderprogramms der Europäischen Union.

IDEE Die Ohligser Heide ist Teil des Großprojekts zum Erhalt der Atlantischen Sandlandschaften.

Bei dem Projekt, das in diesem Jahr mit den Baumfällarbeiten an anderer Stelle begonnen hat – es wird durch die EU gefördert –, wird demnächst auf den gerodeten Flächen die oberste durchwurzelte Bodenschicht abgetragen. Dies ist für den Sommer 2019 geplant. Insgesamt kosten die Arbeiten nach Angaben der Stadtverwaltung 92 000 Euro.

Darüber hinaus haben sich die Biologische Station und die Stadt Solingen gemeinsam, um EU-Zuschüsse für eine weitere Projektphase beworben. Für rund 36 000 Euro könnte nach Meinung der Naturschützer in der Ohligser Heide ein kleiner Teich angelegt werden.

Spaziergänger auf Abwegen und Quadrokopter stören die Natur

Da die Ohligser Heide bei Erholungssuchenden sehr beliebt ist, beeinträchtigen nach dem Bericht der Naturschutzbehörde auch Spaziergänger, Radfahrer, Hunde, Walker, und Pilzesucher die Kulturlandschaft. Wer auf den Wegen bleibe, verhalte sich zwar naturverträglich, heißt es von der Verwaltung. Aber nicht alle halten sich an die Regeln. Die Natur werde zudem durch freilaufende Hunde und umherfliegende Quadrokopter gestört.

Hier will die Behörde Aufklärungsarbeit leisten. Dies erfolge unter anderem durch Hinweisschilder, Zeitungsberichte und dadurch, dass Revierförster und Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Bürger direkt vor Ort ansprächen. In dem Bericht wird betont, dass dies auch an den Wochenenden geschehe.

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