Tunnel

Trasse: Rentner will 100.000 Euro spenden

An dieser Stelle soll nach dem Wunsch eines anonymen Spenders eine Unterführung unter der Wuppertaler Straße entstehen. Foto: Christian Beier
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An dieser Stelle soll nach dem Wunsch eines anonymen Spenders eine Unterführung unter der Wuppertaler Straße entstehen.

Der Mann will die Solinger ermuntern, einen Tunnel unter der Wuppertaler Straße zu bauen.

Von Stefan Prinz

Ein Solinger Rentner hat sich zum Ziel gesetzt, die Korkenziehertrasse attraktiver zu machen. Die Trasse gehört zwar zu den meistgenutzten Radwegen in der Klingenstadt. Aber: Sie hat ein störendes Hindernis. An der Wuppertaler Straße, nahe des Kunstmuseums, müssen Radfahrer absteigen und an der Ampel warten. „Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich“, sagt der Spender, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Gerade für Kinder sei die vielbefahrene Straße an dieser Stelle ein Gefahrenpunkt.

„Das Tunnel-Projekt ist auf jeden Fall machbar.“
Hartmut Hoferichter Stadtdirektor

„Wenn wir etwas zum Besseren in unserer Stadt verändern wollen, dann muss einer damit anfangen“, sagt er mit einem Lachen. „Ich habe ein erfolgreiches Berufsleben hinter mich gebracht und möchte mich jetzt hier einbringen.“

Standpunkt von Stefan Prinz

Vor Jahrzehnten stand wenige Meter von dem Übergang entfernt noch der alte Gräfrather Bahnhof. Die Züge nutzten an dieser Stelle einen Tunnel, der unter der Straße entlangführte. „Möglicherweise ist dieser Tunnel noch intakt und lediglich am Anfang und am Ende mit Schutt verschlossen“, vermutet der Spender. Bereits vor drei Jahren hatte der Solinger eine Anfrage an das Rathaus gestellt, wie hoch die Kosten seien, diesen Tunnel wieder nutzbar zu machen. „Laut einer ganz groben Schätzung sollten das mehrere hunderttausend Euro sein.“

Diese Investition würde den Radweg entlang der Korkenziehertrasse wesentlich attraktiver machen: kein Absteigen, kein Warten an der Ampel, keine Gefahr für Radfahrer durch den Autoverkehr. Stattdessen hätten Radler und Fußgänger freie Bahn.

Weil der Solinger um die Finanzprobleme der Klingenstadt weiß, will er sich mit seinem Privatvermögen einbringen, um das Vorhaben zu realisieren. Unter einer Bedingung: „Auch andere Solinger Bürgerinnen und Bürger müssen sich an der Finanzierung des Tunnels beteiligen.“ Wenn es eine ausreichend große Resonanz in der Stadt gebe, dann sei er bereit, bis zu 100 000 Euro für den Tunnel beizusteuern. Das bedeutet allerdings auch, dass noch ein erheblicher Teil durch Spenden zusammenkommen müsste.

Zustimmung aus dem Rathaus

Im Rathaus freut man sich über dieses bürgerschaftliche Engagement. „Das Tunnel-Projekt wird nicht einfach“, sagt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter auf Nachfrage. „Aber es ist auf jeden Fall machbar“, versichert er.

Seine Nachforschungen haben zwischenzeitlich ergeben, dass der alte Original-Tunnel unterhalb der Wuppertaler Straße nicht mehr existiert. Als vor Jahren die Straße erneuert worden ist, wurde der Tunnel bei den Bauarbeiten zerstört. „Damals wurde die Straße etwas tiefer gelegt, um die Steigung der Fahrbahn zu verringern“, erklärt Hoferichter. Dabei habe man die bestehende Unterführung zuschütten müssen.

Der Stadtdirektor schätzt die Kosten für eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger an dieser Stelle der Wuppertaler Straße auf rund 500 000 Euro. Man müsse auf zwei Hauptversorgungsleitungen achten, die dort entlang führen. „Für die Radfahrer wäre das wirklich eine tolle Sache“, würdigt Hoferichter die Absicht.

SPENDER GESUCHT

MITMACHEN Wer bereit ist, sich mit einer Spende an dem Tunnel-Projekt unter der Wuppertaler Straße zu beteiligen, kann sich bis Mitte nächster Woche per E-Mail oder per Post an das ST wenden: Solinger Tageblatt, Stichwort: Tunnel-Projekt, Mummstraße 9, 42651 Solingen. Ende nächster Woche berichten wir über das Ergebnis. stefan.prinz@ solinger-tageblatt.de

Ob die Spendenaktion beginnt und ob der anonyme Spender den Betrag beisteuert, macht er von der Resonanz in der Bevölkerung auf den Aufruf abhängig.

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