Überfall: 23-Jähriger muss in Haft

Angeklagter bietet Opfern Geld an

Von Dirk Lotze

Nach einem Überfall auf ein mit Gästen besetztes Lokal am Weegerhof und einem weiteren Raub in derselben Nacht in Wuppertal muss ein 23 Jahre alter Angeklagter ins Gefängnis. Das Landgericht Wuppertal verurteilte den angelernten Handwerker zu vier Jahren Haft, nach Jugendrecht zur nachträglichen Erziehung. Er sei bei den Taten am 25. Februar 2018 der Fahrer einer Gruppe überwiegend jugendlicher Täter gewesen. Er habe eine Schreckschusspistole als Waffe beigesteuert, habe Tatorte ausgekundschaftet und einen Anteil der Beute bekommen.

Der Angeklagte hingegen hatte zugegeben, gefahren zu sein. Seiner Version zufolge erhielt er nur 30 Euro Benzingeld. Der vorsitzende Richter kommentierte: „Das ist eine Verharmlosung, die wir so nicht hinnehmen.“

Der Angeklagte ist Vater eines Kindes und lebt laut eigenen Angaben bei seinen Eltern. Die bereits verurteilten, jüngeren Täter soll er von einer Solinger Disco kennen, wo er Türsteher war. Laut Urteil traf sich die Gruppe in der Innenstadt und fuhr zur Gaststätte. Während der Tat wurden Gäste zu Boden gerissen. Ein 16-Jähriger gab zu, die Wirtin geschlagen zu haben, während er die Pistole in der Hand hielt.

Die Täter sollen mit einer angebrochenen Packung Zigaretten als Beute geflüchtet sein, als die Wirtin um Hilfe schrie. Unzufrieden mit der Beute, hätten sie sich zu einer weiteren Tat entschlossen. Dazu kam es in Wuppertal. Dort raubte die Gruppe eine Kassenschublade mit 800 Euro aus einem Kiosk. In derselben Nacht wurden mehrere der Täter festgenommen: Die Polizei suchte nach dem Auto.

Im Prozess hat der 23-Jährige zwei Opfern insgesamt 10 000 Euro angeboten, um eine mildere Strafe zu bekommen. Beide lehnten ab: Er wolle sich nur freikaufen. Die jüngeren Täter belasteten ihn schwer. Das Gericht stellte klar, es sei bei solchen Zeugen vorsichtig. Viele Punkte seien aber bestätigt. Die Staatsanwältin kommentierte: „Kann sein, dass er die falschen Freunde hatte. Aber er hat sich freiwillig entschlossen, mitzumachen.“ Bewährung ist bei der Höhe der Strafe unmöglich.

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