Hilfsaktion

Ukrainische Geflüchtete kommen wohlbehalten in Solingen an

Die Solinger Gastfamilien nahmen die aus der Ukraine angekommenen Geflüchteten auf dem Parkplatz Weyersberg in Empfang.Foto: Christian Beier
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Die Solinger Gastfamilien nahmen die aus der Ukraine angekommenen Geflüchteten auf dem Parkplatz Weyersberg in Empfang.

Stadtwerke und Firma Wiedenhoff holten bei einer zweiten Hilfsaktion 47 Menschen mit einem Bus aus Polen ab.

Von Kristin Dowe

Solingen. Es waren emotionale Szenen, die sich am Freitag auf dem Parkplatz der Klingenhalle abspielten: Müde und erschöpft, aber offenbar erleichtert über ihre Rettung trafen dort am Mittag 47 Geflüchtete aus der Ukraine, darunter 18 Kinder, in einem Bus nach einer gemeinsamen Hilfsaktion der Stadtwerke Solingen und der Firma Wiedenhoff ein. Gut 40 Stunden dauerte die Fahrt insgesamt – die Helfer hatten größtenteils Frauen und Kinder aus einem Auffanglager im polnischen Przemysl abgeholt. An der Kotter Straße warteten nun ihre Gastfamilien auf sie.

„Das Wetter hat unserem Team ganz schön zu schaffen gemacht“, berichtet Stadtwerke-Sprecherin Lisa Nohl. „In Polen gab es 15 Zentimeter Neuschnee und es herrschten nachts Temperaturen von minus 20 Grad.“ Trotz der widrigen Bedingungen habe die Gruppe die Fahrt gut gemeistert, bei der unter anderem eine Frau mit Rollstuhl sowie ein Zwillingspaar im Säuglingsalter von den Helfern transportiert wurden.

Solingen zeigt sich solidarisch mit der Ukraine - So können Sie jetzt helfen

Für Wiedenhoff und die Stadtwerke war es nun schon die zweite Abholaktion. Bereits vor einigen Tagen waren 45 Geflüchtete bei einer ersten Busfahrt ebenfalls wohlbehalten in der Klingenstadt angekommen. „Wir haben jetzt schon einiges dazugelernt und anders organisiert als beim ersten Mal“, sagte Daniel Banzhaf, Prokurist bei den Stadtwerken, der die Aktion initiiert hatte. Erst mal planten die Stadtwerke nun keine weiteren Hilfsfahrten mehr. „Wir würden das gerne tun, aber momentan übersteigt es unsere Möglichkeiten“, bedauert Lisa Nohl. „Wir hoffen aber, dass vielleicht andere Unternehmen unserem Beispiel folgen und ähnliche Aktionen starten. Unsere Erfahrungen geben wir gerne weiter.“ Interessierte Firmen können sich per Mail an Lisa Nohl wenden (Adresse: l.nohl@stadtwerke-solingen.de).

Ralf Weltersbach, Geschäftsführer von Wiedenhoff Reisen, kann sich vorstellen, noch weitere Fahrten zu organisieren. „Wir hätten schon das Potenzial, weiterzumachen“, gibt er sich optimistisch. So seien die Reisebusse für lange Fahrten bestens ausgerüstet, sie verfügten über eine Toilette und sogar eine kleine Küche. „Die Kooperation mit den Stadtwerken hat sehr gut funktioniert.“

Über den reibungslosen Ablauf der Fahrt freute sich auch Torsten Bartels, Fahrmeister bei den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke, der den Bus zurück nach Solingen gefahren hatte. „Nach 16 Jahren Linienbus war das mal eine Herausforderung. Wir können nicht klagen!“ Mehr als 2600 Kilometer hatte die Gruppe insgesamt zurückgelegt. Am Steuer habe sich Bartels mit anderen Kollegen abgewechselt.

Die Solingerinnen und Solinger erwarteten ihre Gäste gespannt mit einer gespendeten Geschenktüte der Stadtwerke, die unter anderem Kuscheltiere, Hygieneartikel und ein Nachtlicht für die Kinder enthielt. Eine Helferin hielt ein blau-gelbes Willkommensschild in ukrainischer Sprache in die Luft. Auch Thomas Janster und seine Familie möchten eine Mutter mit zwei Kindern aufnehmen. Warum sie sich dazu entschlossen haben? „Die Frage hat sich gar nicht gestellt. Ich finde, das ist ein besserer Weg zu helfen als eine Geldspende. Und wir haben ausreichend Platz.“

Die Stadt Solingen bittet die aufnehmenden Gastgeber, dafür zu sorgen, dass die Geflüchteten bei der Stadt gemeldet werden, damit die Verwaltung einen Überblick behält. Zahlreiche Solinger stellten bereits eine Unterkunft zur Verfügung.

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