200 Gäste

Ukrainische Künstler spielen virtuos auf

Den ukrainischen Musikerinnen und Musikern gelang es beim Konzert in der Stadtkirche am Fronhof, mit der Kraft der Musik ein wenig Hoffnung zu spenden. Foto: Michael Schütz
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Den ukrainischen Musikerinnen und Musikern gelang es beim Konzert in der Stadtkirche am Fronhof, mit der Kraft der Musik ein wenig Hoffnung zu spenden.

Benefizkonzert in der Stadtkirche am Fronhof.

Von Wolfgang Günther

Solingen. Der unbegreifliche russische Angriffskrieg auf die Ukraine sorgt immer mehr für einen Strom von Flüchtlingen in die Nachbarländer und weiter nach Europa. Unter den Flüchtlingen sind auch wichtige Mitglieder der führenden Gesellschaft des Landes, wie Ärzte, Lehrer, Professoren und Musiker. Der Solinger Eventmanager René Splitthoff bekam Kontakt zu einigen von dort geflüchteten musizierenden Künstlern, und stellte in kurzer Zeit ein Konzert zugunsten des in Köln ansässigen, deutsch-ukrainischen Vereins Blau-Gelbes-Kreuz auf die Beine, das am Sonntagabend in der Solinger Stadtkirche stattfand.

Pfarrerin Jutta Degen begrüßte am Sonntagabend etwa 200 Gäste in der Kirche zu diesem außergewöhnlichen Konzertabend, der unter der Schirmherrschaft des Rotary Clubs Solingen stand. „Unsere Kirche möchte an diesem Abend ihre Türen öffnen und damit ihre Solidarität mit den leidenden Menschen in der Ukraine zum Ausdruck bringen“, sagte die Pastorin. Rotary-Präsident Ralf Kohns dankte allen Beteiligten für das schnelle Zustandekommen des Benefizkonzerts mit klassischer Musik.

„Wenn die Not am größten ist, finden sich in unserer Stadt immer Menschen, die schnell und uneigennützig helfen, da bin ich stolz drauf“, schrieb Oberbürgermeister Tim Kurzbach in seinem Grußwort im Programmheft. Nach den vielen gesprochenen Dankesworten auf Ukrainisch und Deutsch setzte die Musik ein. Es wurde schnell klar, dass es sich bei den Musizierenden um mehrfach preisgekrönte Solisten der Weltklasse handelte.

Die Pianistin Kateryna Bazhenova hat als Begleiterin an vielen Festivals teilgenommen. Sie eröffnete mit Flötistin Tamara Roy-lynda das Konzert mit einer viersätzigen Sonate von Maxim Berezovsky, einem russischen Komponisten im Zarenreich des 18. Jahrhunderts, der aber mit Anklängen an Haydn und Mozart mit seinen Werken auch im Bereich der Wiener Klassik bekannt war und anerkannt wurde.

Ungarische Folklore floss in die Kompositionen ein

Das „Duo für Geige und Cello“, eine frühe Komposition des Ungarn Zoltán Kodály, ist ein Klassiker des Genres und verlangt hohes Können von den Ausführenden. Die australische Geigerin Hayley Bullock stellte sich in den Dienst der guten Sache, und spielte mit dem Cellisten Dmitri Gornowski, geboren in Kasachstan, dieses virtuose Husarenstück einfach mitreißend.

Kodály verarbeitet in seinen Kompositionen immer wieder Musik seiner Heimat, der ungarischen Folklore, das war auch bei diesem Duo wieder zu hören.

Im dritten Satz hat die Violine eine lange, virtuose Solokadenz, und fordert darin musikalisch zum Tanz auf. Das perfekte Zusammenspiel der beiden Instrumente in diesem fast halbstündigen Werk war ein dermaßen intensives Erlebnis, dass sich die begeisterten Zuhörer am Ende gleich mit einer stehenden Ovation herzlich bedankten.

Mit zwei kleineren Werken für Klavier, Flöte sowie Geige wurden die ukrainischen Komponisten Myroslav Skoryk und Borys Listochynsky vorgestellt. Für die Aufführung des Flötenquartetts in D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart kam ein ukrainischer Landsmann, der Bratschist Roman Borkovskiy, zum Trio dazu.

Ein „Ave Maria“ war sicher das passende Ende des Konzerts in der Stadtkirche für den Frieden in der Ukraine. Diesmal erklang von allen Mitwirkenden eine Fassung des argentinischen Bandoneon-Spielers und Komponisten Astor Piazolla. Nach fast neunzig Minuten endete das Konzert, und die Zuhörer dankten den Virtuosen noch einmal mit begeistertem Applaus.

Haley Bullock

Die australische Geigerin Hayley Bullock begeisterte am Ostersonntag in der Stadtkirche mit ihrer faszinierenden Virtuosität. Bereits im Alter von vier Jahren hatte die Musikerin mit dem Geigenstudium begonnen. In Solingen kennt sich Hayley Bullock ein wenig aus. In der Zeit von 2020 bis 2021 spielte sie als stellvertretende Stimmführerin bei den Bergischen Symphonikern.

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