Publikumspreis

Über 350 A-capella-Fans genossen Contest online

So wie die Gruppe VoiceQ waren alle Bands bereits am 10. April im Theater gewesen, um ihre Stücke einzuspielen, die dann bei der Online-Show am Samstag präsentiert wurden. Foto: Christian Beier
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So wie die Gruppe VoiceQ waren alle Bands bereits am 10. April im Theater gewesen, um ihre Stücke einzuspielen, die dann bei der Online-Show am Samstag präsentiert wurden.

Die Berliner Gruppe The Knorke gewann den Publikumspreis.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Statt brodelndem Saal bequeme Couch für die Zuschauer: Der diesjährige Solala-Contest mit internationalen A-capella-Gruppen versuchte sich in seiner sechsten Ausgabe überaus erfolgreich im Streaming-Format. Am Ende erhielt die Berliner Gruppe The Knorke den Publikumspreis der Firma Güde. Der Jurypreis, gestiftet von der Stadt-Sparkasse, wurde unter allen vier Bewerbern aufgeteilt.

Lars Wierum, „Vater“ von „Solala“ und als Moderator das Gesicht der Show, verknüpfte am Samstagabend gut gelaunt Live-Elemente mit verschiedenen Videos. Zoom-Interviews mit den vier Contest-Gruppen sowie den fünf Jungs von „anders“, dem Doppelgewinner des Jahres 2019, lieferten neben der reinen Musik beste Unterhaltung und Stimmung.

Auch das Gespräch mit Karl-Peter Born, dem Geschäftsführer der Firma Güde als nimmermüdem Sponsor der „scharfen“ Messer-Geschenke für die Gewinner-Gruppe, kam „echt“ von der Bühne des Konzertsaals. Eine Woche zuvor hatten die Ensembles operAcapella, VoiceQ, Ambrosia a cappella und The Knorke im Konzertsaal jeweils 30 Minuten in die Mikros und Kameras des versierten Technik-Teams des Solinger Kulturhauses gesungen und performt.

Die Gruppe operAcapella, aus der klassischen Musik kommend, verband Musical- und Opern-Elemente mit fetzigem Twist. VoiceQ setzte auf eine Mischung aus 20er- und 30er-Jahre-Ohrwürmern und modernen Popsongs. Ambrosia a capella verband Jazz mit Klangwelten weltbekannter Popsongs. Und The Knorke pointierte aufrüttelnde Texte in ihrer „trashing acapella-Kampfkunst“, wie sie es selbst bezeichnen.

Unter Beachtung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln freuten sich die Teilnehmer des Contests riesig, dafür aus Berlin, Köln oder den Niederlanden anzureisen, und nahmen auch nötige Einreise-Tests in Kauf. Sie alle hatten, wie in einem „Making-Of-Solala“ als Stream-Film gezeigt wurde, seit Beginn der Pandemie gar keine oder nur ein bis zwei Auftritte gehabt. „Es ist so geil, mal wieder auf einer echten Bühne zu stehen, auch wenn nur Techniker im Saal sind“, sagte beispielsweise Carsten Rode von VoiceQ.

Das aufwendige vom Solinger Kulturmanagement „erfundene“ neue Format von „Solala“ kam gut an, wie man den zahlreichen zustimmenden und begeisterten Anmerkungen im Live-Chat entnehmen konnte, der auf den Rechner-Bildschirmen des Publikums nebenher lief und rege genutzt wurde. Viele positive Emoji-Smileys, sowie Herzchen und „Daumen-hochs“ ergänzten Sätze wie: „Das ist einfach spitze“, „Vielen Dank an die Technik fürs Möglichmachen. Einfach genial“ oder „Ein regelrechter Ohr-Genuss“.

Moderator Lars Wierum bekannte sich dazu, zunächst skeptisch gewesen zu sein – „bei aller Freude darüber, dass das Ganze nicht wieder komplett ausfallen sollte wie 2020. Aber meine Begeisterung für das neue Format wuchs von Tag zu Tag“, sagte er im Making Of. „Zu sehen und zu spüren, dass das richtig gut wird, hat mich beflügelt.“

Online-Zuschauer auch aus Gran Canaria und der Steiermark

Die zugeschalteten Musikfans, die sich erstmalig durch die Digitalversion nicht nur aus Solingen und Umgebung, sondern sogar von Gran Canaria, aus der Steiermark oder Berlin an dem Contest erfreuen konnten, wählten am Schluss eifrig ihren Favoriten. Wie schwer es offenbar fiel, sich unter den vier perfekten Auftritten zu entscheiden, bewiesen die Chat-Kommentare: „Die waren alle super!“, hieß es da.

Trotzdem war auch die Hoffnung und Vorfreude auf ein nächstes Mal als Live-Format groß – auch wenn die Technik zwischen den einzelnen Songs Beifall aus der Konserve hineingeschnitten hatte, um wenigstens ein bisschen Atmosphäre zu simulieren.

A capella

Begriff: A capella bezeichnet Vokal-Musik, die ausschließlich auf Stimmen setzt. Auch Instrumente werden dergestalt imitiert.

Contest: Seit 2015 gibt es den „Solala“-Wettbewerb in der Klingenstadt. Er wird vom Kulturmanagement der Stadt ausgerichtet. Initiator Lars Wierum hat daraus eine ganze Festival-Reihe gemacht, auch zwei „Extra- Shows“ gab es bereits.

Preise: Die Firma Güde stiftet den Publikumspreis in Form hochwertiger Messer. Den Jury-Preis, dotiert mit 1000 Euro, spendet die Stadt-Sparkasse.

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