Sommer

Trockenheit: Stadtbäume leiden besonders

Die Technischen Betriebe bewässern derzeit verstärkt Beete und Gehölze. Der Klimawandel verändert die Pflanzstrategie.
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Die Technischen Betriebe bewässern derzeit verstärkt Beete und Gehölze. Der Klimawandel verändert die Pflanzstrategie.

Technische Betriebe schreiben Teile der Pflege aus – Bewässerung durch Bürger hilft, ist aber nicht immer sinnvoll.

Von Björn Boch

Solingen. Stadtbäume, vor allem in den vergangenen Jahren frisch gepflanzte Jungbäume, leiden besonders unter der Trockenheit in niederschlagsarmen Sommern. Die Technischen Betriebe Solingen (TBS) schreiben daher seit einigen Jahren die Pflanzung dieser Bäume inklusive Bewässerung im Rahmen einer zweijährigen „Fertigstellungspflege“ aus.

Stadtsprecher Daniel Hadrys erklärt: „Das bedeutet, dass die Firmen, die die Bäume gepflanzt haben, sich unter anderem auch um die Bewässerung kümmern.“ Bäume, die nach diesen zwei Jahren nicht angewachsen seien, werden von den Unternehmen auf deren Kosten ersetzt.

„Der Baum sollte Anzeichen von Trockenstress zeigen.“

Stadtsprecher Daniel Hadrys erklärt, wann Bewässern Sinn macht

Zurzeit würden in Solingen 350 Jungbäume durch Firmen über die zweijährige „Fertigstellung- und Entwicklungspflege“ gewässert. „Etwa alle sieben bis zehn Tage werden diese Jungbäume mit 70 Litern Wasser versorgt“, so Hadrys. Das sei auch während der aktuellen Hitzewelle so.

Habe ein Stadtbaum die ersten beiden Jahre überstanden, kümmerten sich die TBS in den folgenden drei Standjahren um die weitere Bewässerung. Hadrys: „Dies erfolgt in der Regel mittels am Stamm angebrachter Gießsäcke, die dafür sorgen, dass das Wasser langsam in den Wurzelbereich einsickert und nicht ungenutzt verdunstet.“

Bei älteren Bäumen, deren Wurzeln schon lange aus den Baumscheiben herausgewachsen sind und die sich in feuchtere und tiefere Bodenschichten orientiert haben, sei eine zusätzliche Bewässerung schwierig und auch nicht zielführend. Die feinen Wurzeln, über die die Wasseraufnahme funktioniert, lägen bei älteren Bäumen in einem großen Abstand zum Stamm – „in der Stadt also in der Regel unterhalb versiegelter Flächen, so dass man sie mit den Wassergaben kaum erreichen kann“.

Ältere Bäume müssten sich also selbst helfen und könnten dies zumeist auch ganz gut. Sie reagierten beispielsweise auf längere Trockenperioden, indem sie frühzeitig einen Teil ihres Laubes abwerfen, um weniger Wasser zu verdunsten.

Wenn Sie helfen wollen: Bürgerinnen und Bürger können jungen Bäumen helfen, indem sie die Technischen Betriebe bei ihrer Aufgabe unterstützen, etwa einmal pro Woche etwa 70 Liter Wasser auszubringen, erklärt Stadtsprecher Daniel Hadrys. Am besten sei das in den Morgen- oder Abendstunden – und möglichst so, dass Wasser langsam in den Wurzelraum eindringen kann. „Die Bäume sollten dabei jedoch nicht zu sehr verwöhnt werden. Es ist wichtig, dass sie gerade in jungen Jahren dazu angeregt werden, ihre Wurzeln zur Wasseraufnahme in die tieferen Bodenschichten zu leiten. Ein tägliches Gießen ist daher nicht unbedingt förderlich.“

Dabei sollten Bäume bedacht werden, die nicht von Fremdfirmen oder den TBS versorgt werden: „Insbesondere ist eine Bewässerung dann nicht erforderlich, wenn ein Wassersack oder ein Gießrand – eine Mulde oder ein Kunststoffring am Stammfuß – vorhanden ist. Dann werden die Bäume ausreichend versorgt.“

Ebenso sollten Solingerinnen und Solinger vermeiden, Bäume zu bewässern, die ohne zusätzliche Hilfe zurechtkommen, auch wenn dies angesichts der Hitze schwer nachvollziehbar erscheine. Ein Bewässern solcher Bäume führe dazu, dass tieferliegende Wurzeln vernachlässigt würden und sie schlechter mit Trockenheit zurechtkommen. Wer einen Baum gießen möchte, sollte beachten, dass der Stammdurchmesser auf einem Meter Höhe unter 20 Zentimetern liegt (entspricht einem Umfang von etwa 60 Zentimetern). Andernfalls sei davon auszugehen, dass er sich selbst versorgen kann. Hadrys: „Darüber hinaus sollte der Baum Anzeichen von Trockenstress zeigen, also welke, herabhängende Blätter haben oder Blätter abwerfen.“

Lesen Sie auch: Stadt pflanzt kostenlos Bäume in den Gärten der Bürger

Beete und Gehölze

Bewässerung: Aufgrund der Trockenheit fahren die Technischen Betriebe Solingen (TBS) mit zwei Gießfässern mit je 600 Litern und einem Gießfahrzeug mit 2000 Litern ausgewählte Staudenbeete und Gehölze zur Bewässerung an.

Klimawandel: Die TBS sind seit einigen Jahren dabei, die Staudenpflanzungen im öffentlichen Raum so umzustellen, dass diese möglichst ohne zusätzliche Wassergaben auskommen. So wachsen zum Beispiel auf dem Mittelstreifen der Konrad-Adenauer-Straße oder an der Kreuzung Schlagbaum spezialisierte Pflanzen, die auch längere Trockenperioden ohne Wassergaben überstehen. In extremen Dürresommern werden auch diese Pflanzungen braun, treiben aber in der Regel nach längeren Niederschlägen zuverlässig wieder aus.

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